Wettbewerb "Integriertes Entwicklungskonzept 'Große Wiese'"

Die Arbeitsgemeinschaft GTL, Kassel und Banz+Riecks, Bochum/Neheim gewinnt den Wettbewerb zur Profilierung des Standortes.

Das NASS aus der Luft gesehen.
Nach der Entdeckung von Thermalsole bei Erdwärmebohrungen im Bereich des Freizeitbades NASS in Arnsberg-Hüsten besteht für den Stadtteil Hüsten und die gesamte Stadt Arnsberg - in Verbindung mit der Novellierung des Kurortegesetzes NRW - die Chance, sich als "Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb" (kurz: Heilquellenkurort) zu entwickeln.

Dies erfordert die Erfüllung besonderer Voraussetzungen, u. a. bestimmte gesundheits- und erholungsorientierte Infrastruktureinrichtungen, verkehrliche Maßnahmen oder Grünanlagen mit Ruhebereichen. Der Ort der Thermalsole-Quelle am vorhandenen Sport- und Freizeitstandort "Große Wiese" mit dem NASS bietet hierbei das Potenzial, eine entsprechende Entwicklung einzuleiten.

Auf der Grundlage der Beschlussvorlage "Integriertes Konzept NASS / Bäderlandschaft / Solenutzung / Heilquellenbetrieb" (Drucksache-Nr. 7/2007/80/I+II) wurde vom Rat der Stadt Arnsberg in der Sitzung vom 21. Juni 2007 beschlossen, einen Wettbewerb durchzuführen. Dabei sollen die folgenden, drei ineinander greifenden, Ziele angestrebt werden:

  1. Das NASS soll im neuen wettbewerblichen Umfeld der neuen Einrichtungen in Soest, und zukünftig in Olsberg, sowie weiterer modernisierter Anlagen wirtschaftlich positioniert werden.
  2. Die Sole ("Arnsberger Thermalsole") soll für wirtschaftliche Zwecke, (zahlende) Besucher des NASS durch die Integration in das NASS ("Sole für das NASS") und für die Allgemeinheit durch die Anlage eines öffentlichen soleorientierten Naherholungsparkes ("Sole für Alle") genutzt werden.

  3. Der Bereich "Große Wiese" soll als Kernbereich einer am neuen Entwurf des Kurortegesetztes NRW orientierten Qualitätsstrategie für Hüsten ("Heilquellenort Hüsten") weiterentwickelt werden.

In Kooperation mit den Stadtwerken Arnsberg und dem Freizeitbad NASS hat daher die Stadt Arnsberg, Zukunftsagentur | Stadtentwicklung das mit Wettbewerben erfahrene Büro Post & Welters aus Dortmund damit beauftragt, einen begrenzten Wettbewerb nach den Regeln für die Auslobung von Wettbewerben (RAW 2004) zu organisieren.

Sieben Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten wurden ausgewählt, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Im Einzelnen sind dies:

  • AGL, Atelier für Garten- und Landschaftsarchitektur, Krefeld mit GSF Planungsgesellschaft für Sport- und Freizeitbauten, Hamm;
  • B.S.L. Boyer Schulze Landschaftsarchitekten und Ingenieure, Duisburg mit Grüttner Architekten, Soest;
  • GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel und Banz+Riecks Architekten, Bochum/Neheim;
  • Irene Lohaus Peter Carl, LSA, Hannover mit M.M. Architekten, Hannover;
  • Krautloher Architekten, Vilshofen mit ARC Grün, Kitzingen;
  • Landschaftsarchitekten & Ingenieure Dipl.-Ing. Andreas Schröder, Essen mit SSG Architekten Giese + Partner, Essen und
  • wbp Landschaftsarchitekten und Ingenieure, Bochum mit pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück.

Ansicht des Titelblatts der Wettbewerbsauslobung
Auf der Basis eines sehr ambitionierten Zeitplans, der eine Ergebnispräsentation in weniger als sechs Wochen vorsieht, wurden den teilnehmenden Arbeitsgemeinschaften in einem Einführungskolloquium (pdf, 346 KB) am 05. Juli die Wettbewerbsunterlagen (pdf, 1.955 KB) ausgehändigt.

Gegenstand des Wettbewerbes ist die Erarbeitung eines Konzeptes mit Aussagen zu folgenden Bereichen:

  • Leitidee für eine Profilierung der Stadt Arnsberg in Richtung Heilquellenkurort im Rahmen einer möglichen REGIONALE Südwestfalen 2013 im Kontext der Entwicklung des Bereiches "Große Wiese";
  • Freiraum-städtebauliches Gesamtkonzept für den Standort "Große Wiese" unter besonderer Berücksichtigung eines neuen öffentlichen soleorientierten Naherholungsbereiches und einer Optimierung der Anbindung des Standortes an das Zentrum Hüstens;
  • Konkrete Entwürfe zu den geplanten Bau- und Gestaltungsmaßnahmen des Freizeitbades NASS nach den Vorgaben der Stadtwerke Arnsberg GmbH (SWA) und der Neues Freizeitbad Arnsberg GmbH.

Dabei sind die genannten Ziele nicht isoliert zu begreifen, sondern in ihrer Wechselwirkung zu betrachten und eine integrierte Strategie aufzuzeigen, die Freizeit, Gesundheit, Wellness, Naherholung und Sport ebenso miteinander vernetzt, wie den Bereich "Große Wiese" mit dem Wohnstandort Hüsten.

Als Wettbewerbsleistungen sind u. a. ein städtebaulich-freiraumplanerisches Gesamtkonzept (Maßstab 1:1000); Gestaltungskonzepte für frei wählbare Bereiche (Maßstab 1:250) mit Vorschlägen zur Gestaltung und Ausbildung der Gebäude, Flächen, Wege und Ausstattungselemente; alle zum Verständnis der Hochbauten erforderlichen Grundrisse, Ansichten und Schnitte (Maßstab 1:100); ein Plan mit Erläuterung der Leitidee, Entwurfskonzeption, Skizzen, Isometrien/Perspektiven etc. sowie ein Erläuterungsbericht auf max. 2 DIN-A 4 Seiten mit Ausführungen zur Leitidee, den Gestaltungskonzepten und Materialien sowie zur abschnittsweisen Realisierung in anonymer Form einzureichen.

Nach einer Vorprüfung der Wettbewerbsbeiträge wurden diese am 13. August 2007 von einem Preisgericht beurteilt und prämiert und die Ergebnisse in einem Protokoll zur Preisgerichtssitzung (pdf, 1.588 KB) festgehalten. Das Preisgericht setzte sich aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten, Architekten, den Fraktionen des Rates, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Arnsberg sowie dem Bürgermeister der Stadt Arnsberg als stimmberechtigte Mitglieder sowie stellvertretenden Mitgliedern und Sachverständigen zusammen.

Auf einer Pressekonferenz stellte der Juryvorsitzende, Professor Peter Jahnen, den Siegerentwurf vor.

Foto der Ausstellungseröffnung
Alle Wettbewerbsbeiträge wurden vom 16. August bis zum 10. September im Foyer der Volksbank Arnsberg-Sundern, Geschäftsstelle Hüsten, Drostenfeld 2-8 für die Öffentlichkeit ausgestellt.

In einer Broschüre werden die Wettbewerbsbeiträge sowie die Bewertungen des Preisgerichtes dokumentiert und stehen hier (pdf, 2.239 KB) als pdf-Datei zur Verfügung.

Auf der Grundlage der Bewertung und den Empfehlungen des Preisgerichtes wird der Siegerentwurf in den kommenden Wochen geprüft und weiter konkretisiert. Hierzu wurde von den politischen Gremien der Stadt eine Verwaltungsvorlage (pdf, 43 KB) bechlossen, die sie hier einsehen können.