So funktioniert die neue Technik

Stadt Arnsberg jetzt mit bestem Trinkwasser

Sowohl das Wasserwerk "Möhnebogen" im Arnsberger Stadtteil Neheim als auch das  nun neu in Betrieb genommene Wasserwerk "Langel" an der Stadtgrenze in Freienohl weisen modernste Technik zur Qualitätssicherung des Trinkwassers aus der Leitung auf. Doch was genau macht die neue Technik so besonders? Die folgende Schilderung zeigt die Neuheiten auf, die nahezu deckungsgleich für beide Wasserwerke gelten:

Pumpen und Rohrleitungen wurden erneuert und die Sammelbrunnen in den Werken komplett umgebaut. In einem Sammelbrunnen werden durch Zugabe von Flockungsmittel feinste Schwebeteile im Wasser zu großen Flocken gebunden. Diese können dann in der folgenden Ultrafiltrationsstufe besser aus dem Wasser gefiltert werden.

Das Herzstück der neuen Aufbereitungstechnik ist eine hochmoderne Ultrafiltrationsanlage, die sich aus vier Aufbereitungsstraßen zusammensetzt. Jede von ihnen fasst 150 m³/h Wasser. In der Ultrafiltrationsanlage wird das zu reinigende Wasser mit Druck durch Membranfasern gepresst, die aus Kapillare mit einem Innendurchmesser von 0,9 mm bestehen. Während das Wasser seitlich durch die Membran entweicht, bleiben Schwebstoffe, Keime, Bakterien und Viren in ihrem Inneren gefangen.

Anschließend wird das Wasser über eine neue Aktivkohleanlage geführt. Die vier Aktivkohlefilter sind mit insgesamt 150 m³ Aktivkohle gefüllt und können wahlweise parallel oder als jeweils  zwei Filter in Reihe betrieben werden. Die Aktivkohle adsorbiert die chemischen und organischen Belastungen aus dem Wasser.

In der Vergangenheit wurde das Wasser mit Hilfe von Filtern, die mit dolomitischen Filtermaterial gefüllt waren, entsäuert. Diese Vorgehensweise wurde ersetzt durch eine neue mechanische Entsäuerung. Zwei Riesler bereiten hier jeweils 300 m³/h auf. Prallkörper verrieseln hier das Wasser, während im Gegenstrom Luft eingeblasen wird. Nach diesem Vorgang wird das Wasser in zwei Kammern mit jeweils 200 m² Fassungsvermögen zwischengespeichert. Bei Bedarf kann durch Dosierung von Natronlauge der pH-Wert angehoben werden.

Grundversorgung auch im Notfall abgesichert

In der letzten Stufe wird das Wasser in einer UV-Anlage vorsorglich mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Sollte es nach den verschiedenen Aufbereitungsprozessen wider Erwarten doch noch mikrobiologisch belastet sein, werden die entsprechenden Mechanismen spätestens jetzt abgetötet. Im Fall einer Störung  ist es außerdem möglich, mittels einer Natriumhypochloridanlage (Chlorbleichlauge) eine Notdesinfektion durchzuführen.

Chlorgas als Desinfektionsmittel wird nicht mehr eingesetzt, so dass das Wasser der erneuerten Anlagen weder nach Chlor riecht noch danach schmeckt. Unverändert jeweils der Vorgang der Wassergewinnung, bestehend aus Entnahme des Wassers aus der Ruhr, künstlicher Grundwasseranreicherung über Langsamsandfilter, Bodenpassage und Entnahme des Grundwassers und des Uferfiltrats mit Heberbrunnen.

Beide Wasserwerke können jeweils bis zu 600 m³/h, das sind umgerechnet rund 12.000 m³/d bestes Trinkwasser, produzieren. Im Notfall könnte so auch bei Ausfall einer der beiden Anlagen die Grundversorgung des gesamten Stadtgebietes mit bestem Trinkwasser sicher gestellt werden.

Eine Notverbundleitung zwischen den beiden Anlagen Möhnebogen und Langel sichert die Grundwasserversorgung in Arnsberg noch einmal extra ab.

Link zum Thema: www.spiegel.de

spiegel.de meldet auf ihrer Internetseite: "Leitungswasser besser als stilles Wasser"...

Link zum Thema: www.test.de

test.de gibt eine Pressemitteilung heraus: "Stilles Wasser - vieles spricht für Leitungswasser"...