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Donatorenfeier 2026: Arnsberg feiert die Waldschenkung durch Graf Gottfried

Arnsberg. Die Stadt Arnsberg richtet auch in diesem Jahr die traditionellen Donatorenfeierlichkeiten aus.  Mit verschiedenen Programmpunkten wird damit an die Waldschenkung im Jahr 1364 durch Graf Gottfried IV. von Arnsberg mit seiner Ehefrau Anna an die damalige Stadt Neheim gedacht. Im Rahmen der Feierlichkeiten finden alljährlich ein Gottesdienst, das gemeinsame Donatorenmahl und die öffentliche Stütchenverteilung in Neheim und Hüsten durch Ratsmitglieder der Stadt Arnsberg statt.

Am Freitag, 18. September fährt eine Delegation aus Bürgerinnen und Bürgern, Ratsmitgliedern, einer Abordnung des Jägervereins sowie Schülerinnen und Schülern der Graf-Gottfried-Grundschule und der Mühlenbergschule zur Kranzniederlegung im Kölner Dom. Graf Gottfried IV. ist einer von zwei weltlichen Herrschern, die im Kölner Dom ihre letzte Ruhestätte haben.

Im Rahmen der vom Domvikar zelebrierten Gedenkstunde wird in diesem Jahr ein vom ehemaligen Arnsberger Stadtarchivar Michael Gosmann im Archiv entdeckter „Hymnus“ gesungen, der anlässlich der Überführung des Dreikönigschreins komponiert wurde. Die Darbietung des Hymnus durch den Männerchor 1880 e.V. unterstreicht einmal mehr die tiefe historische Verbundenheit der Stadt Arnsberg mit der Stadt Köln.

Auch 652 Jahre nach der Schenkung bringt die Stadt Arnsberg ihren großen Dank zum Ausdruck und richtet die „gesellige Zusammenkunft“, das Donatorenmahl, zu Ehren des Grafenpaares aus. Der Dankgottesdienst findet in diesem Jahr nicht als Vorabendmesse statt, sondern wird am Sonntag, 20. September, um 11 Uhr im Sauerländer Dom St. Johannes Baptist zelebriert.

Öffentliche Stütchenverteilung

Weitere Bestandteile der Donatorenfeierlichkeiten sind die öffentliche Stütchenverteilung und das Graf-Gottfried-Spiel, welche am Samstag, 19. September, stattfinden. In Neheim führt um 11 Uhr eine Theatergruppe der Graf-Gottfried-Schule auf dem Gransauplatz in Neheim das Graf-Gottfried-Spiel auf. Anschließend verteilen Ratsmitglieder die traditionellen Stütchen an Kinder und Erwachsene. Am gleichen Tag führen in Hüsten um 10.30 Uhr Schülerinnen und Schüler der Mühlenberg-Schule ihr Graf-Gottfried-Spiel auf dem Marktplatz vor der Kirche auf. Auch hier werden anschließend die Stütchen durch Ratsmitglieder verteilt. Zu beiden Verteilaktionen sind alle Arnsbergerinnen und Arnsberger herzlich eingeladen.

„Graf Gottfried rockt“ am Gransauplatz

Im Jahr 2024 hat der „Förderverein Altstadt Neheim e.V.“ mit Unterstützung durch das Arnsberger Kulturbüro die Veranstaltung „Graf Gottfried rockt“ ins Leben gerufen. Vor der historischen Kulisse des Gransauplatzes entsteht dabei ein Ort für Begegnungen, der heimischen Bands eine schöne Kulisse für ihre Auftritte bietet. Am Freitag, 18. September, ab 19 Uhr, und am Samstag, 19. September, ab 11 Uhr, wird auch in diesem Jahr erneut ein Bühnenprogramm vornehmlich heimischer Bands präsentiert.

Zum Hintergrund

Im Jahr 1368 schenkte Graf Gottfried IV. von Arnsberg mit seiner Ehefrau Anna der Stadt Neheim einen Wald, den heutigen Stadtwald. Dabei dachte er durchaus eigennützig: Zum einen sollten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt alljährlich für ihn und seine Gemahlin beten und eine „gesellige Zusammenkunft“ abhalten. Zum anderen war die Waldschenkung ein Teil mittelalterlicher Strukturpolitik. Der Wald sicherte langfristig das Wohlergehen der Stadt. Sein Ertrag sollte u.a. zum Unterhalt der Stadtmauer genutzt werden. Eine befestigte, gut funktionierende Stadt war im Mittelalter ein Mittel der Herrschaftssicherung.