Damit Kinder und Jugendliche gute Entwicklungschancen haben, ist eine frühzeitige Erkennung von familiären Belastungen und eine Überleitung in geeignete Unterstützungsangebote unerlässlich. (Werdende) Eltern und Familien profitieren besonders dann von Angeboten, wenn diese freiwillig, kostenfrei, frühzeitig und unkompliziert erreichbar sind.
Genau hier setzt das neue überregionale ganzheitliche und gesundheitsorientierte Konzept „Info-Lotse für Praxen“ an. Es unterstützt Arztpraxen dabei, psychosoziale Belastungen bei Familien frühzeitig zu erkennen und Betroffene gezielt auf Wunsch an regionale Unterstützungsangebote zu vermitteln.
Gerade in der Schwangerschaft, der frühen Kindheit und bei veränderten Lebenssituationen wünschen sich Familien frühzeitig Unterstützung, finden jedoch nicht immer den passenden Zugang zu bestehenden Angeboten.
Der „Info-Lotse für Praxen“ schafft hier kurze Wege zwischen Arztpraxen, Kommunen, Kreisen und sozialen Hilfesystemen. Gleichzeitig erhalten medizinische Fachkräfte mehr Orientierung und Handlungssicherheit bei psychosozialen Fragestellungen, können dadurch mögliche Bedarf früh erkennen und erfahren dadurch im Praxisalltag entlastet.
Um die Übergänge zwischen den einzelnen Fachgebieten und den jeweiligen Angeboten vor Ort transparent und sicher zu gestalten, sind im Laufe der letzten Jahre viele präventive Lotsenangebote bundesweit entlang der Lebenskette aufgebaut worden. Insbesondere Lotsenangebote aus dem Gesundheitssystem heraus werden über den vertrauensvollen und niedrigschwelligen Zugang von allen Zielgruppen gut angenommen.
Da aufgrund unserer ländlichen Infrastruktur zum einen das Einzugsgebiet der Praxis häufig weit über die Stadt- und Kreisgrenzen hinausgeht und zum anderen Eltern oftmals auch über die Stadt- und Kreisgrenzen Facharztpraxen aufsuchen müssen, ist bewusst ein weiteres überregionales Konzept entwickelt worden, das Verwaltungsgrenzen überwindet und einen einheitlichen Zugang zu Unterstützungsangeboten ermöglicht.
Das Konzept "Info - Loste für Praxen"
Das Konzept wurde auf Grundlage langjähriger Praxiserfahrungen und konkreter Bedarfe in der Region entwickelt. Wichtige Impulse kamen unter anderem aus dem seit 2020 erfolgreich umgesetzten Lotsenangebot „BEAGLE“am Alexianer Klinikum (https://www.beagle.nrw) sowie aus den Rückmeldungen von Fachkräften zur besseren Vernetzung von Unterstützungsangeboten.
Im Rahmen der Qualitätsgespräche BEAGLE 2024 ist zudem aufgefallen, dass die niedergelassenen Arztpraxen in Ergänzung zu “Lotsendienst BEAGLE” ebenfalls einen eigenen Lotsendienst benötigen in der Region zur Sicherung der Übergänge sowie zur strukturierten und frühzeitigen fachübergreifenden Vernetzung.
Hinsichtlich dieser Rückmeldung aus der Praxis haben sich unterschiedliche Fachkräfte mit dem Thema Lotsendienste für Arztpraxen auseinandergesetzt und in Anlehnung bereits bestehender Landeskonzepte ein Konzept für die Arztpraxen erstell worden.
Entwickelt wurde der „Info-Lotse für Praxen“ durch die Koordinierungsfachkräfte der Kommunalen Präventionsketten und Frühen Hilfen in Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aus den Bereichen Frauenheilkunde, Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin.
Die fachliche Begleitung der Konzeptentwicklung erfolgt über die Stiftung der Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift gGmbH (SeeYou Familienorientierte Nachsorge Hamburg). Die Layoutumsetzung erfolgte über die Agentur koko "konzept & kommunikation”. Finanziel unterstützt würde die Konzeptgestaltung durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Förderprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“.
Für die beteiligten Kommunen und Praxen eröffnet der Lotsendienst eine weitere Möglichkeit, Eltern, Kinder und Jugendliche frühzeitig in ihrer Selbstwirksamkeit durch präventive Angebote zu stärken. Die enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen und sozialen Hilfesystemen trägt dazu bei, dass Unterstützung dort ankommt, wo sie benötigt wird – schnell, vertraulich und passgenau.
Zum Kooperationsverbund gehören aktuell die Städte Arnsberg, Sundern, Soest und Warstein sowie der Hochsauerlandkreis und der Märkische Kreis.
| Praxis für Frauenheilkunde & Geburtshilfe | Praxis für Kinder- und Jugendmedizin |
Dr. König, Standort Arnsberg Dr. Küpping, Standort Sundern Dr. Hegener-Hachmann, Standort Sundern Dr. Rusch, Standort Soest | Dr. Schindler, Standort Arnsberg Dr. Sönmez,Standort Arnsberg MVZ Alexianer Klinikum Arnsberg Dr. Lawrenz, Standort Arnsberg Dr. Slilo, Standort Sundern Bub, Standort Olsberg |
Weitere Praxen können sich jederzeit am überregionalen Konzept “Info-Lotse für Praxen” beteiligen.
Zur Kontaktaufnahme hat jede beteiligte Kommune bzw. jeder Kreis für die Praxen und die (werdende) Eltern eine Person - Koordination Kommunale Präventionskette | Frühen Hilfen- benannt, welche für Rückfragen zur Verfügung steht und bei Anfragen direkt entweder beraten kann oder gezielt zu präventiven Unterstützungsleistungen weiterleiten kann.
Praxem: Sie möchten sich dem Kooperationsverbund anschließen und das Angebot "Info-Lotse üfr Praxen in Anspruch nehmen, dann senden Sie bitte die Absichtserklärung ausgefullt an die zuständige Koordination Kommunale Präventionskette per Mail zu.
Eltern: Sie interessieren Sich als Eltern für das Konzept “Info - Lotse für Praxen” und möchten wissen, wer für Ihre Kommune, Ihren Kreis zuständig ist, dann schauen Sie sich bitte in die "Kontaktliste: Ihre Info-Lotsen in der Region".
Im Rahmen des Konzeptes “Info- Lotse für Praxen” sind verschiedene Informationsmaterialen erstellt worden.
Diese stehen digital und gedruckt zur Verfügung.