MASTERPLAN|OEVENTROP

Integrierte Innenstadtentwicklung im Stadtteil Oeventrop

Der Stadtbezirk Oeventrop ist heute mit rund 6.700 Einwohnern einer von insgesamt vier Entwicklungsschwerpunkten der Stadt Arnsberg. Bereits 1232 werden die drei Weiler Oeventrop, Dinschede und Glösingen als Bauernschaft erstmals beurkundet und gehören als Stadtteil seit der Gemeindereform 1975 zur Stadt Arnsberg. Räumlich vom Siedlungsband Arnsberg abgesetzt, hat sich Oeventrop am Rand des Naturparks Arnsberger Wald als ein Grundversorgungszentrum und als Wohn- und Gewerbestandort entwickelt. Der Stadtteil ist über einen DB-Haltepunkt an die überregionale Strecke Hagen-Dortmund-Winterberg-Kassel sowie über die Autobahn A46 an die Region bzw. die Stadtteile Arnsbergs angebunden.
Die Qualitäten Oeventrops bewahren und den Ort als attraktiven, lebenswerten Wohnstandort unter den Bedingungen des demografischen Wandels zu erhalten, sind die Ziele der Stadtentwicklung für Oeventrop. Hier stehen die Rückführung des Ortszentrums unter Berücksichtigung des Geschäftsbereiches und des Widaymarktes auf eine der Funktion entsprechende, tragfähige Struktur, die Schaffung bzw. Sicherung eines Angebotes an attraktivem Wohnraum für unterschiedliche Nachfragergruppen mit den erforderlichen Infrastruktureinrichtungen sowie einer gesicherten Nahversorgung, die Sicherung der Gewerbeflächen sowie die Entwicklung der Ruhr als Naherholungsbereich im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren bilden die Ausweisung neuer Baugebiete, die Reaktivierung der Gewerbeflächen Wildshausen, die Reduzierung von Durchgangsverkehren durch den Lückenschluss der Autobahn A46, aber auch das starke Vereins- und Gemeinwesen, eine gute Grundlage für eine zukunftsgerichtete Entwicklung der "drei Ruhrdörfer".

Ausgangssituation

Fotos von Broschüren
Einzelhandelsgutachten und -konzept (2001)
Mit dem Einzelhandelsgutachten und -konzept wurde erstmals ein stadtweiter Konsens für eine Schwerpunktbildung im Hinblick auf die unterschiedlichen Funktionen der Stadtteile und Stadtteilzentren in Arnsberg erzielt. Für den Stadtteil Oeventrop wird die Grundversorgung, insbesondere im Lebensmittelbereich, quantitativ als weit überdurchschnittlich eingeschätzt. Die Hauptziele, so das Gutachten, sollten in einer Verbesserung der Verknüpfung der beiden Standor-te "Kirchstraße" und "Widayweg", der kritischen Überprüfung ihrer Außendarstellung durch die Ladenbesitzer in der Kirchstraße sowie einer städtebaulichen Aufwertung insbesondere der Ortseingänge liegen. Aus heutiger Sicht ist hier die "Überprüfung und Neudefinition des Geschäftsbereiches" hinzuzufügen, da die Kirchstraße in ihrer Länge künftig als Einzelhandelsstandort nicht mehr zu füllen sein wird. Als eine Möglichkeit zur Fortentwicklung dieser Ziele nennt das Gutachten die Initiierung eines Stadtteilmarketing-Prozesses.

Stadtteilmarketing-Prozess (ab 2002)
Unter breiter Beteiligung der Bürger- und Händlerschaft wurde im März 2002 mit einem Stadtteilmarketing-Prozess für Oeventrop begonnen. Hierzu wurden von den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern diejenigen Themen und Handlungsfelder identifiziert, die vordringlich behandelt werden sollten und insgesamt vier Arbeitsgruppen gebildet, die in unterschiedlicher Personenstärke und Kontinuität die jeweils definierten Themen bearbeiteten.

Studentischer Ideenwettbewerb (2005/2006)
Mit einem Studentischen Ideenwettbewerb für den Ortskern Oeventrop liegen Entwicklungsvorschläge für den Bereich zwischen Kirchstraße und Widaymarkt vor, die im Rahmen des MASTERPLAN|OEVENTROP eine weitere Konkretisierung erfahren.

Stadtentwicklungsprogramm (STEP) (2003)
Mit dem Stadtentwicklungsprogramm (STEP) wurde ein gesamträumliches Entwicklungsmodell definiert. Ziel ist eine Stabilisierung des Funktions- und Nutzungsgefüges und eine regionale Standortpositionierung für die Stadt Arnsberg anhand einer funktionalen Aufgabenteilung der Stadtteile. Dabei wurden die Auswirkungen der demografischen Entwicklung innerhalb dieses Prozesses eingehend thematisiert.
Im Rahmen der Diskussion um das Thema "Zukunft Wohnen" wurde deutlich, dass eine weitere Ausdifferenzierung der Wohn- und Lebensstile zu erwarten ist, auf die mit besonderen Antworten reagiert werden muss. Konkret bedeutet das für die Gesamtstadt und für den Stadtteil Oeventrop, dass zum einen auch weiterhin Neubauten, insbesondere für Familien in einem kindgerechten Wohnumfeld erforderlich sind. Hier besteht im Stadtteil mittlerweile ein großes Potenzial an Wohnbauland. Zum anderen ist davon auszugehen, dass in Zukunft auch besondere Wohnformen (beispielsweise für Senioren, aber auch für Singles und kinderlose Paare), bevorzugt auf zentrennahen Standorten, nachgefragt werden. Insgesamt wird somit eine - auch stadtteilbezogen gesehene - Neuorientierung der Wohnungspolitik notwendig.

Mit dem Ziel, ein Senioren-Wohnprojekt im Stadtteil Oeventrop zu realisieren, gründete sich aus dem Stadtteilmarketing-Prozess heraus der Verein "Selbstbestimmtes Wohnen im Alter e. V.". Auf der Grundlage einer umfassenden Informationsrecherche inklusive einer Befragung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Stadtteil Oeventrop wurde als möglicher Standort für ein solches Wohnprojekt die städtische Grünfläche "Im Grünneken" ins Auge gefasst.

Neuaufstellung des Flächennutzungsplans (FNP)
Mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans (FNP) als gesamtstädtische, übergeordnete Planungsebene wird der bisherige, seit 1979 rechtswirksame FNP mit seinen zwischenzeitlich fast 150 eingeleiteten Änderungsverfahren auf eine neue Planungsphilosophie gehoben. Vor dem Hintergrund der demografischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ökologischen und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen wird das Leitbild einer arbeitsteiligen Funktionszuordnung der Zentren gestärkt und gleichzeitig werden die spezifischen Stärken und Angebote der Dörfer gesichert.
Für Oeventrop bedeutet dies vor allem die Festigung als Wohnstandort mit gesicherter Grundversorgung (einschließlich eines Schulangebotes und Kindergärten) und adäquaten Freizeiteinrichtungen.

Mit dem MASTERPLAN|OEVENTROP werden die bisherigen sich ergänzenden Aktivitäten zur Erreichung der genannten Ziele gebündelt und Strategien für die weitere integrierte Entwicklung Oeventrops definiert werden. Hierzu werden die Entwicklungen im Stadtteil Oeventrop beschrieben, die aktuellen stadtentwicklungspolitisch relevanten Projekte in ihren räumlichen und funktionalen Zusammenhang gestellt und Chancen für zukünftige Entwicklungen aufgezeigt.

Entwicklungsbereiche (Ortszentrum - Widaymarkt - Sportbereich - Ruhr)

Die Entwicklungsbereiche in der Übersicht
Der Stadtteil Oeventrop wird in vier Entwicklungsbereiche unterteilt und deren Besonderheiten (Eigenarten) heraus gearbeitet, die zu einer zielgerichteten Entwicklung im Sinne der Stadtentwicklung beitragen:

  1. Das Ortszentrum mit der Kirchstraße als "gewachsenem" Einzelhandelsbereich, überwiegend für Dienstleistungen und Nahversorgung, und dem dahinter liegendem Entwicklungsbereich zwischen der Kirchstraße und der Bahnlinie.
  2. Der Widaymarkt mit seinem großflächigen Einzelhandel entlang des Widaywegs.
  3. Der Sportbereich zwischen dem Widayweg und der Ruhr.
  4. Der Verlauf der Ruhr mit dem begleitenden Fuß- und Radwegesystem.

 

Das Ortszentrum - Stärkung der derzeitigen Nutzungen

Der Entwicklungsbereich 'Ortszentrum'
Das Ortszentrum wird durch die Oeventroper Straße im Süden, die Bahnlinie im Westen sowie den Bahnübergang im Norden und die Kirchstraße im Osten begrenzt. Hier befinden sich wichtige öffentliche Einrichtungen (z. B. Kirche, Stadtbüro) sowie ein Haltepunkt der Deutschen Bahn. Das Rückgrat dieses Entwicklungsbereiches bildet die Kirchstraße als gewachsene Einkaufsstraße des Ortzentrums. Zwischen dieser Straße und der Bahnlinie westlich davon befindet sich der sogenannte Bereich "Im Grünneken". Aufgrund seiner zentralen Lage kommt dem Gelände, auch vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Anforderungen an die Stadtentwicklung im Zuge des demografischen Wandels ("älter - bunter - weniger"), eine besondere strategische Bedeutung für Oeventrop zu. Hier bietet sich die Chance einer Nachverdichtung und Wiedernutzung brachliegender Flächen mit guter Anbindung an den ÖPNV und das Ortszentrum.

Bereits Mitte der 1990er-Jahre wurden im Rahmen eines städtebaulichen Gutachterverfahrens erste Überlegungen für eine Wiedernutzung des Geländes der ehemaligen Stuhlfabrik südlich des Bereiches "Im Grünneken" angestellt. Der damalige Siegerentwurf des heutigen Büros Pesch & Partner, Herdecke, sah eine schrittweise Entwicklung des Gebietes mit dem Ziel der Integration des ehemaligen Stuhlfabrikgeländes in die Ortsmitte vor. Auf dieser Grundlage wurde schließlich das Wohnprojekt "Miteinander - Füreinander" mit insgesamt sieben Baukörpern und 52 Wohnungen realisiert. Gleichwohl dieses Projekt heute aus unterschiedlichen Gründen nicht den damaligen Zielen geerecht wird, bestätigt der Wunsch des aus dem Stadtteilmarketing-Prozess hervorgegangenen Vereins "Selbstbestimmtes Wohnen im Alter e. V." nach einem Senioren-Wohnprojekt innerhalb dieses Gebietes die grundsätzlichen städtebaulichen Überlegungen .

Ein vom Stadtteilmarketing-Prozess angestoßener Studentischer Ideenwettbewerb hat die Grundidee aus dem Gutachterverfahren bestätigt und weitere interessante Ideen für eine strukturelle und gestalterische Neuordnung des Ortszentrums entwickelt. Im Ergebnis wurden eine Vielzahl von Ideen für verträgliche und zukunftsweisende Formen der Funktionsmischung aufgezeigt, die innerhalb dieses MASTERPLAN|OEVENTROP weiter konkretisiert wurden.

Neues Wohnen "Im Grünneken"
Der MASTERPLAN|OEVENTROP sieht eine zeitlich gestaffelte Entwicklung des Bereiches "Im Grünneken" für neue Wohnprojekte vor. Zur Erschließung des gesamten Areals ist mittelfristig eine neue Straße in Verlängerung der Straße "Am Bahnhof" bis zum öffentlichen Parkplatz am Feuerwehrgerätehaus vorgesehen. Diese soll auch die Herausbildung einer neuen Adresse dieses heute rückwärtigen Bereiches begünstigen und kurze Anbindungen neuer Nutzungen an die Kirchstraße und den DB-Haltepunkt mit dem renovierten denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude sicherstellen. In einem ersten Schritt werden zurzeit Gespräche zwischen der Stadt Arnsberg als Eigentümerin der Flächen und dem Verein "Selbstbestimmtes Wohnen im Alter" geführt. Ziel ist dabei die Errichtung einer Wohnanlage mit 12-14 Wohneinheiten im rückwärtigen Bereich des Parkplatzes am Feuerwehrgerätehaus, der heutigen Grünfläche. Hier sollen barrierefreie Wohnungen mit Gemeinschaftsräumen für ältere Menschen entstehen. Wichtig ist dabei eine städtebauliche Neuordnung des Parkplatzes sowie die Umsetzung mindestens eines ersten Abschnittes der neuen Erschließungsstraße für dieses Wohnprojekt. Gleichzeitig soll die architektonische Gestaltung der neuen Wohnhäuser auch die Qualität dieses Projektes widerspiegeln und dem neuen Quartier eine zeit-gemäße Erscheinung geben.
Mittel- bis langfristig kann bei Bedarf eine weitere Verdichtung des südlich angrenzenden Bereiches mit neuer Wohnbebauung erfolgen. Um diese Flächen des ehemaligen Kinderspielplatzes bis dahin einer Zwischennutzung zuzuführen, wurde diese an einen örtlichen Pferdehalter vermietet. Gleichzeitig konnte mit einem Grundstückstausch die benötigte Trasse für die dann erforderliche Erschließungsstraße in Verlängerung der Straße "Am Bahnhof" gesichert werden.
Mit der Modernisierung der Wohnanlage "Miteinander - Füreinander" und weiteren begleitenden Maßnahmen beabsichtigt darüber hinaus der Eigentümer, diese Wohnungen wieder für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen attraktiv zu machen.

Aufwertung der Kirchstraße Die Kirchstraße ist das gewachsene Zentrum und Rückgrat Oeventrops. Im überwiegenden Anteil der Gebäude entlang der Straße befinden sich in den Erdgeschossen Einzelhandelsgeschäfte für den kurz- (z. B. Metzger, Bäcker), mittel- (z. B. Textilien) und langfristigen Bedarf (z. B. Fahrradhan-del, Optiker), private Dienstleistungen wie beispielsweise Sparkasse oder Gaststätten, aber auch wichtige öffentliche Einrichtungen (z. B. Kirche, Stadtbüro). Die oberen Geschosse der zumeist dreigeschossigen Gebäude dienen überwiegend dem Wohnen. Die starke Konkurrenz des Angebotes im Widaymarkt, die Entwicklungen des Einzelhandels mit einer zunehmenden Filialisierung und die Aufgabe von Inhaber geführten Geschäften auch aufgrund fehlender Nachfolger hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren der Geschäftsbesatz zurück gegangen ist. Mit dem Leerstand von Geschäften hat sich auch die Außendarstellung der Kirchstraße verschlechtert. Dies bestätigt auch eine Umfrage der Arbeitsgruppe "Kirchstraße/Orts-bild/Straßenraum" des Stadtteilmarketing-Prozesses. Die Befragten beurteilen die Aufenthaltsqualität der Kirchstraße insgesamt als "schlecht". Demgegenüber werden als Stärken die "zentrale Lage" und die "vorhandenen Geschäfte" gesehen. Eine Situationsverbesserung sieht ein überwiegender Anteil der Befragten in einem "Ausbau des Warenangebotes" sowie "in einer gestalterischen Aufwertung der Straße und Gebäude". Mit dem Umbau des Lebensmittelmarktes an der Ecke Kirchstraße/Oeventroper Straße konnte hier in einem ersten Schritt eine Standortsicherung dieses wichtigen Marktes mit räumlichem Bezug zur Kirchstraße erreicht werden. Allerdings hat die typische, belanglose Discounter-Architektur dem Ortsbild nicht gut getan.

Als eine der wesentlichen Aufgaben sieht der MASTERPLAN|OEVENTROP die "Überprüfung und Neudefinition des Geschäftsbereiches" vor. Für eine gestalterische Verbesserung der Kirchstraße wird die Idee der Entwicklung von "Trittsteinen" aus dem Siegerentwurf des Studentischen Ideenwettbewerbs aufgegriffen. Dieser Entwurf sieht platzartige Gestaltungsbereiche entlang der Kirchstraße vor (sogenannte "Trittsteine"), die dazu beitragen sollen, eine bessere Verknüpfung der Kirchstraße mit den Ortsteile Glösingen, Dinschede und Oeventrop und dem Widaymarkt zu erreichen. Als "Orte der Begegnung, der Kommunikation und des Aufenthaltes" sollen diese "Trittsteine" gleichzeitig eine Aufwertung der gesamten Kirchstraße zum Ziel haben und mit den einzelnen Bauphasen der Entwicklung "Im Grünneken" realisiert werden. Als erster Baustein soll hierbei der Eingang zum neuen Quartier "Im Grünneken" über den Parkplatz am Stadtbüro besondere Berücksichtigung finden.

Der "Widaymarkt" - Sicherung der Grundversorgung Oeventrops

Der Entwicklungsbereich 'Widaymarkt'
Entlang der Straße Widayweg befindet sich der Widaymarkt mit seinem großflächigen Angebot (Lebensmittel- und Getränkemarkt mit Discounter, Drogerie- sowie Textilmarkt). Um hier - auch hinsichtlich der geplanten Aufwertung der Kirchstraße - den Grundversorgungscharakter des Stadtteils nicht zu gefährden, sollen im Bereich des Widaymarktes keine weiteren quantitativen Erweiterungen des Angebotes erfolgen.
Im Rahmen des MASTERPLAN|OEVENTROP sollen im Wesentlichen die Stabilisierung des Standortes als Versorgungsbereich gewährleistet und eine Verknüpfung der Entwicklungsbereiche "Kirchstraße", "Widaymarkt" und "Sportbereich" erfolgen.

Mit der Frage einer stärkeren Verknüpfung der Kirchstraße als "gewachsenem" Einzelhandelsbereich stellte sicha auch der Studentische Ideenwettbewerb. Hier wurden etliche Vorschläge - von einer Unterführung bis zu einer Brücke über die Gleisanlage - für eine Fußwegeverbindung zwischen diesen beiden Entwicklungsbereichen gemacht, deren Realisierung jedoch aus unterschiedlichen Gründen (städtebaulicher, technischer wie finanzieller Art) als nicht praktikabel erscheinen. Vielmehr erscheint eine Aufwertung der Anbindung über den Bahnübergang im Norden der Kirchstraße in Richtung Widaymarkt als geeignete Lösung.

Der Sportbereich - Qualitativ hochwertiges Angebot

Der Entwicklungsbereich 'Sport'
Oeventrop verfügt über ein großes Angebot an Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Hier haben mehrere Vereine ihren Sitz und bieten ein umfangreiches Angebot an Sportarten von Leichtathletik, Turnen und Judo, über Mannschaftssportarten wie Fuß- und Handball, Tennis und Tischtennis bis zum Reiten, Segelflug- und Motor-Sport. Neben dem Segelfluggelände des LSC Oeventrop e. V. im Bereich zwischen der Glösinger Straße und der Ruhr befinden sich die Anlagen der meisten weiteren Vereine in Oeventrop rechts und links der Straße "In den Oeren". Zwei Sporthallen, das zurzeit leerstehende Lehrschwimmbecken, zwei Sportplätze, sowie Tennis- und Reitplätze prägen diesen Bereich. Diese sind zum Teil bereits durch intensive Eigenleistungen der Vereine er-neuert und deutlich qualitativ aufgewertet worden (z. B. die Reitsportanlage).

Der MASTERPLAN|OEVENTROP sieht eine weitere Stärkung dieses Entwicklungsbereiches für den Freizeit- und Erholungsbereich vor. Hierzu passen die kurz vor dem Abschluss stehenden Arbeiten des TuS 1996 Oeventrop e. V. (mit ca. 2.500 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein im Stadtgebiet), das Lehrschwimmbecken für neue Sportnutzungen umzubauen sowie den "neuen Sportplatz" (aus 1981) mit Kunstrasen und vier umlaufenden Tartanbahnen zu versehen (Eröffnung am 02. August 2008 geplant).
Im Randbereich des Sportzentrums, das im übrigen auch für den Schulunterricht und die örtliche Jugendarbeit wichtige Funktionen übernimmt, befindet sich zudem die Schützenhalle Oeventrop (größte Halle im Stadtgebiet). Die Erreichbarkeit der Ruhr über Wegeverbindungen, aber auch die Anbindung dieses Bereiches an das Zentrum Oeventrops über den Bereich "Widaymarkt" soll langfristig zu einer Steigerung der Attraktivität dieses Gebietes führen.

Die Ruhr - Landschaftsraum von besonderer Bedeutung

Der Entwicklungsbereich 'Ruhr'
Die Siedlungsstruktur Arnsbergs und damit auch der Stadtteil Oeventrop ist maßgeblich durch die Lage im Ruhrtal geprägt. Auf einer Länge von über 30 km durchfließt die Ruhr das Stadtgebiet. Das Ruhrtal ist Landschaftsraum mit hoher ökologischer Bedeutung, aber auch ein Raum, den die Menschen zur Naherholung aufsuchen. Diese vielfältigen Nutzungsansprüche führen zu Konflikten zwischen der Freizeitnutzung und den ökologischen Ansprüchen. Hier zeigt der MASTER-PLAN|RUHR eine Zielrichtung auf, wie die Interessen des Naturschutzes und des Hochwasserschutzes mit den Belangen von Erho-lungsfunktion und touristischen Nutzungen in Einklang gebracht werden können.
Mit dem RuhrtalRadweg von Winterberg bis Duisburg wurde 2006 eine insgesamt 230 km lange Radroute zwischen Winterberg und der Mündung der Ruhr in den Rhein eröffnet, was zu einer deutlichen Erhöhung des Aufkommens von Radtouristen auch in der Stadt Arnsberg geführt hat. Mit einer Optimierung dieses Radweges im Bereich von Oeventrop sowie der Schaffung von Alternativrouten wird der Stadtteil Oeventrop in besonderer Weise profitieren. Hierzu wird seit Januar 2008 der Radverkehr im Bereich der Kreuzung der Dinscheder mit der Glösinger Straße verkehrssicher geführt, indem durch Unterführung der Ruhrbrücke ein kreuzungsfreier Radweg hergestellt wurde.

Der im MASTERPLAN|RUHR vorgeschlagene Aufenthaltsbereich mit einer ortsbezogenen Informationstafel und Bänken steht kurz vor der Vollendung. Im räumlichen Zusammenhang dazu wird auch eine Renaturierung der Ruhr angestrebt. Hierzu wurde bereits ein Grundstück erworben. Eine neue Radwegetrasse wurde auch im weiteren Verlauf zwischen Segelfluggelände und "Auf dem Kar" gebaut. Damit wurde auch für den Alltagsverkehr (zwischen Müllers Berg und Ortszentrum) ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit geschaffen. Die bestehende gastronomische Einrichtung des Segelflugvereins LSC Oeventrop e. V. bietet in diesem Zusammenhang Potenziale zum Ausbau der Gastronomie z. B. auch für Radtouristen. In einem zweiten und dritten Schritt soll mittelfristig die Weiterführung des Weges bis zum Ortsausgang und von dort bis zur Straße "Filscheid" erfolgen. Hier sind aber Eigentums-, Genehmigungs- und Finanzierungsfragen noch zu klären. Um eine zusätzliche Belebung des Entwicklungsbereiches Kirchstraße zu erreichen und Radtouristen attraktive Alternativrouten anzubieten, ist weiterhin die Ausweisung einer Alternativroute (Radweg R 12 oder die "Verlegung" des RuhrtalRadweges) für Radfahrer ab der Dinscheder Ruhrbrücke über die Kirchstraße und die Straße "Zur Hünenburg" bis zur Kaiser-Wilhelm-Brücke vorgesehen.

Zusammenfassung | Weiteres Vorgehen

Die bislang umgesetzten und eingeleiteten Maßnahmen im Stadtteil Oeventrop, die eine zielgerichtete, integrierte Entwicklung des Stadtteils vor dem Hintergrund des Leitbildes, aber auch im Hinblick auf seine zusätzlichen wichtigen sonstigen Funktionen vorsehen, wurden in den Sitzungen des Bezirksausschusses, des Ausschusses für Wirtschaft, Beschäftigung und Weiterbildung sowie des Ausschusses für Planung, Bauen, Wohnen zusammenfassend vorgestellt.
Auf der Grundlage der Diskussion in den Ausschüssen werden die Arbeiten am MASTER-PLAN|OEVENTROP fortgeschrieben bzw. hinsichtlich seiner Ausrichtung (Handlungsprogramm) angepasst.