Was haben der Arnsberger Wald und die Wälder rund um Morogoro in Tansania gemeinsam? Beide sind wertvolle Lebensräume, die es zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren gilt. Während in Arnsberg mehr als 60 Prozent des Stadtgebiets von Arnsberg bewaldet sind, grenzt Morogoro unmittelbar an die artenreichen Uluguru-Berge, die zu den ökologisch wertvollsten Regionen Tansanias zählen. Im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Gemeinsam für den Schutz der Wälder: Arnsberg und Morogoro“ setzen sich die beiden Kommunen dafür ein, diese wertvollen Lebensräume für zukünftige Generationen zu erhalten.
Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Maßnahmen vor Ort. So wurde im Naturreservat Nguru ya Ndege eine Schutzpatrouille ausgebildet, die das Gebiet künftig überwacht und zum Erhalt des Waldes beiträgt. Neue Brandschutzlinien helfen dabei, Waldschäden durch Feuer zu reduzieren. Gleichzeitig wurden die Bevölkerung, lokale Entscheidungsträger:innen sowie Schulen aktiv eingebunden. Mithilfe von Informationskampagnen, Workshops und einem großen Schul-Event wurde die Bedeutung des Waldschutzes vermittelt und das Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen gestärkt. Auch in Arnsberg spielt Umweltbildung eine zentrale Rolle: Mit einem neuen Lehrpfad im Arboretum in Oeventrop und der Beteiligung mehrerer Schulklassen wurden Orte geschaffen, an denen Wissen über Wälder und Artenvielfalt erlebbar wird. So verbindet das Projekt praktischen Naturschutz mit Bildung und zeigt, wie kommunale Partnerschaften weltweit zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können.
Das durch Engagement Global geförderte Projekt „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“ unterstützt insgesamt acht Partnerschaften. Teil sind so acht deutsche Kommunen und acht Partnerstädte aus Lateinamerika und Afrika – darunter auch die Stadt Arnsberg und Morogoro Municipal Council in Tansania. Das oberste Ziel der partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist das gegenseitige Kennenlernen, der fachliche Austausch und die Entwicklung eines Handlungskonzeptes zur Agenda 2030 und den globalen Nachhaltigkeitszielen. Gemeinsam werden auch über den vorgesehenen Zeitraum von rund 2 ½ Jahren hinaus Projekte zu relevanten Themenfeldern in beiden Städten umgesetzt.
Die Stadt Arnsberg und Morogoro Municipal Council
Die Nachhaltigkeitspartnerschaft zwischen Arnsberg und Morogoro ist mehr als nur ein Projekt – sie ist ein lebendiger Austausch, der lokale Herausforderungen in globale Lösungen verwandelt. Seit 2023 arbeiten die beiden Städte Hand in Hand, um gemeinsam an Themen wie Abfallwirtschaft, Aufforstung und Bildung zu arbeiten. Diese Zusammenarbeit schafft Verbindungen zwischen Menschen, Kulturen und Ideen – und zeigt, wie wir voneinander lernen und gemeinsam wachsen können. Einblicke vor Ort und der direkte Kontakt machen die Partnerschaft greifbar und setzen die Voraussetzungen für eine zukünftige Zusammenarbeit.
Name: Morogoro Municipal Council
Distrikt/Region: Morogoro District, Morogoro Region
Einwohnerzahl: 471,409 (nach eigenen Angaben, 2019, davon 226,817 männlich und 244,592 weiblich)
Fläche: circa 152,28 km²
Stadtteile: 29 Bezirke ("Wards") mit 295 Unterbezirken ("Streets")
Umgebende Landschaft: Uluguru Mountains mit dem höchsten Gipfel von 2.646 Metern, zahlreiche Wasserfälle und der Mindu-Stausee im Süd-Westen
Besonderheit: Es gibt formulierte Grundwerte in der Stadtverwaltung: Team Work, Gleichheit und Gleichwertigkeit, lebenslanges Lernen, Partnerschaften, Engagement und Verantwortung.
In Morogoro gibt es sowohl einen Stadtdirektor als auch einen Bürgermeister. Während der Bürgermeister die Leitung über den Rat der Stadt hat, ist der Stadtdirektor die Spitze der Stadtverwaltung.
Was sind die Herausforderungen in der Stadt? Die Abwasser- und Abfallbehandlung, der Klimawandel, der Schutz von Naturreservaten, der (Aus-)Bau von Gesundheits- und Bildungseinrichtungen und Starkwasserereignisse im Stadtgebiet
Interessanter Fakt: (der umgebende Distrikt) Morogoro Distrikt hat eine kommunale Klimapartnerschaft mit der Stadt Bad Berleburg im Sauerland
Als Basis der gemeinsamen Zusammenarbeit von Morogoro und Arnsberg wurden als wichtige Themenfelder herausgearbeitet:
Hierzu fanden im Rahmen der beiden bisherigen Delegationsbesuche Besichtigungen wichtiger Einrichtungen und Orte statt.
Bei einem zweitägigen virtuellen Treffen im Juli 2023 wurde die Basis der gemeinsamen Zusammenarbeit gelegt. Verwaltungsstrukturen beider Städte wurden vorgestellt und Projekte aus beiden Städten besprochen.
Von dem 17.-28. September 2023 fand ein erster Besuch in Präsenz statt. Vier Vertreter*innen aus Morogoro (der Stadtdirektor, der Bürgermeister, die Leiterin des Büros für Kultur, Tourismus und Sport und der Leiter der Abfallwirtschaft) hatten so die Möglichkeit, die Stadt Arnsberg kennenzulernen und gemeinsam mit Arnsberg an der Auftaktkonferenz des Projektes in Hamm teilzunehmen.
Zwischen dem 09.- 17. Februar 2024 besuchte sodann eine vierköpfige Delegation aus Arnsberg die Partnerstadt Morogoro Municipal Council, um die Partnerstadt mit Kultur, Menschen und der Stadt kennenzulernen.
Im Juni 2024 fand ein weiterer Besuch nach Morogoro statt, an dem der Arnsberger Förster und die Betriebsleitung der technischen Dienste Arnsbergs teilnahmen.
Im September 2024 fand ein weiterer Gegenbesuch von zwei Personen aus Morogoro nach Arnsberg statt. Teil des Programms für den Zeitraum von dem 22.-30. September war die Arbeit am Aktionsplan zur zukünftigen Zusammenarbeit.