Fast alle mittelständischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen haben sich in den letzten Jahren zunehmend digitalisiert. Auch Kommunen wie die Stadt Arnsberg und andere öffentliche Einrichtungen haben sich auf den Weg gemacht, wichtige Angebote bürger:innennah digital anzubieten. Das hat einerseits viele Arbeiten enorm erleichtert, andererseits wurden so neue Angriffsflächen innerhalb von Unternehmen und Verwaltungen geschaffen.
So wurde beispielsweise in der Nacht auf den 30.10.2023 bei der Südwestfalen-IT (SIT) ein Ransomware-Angriff entdeckt. Die SIT ist ein Zweckverband der südwestfälischen Kommunen mit Sitz in Hemer und Siegen, der als Dienstleister die IT für 72 Kommunen - darunter alle Kommunen in Südwestfalen – verantwortlich ist. Als Auswirkungen des Angriffs fielen große Teile der IT von 72 Kommunen mit 22.000 Arbeitsplätzen aus, darunter alle Kommunen im Hochsauerlandkreis, Märkischen Kreis, Kreis Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreis Soest (einschließlich dieser Kreise selbst) sowie mehrere Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis und einige kommunale Unternehmen. Nach der Wiederherstellung der Daten auf dem Stand vor dem Angriff müssen alle Verwaltungsvorgänge ab dem Zeitpunkt, an dem zuletzt eine nicht kontaminierte Datensicherung stattfand, nachgearbeitet werden. Dies und die Wiederherstellung aller Systeme und Angebote wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die finanziellen Folgen des Cyberangriffs für die betroffenen Kommunen sind auch ein Jahr nach dem Ereignis nicht absehbar.
Die Bedrohungslage für deutsche Unternehmen durch Cyberattacken hat sich im Jahr 2024 weiter verschärft: 8 von 10 Unternehmen in Deutschland sind bereits Opfer von Datendiebstahl oder ähnlichen Angriffen geworden. Das geht aus der jüngsten Studie des Digitalverbands Bitkom „Wirtschaftsschutz 2024“ hervor.
Angriffsflächen zu schließen und sich vor einem Großteil digitaler Kriminalität zu schützen, ist für alle Unternehmen ein zentrales Zukunftsthema. Dass IT-Sicherheit entscheidend für den betrieblichen Erfolg auch von kleinen und mittleren Unternehmen ist, wird vielen mehr und mehr bewusst.
Aus diesen Gründen beschäftigte sich der Unternehmensstammtisch mit dem Thema “Cybersicherheit für Unternehmen". Sebastian Barchnicki, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Cybersicherheit in der Wirtschaft DIGITAL.SICHER.NRW, lieferte einen hochinformativen und zugleich unterhaltsamen Vortrag mit dem Titel "„Machen wir gemeinsam die „Tür zu im Netz“: Wie Sie das digitale Dauerlüften in Ihrem Betrieb beenden“. Seine Worte machten deutlich, das IT-Sicherheit für alle Unternehmen ein zentrales Zukunftsthema darstellt.
Über 60 Unternehmerinnen und Unternehmer nutzen die Gelegenheit, sich zu informieren, Fragen zu stellen und anschließend untereinander zu netzwerken.