Frau Prof. Dr. Naika Foroutan – Direktorin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung zeigt auf, dass die Migrationsfrage zur neuen sozialen Frage geworden ist – an ihr werden Verteilungsgerechtigkeit und kulturelle Selbstbeschreibung ebenso wie die demokratische Verfasstheit verhandelt.
Pluralisierung durch Migration verändert die Voraussetzungen demokratischen Zusammenhalts – besonders in postmigrantischen Gesellschaften, in denen Migration nicht Ausnahme, sondern Normalität ist und Aushandlungen über Zugehörigkeit, Anerkennung und Repräsentation zentral werden. Der Vortrag verbindet „Migration in Zahlen“ mit der Frage, wie Pluralisierung Fragen um Teilhabe, Vertrauen und Konflikte beeinflusst – und warum nicht Pluralität selbst, sondern Ungleichheit und Krisennarrative demokratische Spannungen verschärfen. Obwohl sehr viel über Migration gesprochen wird, ist das Wissen darum teilweise erstaunlich gering. Daher ist ein Ziel des Vortrags, das Wissen um Pluralität als Norm und als Empirie gleichzeitig weiterzutragen.