Aus Protest gegen die zumeist leeren und öden Flächen zwischen tristen Wohnblocks baute der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl 1969 mit Gleichgesinnten über Nacht einen Spielplatz dazwischen. Eine wahre Stadt-Guerilla-Aktion, die einen kleinen Eingriff in die Stadt darstellte, aber einen weitreichenden Impuls in die dänische Stadtentwicklung gab. Die Philosophie von Jan Gehl hat Maßstäbe gesetzt. Die dänische Architektur und Stadtplanung misst sich seitdem daran und überlegt, wie der gebaute Rahmen für mehr Lebensqualität aussehen kann.

Denn eine Stadt besteht nicht nur aus dem Gebauten, sondern ist erst dann eine Stadt, wenn es Leben zwischen den Häusern gibt.
Wie plant und wie baut man dafür?

Städteplanung muss sich heute mit Korrekturen auseinandersetzen, wo Stadtzentren aussterben und Areale nicht mehr industriell genutzt werden. Stadtplanung muss aber auch mit Respekt auf das Thema Nachhaltigkeit und mit Blick auf Klimaveränderungen geschehen. Nicht nur allgemein, sondern weil ganz konkret zum Beispiel Überschwemmungen drohen. Dänemark hat hierzu herausragende Projekte entwickelt und vorbildhafte Architekturen geschaffen. Aber die Frage, ob immer neu gebaut werden muss, stellen sich auch dänische Architekturbüros, z. B. bei leerstehenden alten Industriebauten. Schließlich zeigt sich, dass nicht alles planbar ist und es zielführender ist, in manchen Fällen die Stadt einer aktiven Bürgerschaft und ihren Aneignungen zu überlassen.

Zum ersten Mal in Deutschland im Rahmen der Biennale der urbanen Landschaft in Gelsenkirchen gezeigt, wurde die Wanderausstellung „Lebenswerte Stadt – Beispiele aus Dänemark“ zwischen den 02. und 22. Novemebr 2022 im Kunst-Werk in Arnberg-Neheim ausgestellt.

28 gelungene Beispiele von Architektur und Städteplanung – untergliedert in sieben Themen – werden vorgestellt. Dabei wirft die Ausstellung bewusst einen Blick auf Projekte außerhalb der größten Städte, die oft die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Eine Ausstellung der Königlich Dänischen Botschaft in Zusammenarbeit mit dem dänischen Institut für Stadtplanung in Kooperation mit der Stadt Arnsberg, Baukultur NRW und dem REGIONALE-Projekt HAUS DER BAUKULTUR.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Außenministerium und das Kulturministerium Dänemarks, Byplanlab, out-sider und Larry vs. Harry.

Foto Klaus Fröhlich