Arnsberg im Winter

winterdienst
Eine Bitte der Stadt an die PKW-Fahrer: Parkende Fahrzeuge behindern Winterdienst
Die ersten Schneeflocken sind gefallen und die meisten hoffen, dass uns ein Winter-Chaos wie in den zwei letzten Wintern erspart bleibt.
Bereits bei den ersten Winterdienst-Einsätzen stellte sich ein bei den Winterdienst-Fahrern bekanntes und immer wieder erwähntes Problem ein: Parkende Fahrzeuge in Kurvenbereichen, in engen Straßen und an Kreuzungen behindern und verzögern den Winterdienst erheblich. In diesen Fällen kann unser Winterdienst oft gar nicht oder erst wesentlich später erfolgen. Außerdem könnten parkende Fahrzeuge durch das Räumfahrzeug beschädigt werden.
Das Räumfahrzeug benötigt eine Durchfahrbreite von ca. 3,50 Meter.
Die Stadt bittet deshalb dringend darum, in den Wintermonaten an kritischen Stellen keine Fahrzeuge zu parken, damit der Winterdienst reibungslos und zügig durchgeführt werden kann!




Welche Pflichten hat die Stadt?

Mit dem Winterdienst kommen die Kommunen ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Reinigungs- und Verkehrssicherungspflicht nach. In Nordrhein-Westfalen verpflichtet das Straßenreinigungsgesetz die Kommunen zum Schneeräumen auf Straßen und Gehwegen innerhalb geschlossener Ortslagen und zum Streuen auf Gehwegen, Fußgängerüberwegen und gefährlichen Stellen auf den Fahrbahnen bei Schnee- und Eisglätte. In vielen Fällen leisten die Kommunen jedoch mehr Winterdienst als es gesetzlich vorgeschrieben ist.
In Arnsberg ist die Pflicht zur Durchführung des Winterdienstes auf Gehwegen durch die Straßenreinigungssatzung auf die Grundstückseigentümer übertragen. Dies ist in diesem Fall nicht Pflicht der kommunalen Winterdienstbetriebe.


Welche Pflichten haben die Bürgerinnen und Bürger?

Anlieger müssen ihrer Winterdienstpflicht auf den Gehwegen nachkommen, tagsüber müssen sie räumen und streuen – an Wochentagen ab 7.00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 9.00 Uhr bis abends jeweils 20.00 Uhr. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Straßenreinigungssatzung und können auch unter dem Punkt „Räumpflicht“ nachgelesen werden. In den Stadtbüros liegen entsprechende Flyer aus.
Autos müssen für den Winter gerüstet werden, bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Winterreifen Pflicht.


Wie sollten sich Bürgerinnen und Bürger verhalten, um für die eigene Verkehrssicherheit und die der anderen zu sorgen?

Generell gilt: Auch bei größter Professionalität des Winterdienstes sind einige Wetterereignisse durch die vorhandene Technik und Personalkapazität nicht beherrschbar. Daher sollten alle Verkehrsteilnehmer bei Schnee und Eis entsprechende Vorsicht walten lassen. Die Fahrgeschwindigkeit sollte angepasst werden. Geeignetes Schuhwerk beugt Stürzen und Unfällen vor. Außerdem sollten Verkehrsteilnehmer ein Durchkommen der Winterdienstfahrzeuge ermöglichen. Falsch geparkte Autos erschweren oft die Winterdiensträumung von Straßen. Das kostet wertvolle Zeit und erschwert die Arbeit unnötig.


Wie organisiert die Stadt Arnsberg den Winterdienst?

Bei starkem Schneefall oder Eis sind die Mitarbeiter des kommunalen Winterdienstes zum Teil von morgens 4 Uhr bis abends 21 Uhr im Einsatz, um für Verkehrssicherheit zu sorgen. Die Mitarbeiter haben Rufbereitschaft, wenn die Vorhersagen darauf schließen lassen, dass Winterdienst notwendig wird. Die Technischen Dienste Arnsberg nutzen das Straßenwetterinformationssystem (SWIS) des Deutschen Wetterdienstes Essen.
Der Winterdienst in der Stadt Arnsberg erfolgt je nach Verkehrswichtigkeit bzw. Gefährlichkeit in einer gewissen Rangfolge.  Daraus ergibt sich, dass oft „nachrangige“ Straßen und Wege erst winterdienstlich versorgt werden können, wenn vorrangigere Durchgangsstraßen geräumt sind, was bei entsprechenden Wetterlagen auch mehrmals täglich nötig sein kann.


Anforderungen und Techniken

Kommunale Winterdienstmitarbeiter räumen Schnee und streuen zum Auftauen Salz. Oberste Priorität beim Einsatz von auftauenden Streumitteln hat die Verkehrssicherheit. Dennoch haben die kommunalen Betriebe zusammen mit den Streuerherstellern und der Salzindustrie Verfahren entwickelt, die mit Blick auf die Umwelt den Einsatz von Salz verringern. Ein Großteil der Fahrzeuge in Arnsberg streut daher nicht mehr grobkörniges Trockensalz, sondern Feuchtsalz, das die gleiche Wirkung bei sparsamerem Salzverbrauch erzielt.


Warum kam es in den vergangenen Jahren zu Engpässen bei der Salzversorgung?

Viele Länder und Kommunen berichteten in den vergangenen zwei Wintern mit viel Schnee und Eis über Versorgungsprobleme mit Salz, weil die Salzlieferanten die Betriebe nicht mehr bedienen konnten. Diese Probleme traten unabhängig davon auf, ob die Unternehmen Lieferverträge mit Salzlieferanten hatten oder nicht. Der Grund dafür waren die ungewohnt starken Schneefälle, etwas niedrigere Temperaturen und das gleichzeitige Auftreten winterlicher Verhältnisse flächendeckend in ganz Europa. Viele Kommunen haben die Salzlager daher in diesem Jahr aufgestockt, um den Engpässen vorzubeugen – auch die Technischen Dienste Arnsberg haben ausreichend Vorsorge getroffen und die Lagerkapazitäten erhöht.
 

Warum sind die Winterdienstgebühren so gestiegen?

Aufgrund der vergangenen starken Winter war die Winterdienstgebühr bereits in 2011 auf 1,14 € je Frontmeter in der Gebührenstufe 1 und  0,86 € je Frontmeter in der Gebührenstufe 2 erhöht worden.
In 2010 ergab sich darüber hinaus noch die Besonderheit, dass jeweils ein überdurchschnittlich großer Anteil des Winters 2009/2010 (in den Monaten Januar bis März 2010) sowie des Folgewinters 2010/2011 (in den Monaten November und Dezember 2010) in einem Kalenderjahr - und damit im Wirtschaftsjahr 2010 – zusammentrafen.
Insgesamt wurden in 2010 an 87 Tagen mit rund 23.000 Arbeitsstunden Winterdienst geleistet.
Dadurch ergab sich ein erheblicher Fehlbetrag, so dass  in 2012 die Winterdienstgebühren nochmals auf 1,98 € je Frontmeter in der Gebührenstufe 1 und  1,49 € je Frontmeter in der Gebührenstufe 2 erhöht werden mussten.