(v.l.:) Michael Eismann (Leitung Stadtarchiv Arnsberg), Christopher Hilverling (Erster Beigeordneter Stadt Arnsberg), Schauspieler Markus von Hagen, Prof. Mechthild Black-Veldtrup (Leiterin Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen und Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen) und Hans-Josef Vogel (Regierungspräsident a. D.) freuten sich über die große Resonanz zur Lesung. Foto: LWL/B. Beyer
Arnsberg. In sommerlicher Atomsphäre tauchten rund 70 Gäste in das Leben des ersten Oberpräsidenten Westfalens, Ludwig Freiherr Vincke, Ende der Sommerferien im Kapitelsaal des Klosters Wedinghausen ein. Zwischen Kreuzgang, mittelalterlichen Ausgrabungen und der Terrasse mit Ausblick über Arnsberg lauschten sie der Lesung aus den Tagebüchern des Freiherrn Vincke mit dem münsterischen Schauspieler Markus von Hagen.
Einleitend moderierten Frau Professor Mechthild Black-Veldtrup, Leiterin des Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen und Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen, und Michael Eismann, Leiter des Stadtarchivs Arnsberg, ein Interview mit zwei politischen Akteuren der Gegenwart, in dem auch die aktuelle Bedeutung Vinckes anklingen sollte. Regierungspräsident a. D. Hans-Josef Vogel erkannte zum Beispiel in Vinckes Bescheidenheit ein auch aktuell anzustrebendes Leitmotiv für das Regieren, das vielleicht in der in Finnland entwickelten Humble Governance eine Entsprechung finde. Auf das heute wechselseitig komplementäre Verhältnis zwischen der staatlichen Ebene bzw. der Bezirksregierung, für deren Sitz in Arnsberg sich Vincke entscheidend eingesetzt hatte, einerseits und der kommunalen Ebene andererseits wies der Erste Beigeordneter der Stadt Arnsberg Christopher Hilverling hin, der beide Perspektiven aus erster Hand kennt.
Bei der anschließenden Lesung übernahm dann der münsterische Schauspieler Markus von Hagen die zentrale Rolle. Gekonnt intonierte er Vinckes Tagebuchauszüge und hauchte ihnen Leben ein. Neben staatstragenderen Ereignissen wurden auch sehr persönliche und dem Veranstaltungsort räumlich nahe Anekdoten, wie ein „hübscher Spaziergang im Eichhölzchen“ thematisierten. Professorin Black-Veldtrup begleitete die Inhalte mit Erläuterungen und Einordnungen.
Zum Ausklang gab es einen erfrischenden Umtrunk mit Brezeln für die Gäste, die mit dem Blick in Vinckes Zeit möglicherweise auch für die Zukunft inspiriert wurden.
In Kürze soll ein Tonmittschnitt auf dem Youtubekanal des Altertumsvereins untr dem Link https://www.youtube.com/@altertumsvereinmunster6948 zum Nachhören zur Verfügung gestellt werden.
Diese besondere Lesung wurde veranstaltet durch den Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, das Landesarchiv NRW, die Historische Kommission für Westfalen und das Stadt- und Landständearchiv Arnsberg.