Bahnhofsumfeld Alt-Arnsberg

Bahnhofsumfeld Alt-Arnsberg - anerkanntes Fördergebiet im Stadtumbau West

Das Bahnhofsumfeld zeichnet sich durch eine Gewerbe- und Industrienutzung sowie durch brachliegende ehemalige Bahnflächen aus. Der Gesamtbereich befindet sich in räumlich isolierter Lage der Ruhrschleife und ist heute ausschließlich über die Clemens-August-Straße erreichbar. Mit der Aufnahme in das Aktionsprogramm "100 Bahnhöfe in NRW" im Jahr 1999 wurde die schwierige Lage des Bahnhofes und die deprimierende Situation der nördlich und östlich angrenzenden Flächen erstmals offen diskutiert. Das Ergebnis dieser Diskussionen spiegelte sich in der perspektivisch erarbeiteten Rahmenplanung (pdf, 1.960 KB) aus dem Jahr 2001 wieder, die in Zusammenarbeit mit dem Büro Pesch & Partner, Herdecke erfolgte.

Danach soll der Bahnhof als Verkehrsknoten gestärkt werden, seine Funktion als Eingangstor zur Stadt zurückerhalten und gleichzeitig eine Impulsfunktion für die Revitalisierung und Aufwertung des umliegenden Gewerbegebietes geben können. Grundvoraussetzung ist der Anschluss des heute nur über einen schmalen Bahnübergang zu erreichenden Gewerbegebietes an die übergeordneten Straßen und damit die Wiedereingliederung einer über mehr als ein Jahrhundert "verdrängten" Fläche in die Stadtstrukturen. Gleichzeitig erhält der Bahnhof damit die Chance, auch für die nördlich angrenzenden Wohngebiete in eine attraktive Lage zu rutschen. Die Stadt Arnsberg hat bereits im Jahr 2001 einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan A22 "Bahnhofsumfeld Arnsberg" gefasst, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Neuordnung des Gebietes zu schaffen.
In diesem Zusammenhang bildet der Rahmenplan die Grundlage für die Erarbeitung dieses Bebauungsplanes, der das gesamte Gebiet innerhalb der Ruhrschleife einschließt.

Dabei sind die wichtigsten Bausteine zur Entwicklung des Bahnhofumfeldes Alt-Arnsberg:

Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg

Die Stadt Arnsberg hat im Jahr 2004 das Bahnhofsgebäude erworben. Nach intensiven Überlegungen über mögliche Nutzungen hat der Rat der Stadt beschlossen, das Gebäude den Menschen der Stadt zur Verfügung zu stellen, die sich bürgerschaftlich engagieren. Gruppen und Vereine können die neuen Räumlichkeiten nutzen. Es gehört zum Nutzungskonzept des Gebäudes, dass die Räume multifunktional nutzbar sind, sie werden also nicht fest vergeben.

Nur die Arnsberger Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im HSK (AKIS) und die Engagementförderung der Stadt Arnsberg werden als feste Einrichtung im Obergeschoss zu finden sein.

Die Bahnhofsfunktion wird durch die Fahrkartenagentur und einem Kiosk/Cafe erhalten.

Im Rahmen des 15. Arnsberger Kunstsommers fand die offizielle Eröffnung des Gebäudes am 26.08.2011 statt.

Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes

Neben der Sanierung des Bahnhofsgebäudes und der ehem. Bahnschreinerei wurde der Bahnhofsvorplatz umgestaltet. Kurze Wege zwischen den Verkehrsträgern (Pkw - Bus - Bahn - Fahrrad) sind ein wichtiges Ziel der Neugestaltung. Der Verkehrsknotenpunkt Bahnhof soll dauerhaft aufgewertet und gestärkt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Schaffung einer hohen Aufenthaltsqualität. Zwischen den Gebäuden östlich des Bürgerzentrums ist eine Platzfläche mit Sitzmöglichkeiten und Spielgerät entstanden, die für Veranstaltungen des Bürgerzentrums/Bahnhofsgebäudes und der Feuerwehr gleichermaßen genutzt werden kann.

Westlich des Bahnhofsgebäudes wurde eine neue Bushaltestelle eingereichtet mit direktem Zugang zum Bahnsteig.

Vor dem Gebäude ist eine Stellplatzanlge für ca. 50 PKWs entstanden als Park+Ride-Parkplatz aber auch für die Nutzer der neuen Einrichtungen entstanden.

Nach Aufstellung von Fahrradgaragen, einer Wertstoffumhausung sowie des Fahrgastunterstandes mit Fahrradabstellanlage ist die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes abgeschlossen.

Nutzung der ehem. Bahnhofsschreinerei als Kommunikations- und Begegnungszentrum der Arnsberger Feuerwehr Historie e.V.

Unmittelbar östlich an das Bahnhofsgebäude angrenzend befand sich ein ungenutztes Gebäude, die ehemalige Schreinerwerkstatt. Diese wurde vom Verein "Historisches Feuerwehrmuseum e. V.", der bislang auf dem Gelände an der Ruhrstraße beheimatet war, für die Unterbringung und Reparatur von alten Feuerwehrfahrzeugen sowie für Ausstellungszwecke umgebaut. Nachdem der "Erste Spatenstich" am 27. August 2009 erfolgt ist, konnte das Kommunikationszentrum am 01. Juli 2012 seinen Betrieb aufnehmen, auch wenn noch Restarbeiten bis in das Jahr 2013 angefallen waren.

Weiterführende Informationen zum Projekt und zu den Öffnungszeiten finden sie hier.

Entwicklung des nördl. Bahnhofsumfeldes

Sowohl die vorhandenen gewerblichen Flächen wie die bahneigenen Brachflächen bieten günstige Voraussetzungen zur städtebaulichen Neuordnung des gesamten Gebietes. Dabei spielt die Integration der vorhandenen Betriebe bei der Ansiedlung neuen Kleingewerbes und neuer Handwerksbetriebe eine besondere Bedeutung.

Zwischenzeitlich sind weitergehende Nutzungsideen entwickelt worden, die eine Revitalisierung des Güterverkehrs über die Schiene vorsehen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass das Gewerbegebiet durch eine neue Ruhrbrücke aus seiner isolierten Lage befreit wird und gleichzeitig eine räumlich-funktionale Verknüpfung mit der Innenstadt erfolgt.

Brückenbauwerk Uentroper Straße

Mit dem Spatenstich am Do 29.10.2015 erfolgte der offizielle Baubeginn der Ruhrbrücke zwischen Uentroper Straße und der Straße Zu den Werkstätten. Die Rodungsarbeiten sind abgeschlossen, so dass die Lage der Brücke in der Örtlichkeit bereits sichtbar ist. Nach einer geschätzten Bauzeit von 15 Monaten soll das Brückenbauwerk im Dezmeber 2016 fertiggestellt sein. Nach einem schon fast 15-jährigen Planungszeitraum konnte dieses, für die Entwicklung des Gewerbegebietes Zu den Werkstätten so wichtige Schlüsselprojekt, endlich in die Realisierung gehen. Die Umsetzung ist nur durch die finanzielle Förderung aus dem Programm "Kommunaler Straßen- und Radwegebau" möglich geworden, woraus 60 Prozent der förderfähigen Kosten finanziert werden.

Zur städtebaulichen Neuordnung des Gewerbegebietes Bahnhof ist die Neuausrichtung der verkehrlichen Anbindung erforderlich. Ziel ist es, die Attraktivität und Qualität des Gewerbegebietes zu erhöhen und gleichzeitig die von Schwerlastverkehr betroffenen Innenstadtbereiche (u. a. entlang der Ruhrstraße und Clemens-August-Straße sowie in der Henzestraße und am Brückenplatz) zu entlasten. Gerade im Zusammenhang mit der geplanten Revitalisierung der Güterverladung "von der Straße auf die Bahn" im Bahnhofsumfeld Alt-Arnsberg ist ein direkter Anschluss an die Autobahn mittelfristig zwingend erforderlich. Ein neues Brückenbauwerk ist die entscheidende "Stellgröße", ohne die alle unterstützenden Bemühungen um eine Aufwertung des Gebietes ins Leere laufen würden.

Neubau einer P&R-Anlage mit barrierefreien Zugang zum Bahnsteig

Darüber hinaus wird der Bahnhof mit einem zusätzlichen Stellplatzangebot (P+R) im nördlichen Plangebiet über eine barrierefreie Zuwegung angebunden und damit die Erreichbarkeit der Bahnsteige verbessert, aber auch das Gewerbegebiet wird insgesamt besser angebunden.

Ausbau der Straße Zu den Werkstätten

Im Rahmen der Neustrukturierung des Gewerbegebietes erfolgt die erstmalige Herstllung der Erschließungsstraße Zu den Werkstätten mit anbindung an die neue Straßenbrücke über die Ruhr. Der Baubeginn des ersten Bauabschnittes ist für Juli 2016 geplant. Zunächst wird der vorhandene Kanal erneut.

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