Ausbildung zur Brandmeisterin / zum Brandmeister
Die Ausbildung zur Brandmeisterin bzw. zum Brandmeister bei der Feuerwehr Arnsberg bildet die Grundlage für eine Tätigkeit im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Ziel ist es, qualifizierte Einsatzkräfte auszubilden, die sowohl im Brandschutz als auch im Rettungsdienst verantwortungsvoll eingesetzt werden können.
Die Stadt Arnsberg stellt in der Regel jährlich neue Brandmeisteranwärterinnen und Brandmeisteranwärter ein. Die Ausbildung dauert 18 Monate und schließt mit der Laufbahnprüfung ab. Nach erfolgreichem Abschluss verstärken die Absolventinnen und Absolventen das hauptamtliche Team der Feuer- und Rettungswachen in Neheim und Arnsberg.
Zugangsvoraussetzungen und Auswahlverfahren
Für eine Bewerbung sind mindestens ein Hauptschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich.
Das Auswahlverfahren umfasst:
· einen schriftlichen Eignungstest
· einen Sporttest zur Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit
· gegebenenfalls ein anschließendes Bewerbungsgespräch
Vor Ausbildungsbeginn ist die gesundheitliche Eignung nachzuweisen. Dazu gehören unter anderem:
· eine amtsärztliche Grunduntersuchung
· betriebsärztliche Untersuchungen zur Atemschutztauglichkeit
· die Tauglichkeit zum Führen von LKW
· Untersuchungen für infektiöse Tätigkeiten im Rettungsdienst
Ausbildungsstruktur
Die Ausbildung erfolgt an anerkannten Feuerwehrschulen in Nordrhein-Westfalen. Ein langjähriger Ausbildungspartner ist die Berufsfeuerwehr der Stadt Mülheim an der Ruhr.
Feuerwehrtechnische Grundausbildung
In den ersten sechs Monaten wird die feuerwehrtechnische Basisausbildung durchgeführt. Vermittelt werden alle grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten für den Einsatzdienst. Dazu zählen unter anderem:
· Atemschutzgeräteträger-Lehrgang
· Maschinisten-Lehrgang
· Sprechfunker-Lehrgang
· ABC-Lehrgang
Diese Ausbildungsphase schafft die fachliche Grundlage für den späteren Einsatz in unterschiedlichen Schadenslagen.
Rettungsdienstliche Qualifikation
Im Anschluss folgt die Ausbildung zur Rettungssanitäterin bzw. zum Rettungssanitäter an einer Rettungsdienstschule. Neben theoretischen Unterrichtseinheiten umfasst dieser Abschnitt:
· ein 160-stündiges Praktikum an den Rettungswachen der Feuerwehr Arnsberg
· ein 80-stündiges Klinikpraktikum
Die Ausbildung schließt mit der staatlichen Prüfung zur Rettungssanitäterin bzw. zum Rettungssanitäter ab.
Zusatz- und Spezialausbildungen
Im weiteren Verlauf werden zusätzliche einsatzrelevante Qualifikationen vermittelt. Hierzu zählen unter anderem Schulungen im Umgang mit der Motorsäge, Inhalte aus dem Bereich Gerätewartung sowie weitere spezialisierte Ausbildungsbausteine.
Wachpraktikum
Ein zentraler Bestandteil ist das viermonatige Wachpraktikum. Die Anwärterinnen und Anwärter nehmen dabei im 24-Stunden-Schichtdienst am regulären Dienstbetrieb der Feuerwachen teil. Unter Anleitung erfahrener Kolleginnen und Kollegen sammeln sie praktische Erfahrungen im Einsatz- und Wachalltag.
Laufbahnprüfung und Verwendung
Vor der abschließenden Laufbahnprüfung werden sämtliche Ausbildungsinhalte intensiv wiederholt und vertieft. Mit dem Bestehen der Prüfung erwerben die Anwärterinnen und Anwärter die Befähigung für die Laufbahn des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes.
Anschließend erfolgt die Übernahme in das hauptamtliche Kollegium der Feuerwehr Arnsberg. Im 24-Stunden-Schichtdienst versehen die Brandmeisterinnen und Brandmeister ihren Dienst auf den Feuerwachen in Neheim und Arnsberg und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gefahrenabwehr sowie zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Ausbildung Freiwillige Feuerwehr
Die Ausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr ist vielseitig, praxisnah und vollständig ehrenamtlich organisiert. Sie richtet sich an alle, die sich engagieren, Technik erleben und ihren Mitmenschen helfen möchten. Dabei gilt: Ehrenamt lernt von Ehrenamt – die Ausbildung wird von erfahrenen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern durchgeführt, die ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben.
Grundausbildung – das Fundament der Feuerwehrarbeit
Den Einstieg bildet die feuerwehrtechnische Grundausbildung, die sich aus mehreren aufeinander aufbauenden Lehrgängen zusammensetzt. Diese finden auf Stadtebene statt und vermitteln den grundlegenden Wissens- und Fähigkeitsstamm für den Feuerwehrdienst:
· Truppmann Teil 1 (TM 1)
· Truppmann Teil 2 (TM 2)
· Sprechfunkerlehrgang
In diesen Lehrgängen werden unter anderem die Grundlagen des Brand- und Hilfeleistungseinsatzes, der Umgang mit Feuerwehrgeräten, rechtliche Grundlagen sowie die Kommunikation im Einsatz erlernt. Sie bilden die Basis für alle weiteren Aus- und Fortbildungen in der Feuerwehr.
Ausbildung in den Einheiten – Lernen im Übungsdienst
Parallel und ergänzend zur Grundausbildung findet die weitere Ausbildung regelmäßig in den Einheiten vor Ort statt. Bei den Übungsabenden werden Einsatzabläufe trainiert, Gerätekunde vertieft und das Zusammenspiel im Team gestärkt. Diese praxisnahe Ausbildung ist ein zentraler Bestandteil des Feuerwehrdienstes und sorgt dafür, dass das Erlernte sicher angewendet werden kann.
Weiterführende Lehrgänge auf Kreisebene
Für eine vertiefende und spezialisiertere Ausbildung stehen den Feuerwehrangehörigen Lehrgänge auf Kreisebene zur Verfügung. Diese werden vom Hochsauerlandkreis am Zentrum für Feuerschutz- und Rettungswesen (ZFR) in Meschede-Enste durchgeführt. Beispiele hierfür sind:
· Truppführer-Lehrgang
· Atemschutzgeräteträger-Lehrgang
Diese Ausbildungen bauen auf der Grundausbildung auf und bereiten die Kameradinnen und Kameraden auf verantwortungsvollere Aufgaben im Einsatzdienst vor.
Zusatzausbildungen – individuelle Schwerpunkte setzen
Jede Feuerwehrangehörige und jeder Feuerwehrangehörige hat zudem die Möglichkeit, sich freiwillig weiter zu qualifizieren und persönliche Interessen einzubringen. Mögliche Zusatzausbildungen sind unter anderem:
· ABC-Lehrgang
· Technische Hilfeleistung
· Absturzsicherung
Auf Stadtebene besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die TH-Wald-Ausbildung (Stufe 1 und 2) zu absolvieren, welche die Kettensägen-Ausbildung beinhaltet – ein wichtiger Bestandteil bei Sturm- und Waldschadenslagen.
Spezialeinheiten – Engagement über den Grunddienst hinaus
Nach Abschluss der Grundausbildung können sich interessierte Feuerwehrangehörige auch Sondereinheiten im Stadtgebiet anschließen. Dazu zählen beispielsweise:
· der Fernmeldedienst
· die Drohneneinheit
Diese Einheiten übernehmen besondere Aufgaben und erfordern zusätzliche Ausbildung und Engagement.
Quereinsteiger willkommen
Die Freiwillige Feuerwehr lebt von Vielfalt und Engagement. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind jederzeit herzlich willkommen. Wer technikinteressiert, teamfähig und motiviert ist, etwas Sinnvolles in seiner Freizeit zu leisten, sollte sich einfach bei der ortsansässigen Feuerwehr melden – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Brandamtmann