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Technische Dienste decken künftig Teil des Bedarfs mit biologischem Diesel

Die Technischen Dienste Arnsberg (TDA) sind auf dem Weg, einen Teil ihrer Fahrzeugflotte künftig klimaneutraler zu betanken. Möglich wird dies durch Einsatz von so genanntem HVO 100, einen Diesel-Kraftstoff, der aus hydriertem Pflanzenöl hergestellt wird. Für zahlreiche Großfahrzeuge aus dem Bereich der Abfallwirtschaft sowie für Kehrmaschinen liegt eine Freigabe zur Nutzung von HVO 100 vom Hersteller der Motoren vor. Die Testphase für den Einsatz ist im Juni erfolgreich abgeschlossen worden.

Testphase erfolgreich abgeschlossen

Der biologische Kraftstoff HVO 100 wird aus bereits genutzten Produkten der Lebensmittelindustrie wie z.B. altes Frittenfett hergestellt und besteht somit zu 100 Prozent aus biologischen Grundstoffen, die für die Weiternutzung als Kraftstoff nicht eigens angepflanzt werden müssen. Während herkömmlicher Diesel ein raffiniertes Produkt der Mineralölindustrie ist, wird bei der Nutzung von HVO 100 im Verkehr „grüner Diesel“ verbrannt – mit positiven Auswirkungen auf die Kohlendioxid-Bilanz des Fuhrparks und die Bestrebungen der Stadt Arnsberg zur Klimaneutralität.

Bestrebungen für Klimaneutralität

„Die Technischen Dienste unterstützen somit den Weg der klimaneutralen Verwaltung der Stadt Arnsberg in ihrem Fuhrpark“, beschreibt die Betriebsleitung der TDA, Marco van Putten. Die positiven Auswirkungen der Umstellung sind dabei erheblich: Etwa die Hälfte des Jahresverbrauchs an Diesel bei den TDA, rund 250.000 Liter, entfällt auf den Betrieb von Sammelfahrzeugen der Abfallwirtschaft sowie Kehrfahrzeugen. Beim regelmäßigen Stop-and-Go-Verkehr der Sammelfahrzeuge sind auf 100 Kilometern je nach Strecke und Beladung bis zu 45 Liter Diesel erforderlich. Damit verbrauchen etwa 25 Prozent der Fahrzeuge über 3,5 Tonnen mindestens die Hälfte des eingesetzten Dieselkraftstoffs. Der Einsatz von HVO 100, das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird, reduziert künftig die Belastung mit Kohlendioxid um bis zu 90 Prozent.

Nachwachsende Rohstoffe

Die Umrüstung eines Teils der Fahrzeugflotte bei den TDA hat die von der Europäischen Union verabschiedete „Clean Vehicles Directive“ (CVD) bereits im Blick. „Nach dem Saubere-Fahrzeugs-Beschaffungs-Gesetz sind öffentliche Auftraggeber verpflichtet, bei 38,5 Prozent der Fahrzeug-Neuanschaffungen über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht einen klimaneutralen Betrieb sicherzustellen“, erklärt Thomas Gottwald, Fachdienstleitung Technischer Betrieb bei den TDA. Ab dem Jahr 2031 muss dann die gesamte Fahrzeugflotte klimaneutral betrieben werden, was ansonsten nur über Elektro- oder Wasserstoffantriebe möglich ist.

Klimaneutrale Fahrzeugflotte

Die Nutzung von HVO-Diesel hat nicht nur Vorteile auf dem Weg zur Klimaneutralität des Fuhrparks. „HVO100 verbrennt im Motor sauberer als herkömmlicher Dieselkraftstoff. Dadurch können die Feinstaubemissionen reduziert werden. Zudem können sich weniger Ablagerungen im Motor bilden“, weiß Nick-Luka Pazdzierny, Fuhrparkleitung der TDA. Zudem gibt es weniger Ablagerungen im Motor und der HVO-Diesel ist deutlich winterfester – das, so Pazdzierny, mache HVO 100 zu einem vollwertigen Kraftstoff. Die Kosten für die Beschaffung des biologischen Kraftstoffs, der über Rotterdam eingeführt wird, orientieren sich am Dieselpreis mit einem leichten Aufschlag. „Die Nutzung kostet die Technischen Dienste rund 5.000 Euro mehr im Jahr, dafür aber mit einem großen Mehrwert für Umwelt und Klima“, hat Marco van Putten nachgerechnet.

Mehrwert für Umwelt und Klima

Zahlreiche Fuhrparke z.B. in den Niederladen haben bereits ihre guten Erfahrungen mit dem Einsatz von HVO 100 gemacht. Bei den TDA ist für den täglichen Einsatz bereits die Umstellung der Tank-Logistik erfolgt, am Betriebshof steht nun ein 10.000 Liter-Tank mit HVO 100 zur Nutzung bereit. Die Menge an normalem Diesel, der weiterhin für einen Teil der Flotte für Fahrzeuge ohne HVO-Freigabe genutzt wird, fasst nur noch 3.000 Liter. In Arnsberg erfolgt die Beschaffung des biologischen Kraftstoffs in enger Kooperation mit dem Vertriebspartner „Grüne Energie“ aus Arnsberg, der u.a. an der Vorbereitung der Umstellung der Tankanlagen auf den klimaneutraleren Kraftstoff bei den Technischen Diensten Arnsberg maßgeblich beteiligt war.