Arnsberg. Ein bis auf den letzten Platz besetzter Saal im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg bildete am Dienstagabend, 6. Oktober, den würdigen Rahmen für eine gelungene Premiere. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger besuchten die Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe „Denk-Räume Arnsberg“, die von der Engagementförderung der Stadt Arnsberg unter Leitung des Senior-Trainers Friedrich Kuß ins Leben gerufen wurde.
Den inhaltlichen Impuls lieferte Achim Lux mit einem freien Vortrag von Sokrates' berühmter Verteidigungsrede. Kostümiert in einer klassischen Toga, verkörperte er lebendig den athenischen Philosophen, der sich vor Gericht gegen Vorwürfe verteidigt, die auf Gerüchten, Vorurteilen und gezielten Verleumdungen beruhen. Die schauspielerische Inszenierung schlug gekonnt eine Brücke zur Gegenwart und verdeutlichte verblüffende Parallelen zum modernen Phänomen der „Fake News“ sowie der Frage, ob Wahrheit über persönliche Bequemlichkeit gestellt wird.
Im Anschluss daran moderierte Franz-Josef Kuß, Leiter eines philosophischen Arbeitskreises „Studium im Alter“ der Universität Münster, die durchweg rege und engagierte Diskussion im Publikum. Dabei wurden die Kernthemen Wahrheit, Freiheit, Demokratie und Prinzipientreue vertieft. Die Anwesenden zogen prägnante Vergleiche zu aktuellen politischen Entwicklungen und hinterfragten kritisch, wie wichtig Zivilcourage und eigenverantwortliches Handeln gegenüber einem bloßen Mitlaufen mit der Mehrheit sind.
Ausblick: Nächster Denk-Raum
Am Mittwoch, 4. November 2026, wird in der Synagoge Neheim das Thema „Gelassenheit als Lebenseinstellung“ auf Basis eines Podcasts des Philosophischen Radios mit Jürgen Wiebicke diskutiert. Friedrich Kuß lädt alle Interessierten herzlich dazu ein. Eine Anmeldung ist erforderlich: Tel. 02932 201-2281.