MASTERPLAN|NEHEIM

Integrierte Innenstadtentwicklung im Stadtteil Neheim

Der Stadtteil Neheim
Der Stadtteil Neheim ist mit rund 23.500 Einwohnerinnen und Einwohnern eines der beiden Hauptzentren Arnsbergs. Neheim zeichnet sich durch seine urbanen Qualitäten mit einer hohen Bevölkerungs- und Nutzungsdichte aus und verfügt über gesamtstädtische und regional bedeutsame Infrastruktureinrichtungen mit einer guten regionalen wie überregionalen Anbindung.
Im Rahmen des Stadtteilmarketing-Prozesses Innenstadtkonzept Neheim/NeheimVision wurden erstmals bereits im Jahr 1999 die grundlegenden Ziele der Innenstadtentwicklung für Neheim dargestellt. Im Einzelnen waren dies:
  • Ausbau der Potenziale Neheims (historische Kraft, aktuelle Stärken, gemeinsam zu erarbeitende Zukunftschancen),
  • Sicherung und Stärkung Neheims als bedeutendes Einkaufszentrum innerhalb der Region mit einem Versorgungsbereich von mehr als 150.000 Einwohnerinnen und Einwohner,
  • Steigerung der Attraktivität des Handels, Arbeits-, Dienstleistungs-, Wohn- und Freizeitstandortes Neheim / Nutzungsvielfalt in der Stadt,
  • Erzielung eines hohen Grades an Unverwechselbarkeit / Individualität der Stadt und
  • Erarbeitung einer realistischen Vision als Grundlage für die konzeptionelle Weiterentwicklung Neheims / Planungssicherheit für künftige Investitionen.

Ausgangssituation

Fotos von Broschüren
Mit dem Innenstadtkonzept Neheim / NeheimVision wurden die Grundlagen für die Leitbildentwicklung für den Stadtteil Neheim gelegt. In verschiedenen Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen wurden wichtige Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele formuliert. Von diesen konnten mittlerweile eine Reihe von Maßnahmen realisiert oder in die Umsetzungsreife überführt werden.

In einem weiteren Schritt konnte mit dem Einzelhandelsgutachten und -konzept von 2001 erstmals ein stadtweiter Konsens für eine Schwerpunktbildung im Hinblick auf die unterschiedlichen Funktionen der Stadtteile und Stadtteilzentren erzielt werden. Die Neheimer Innenstadt wurde hier als der Haupteinkaufsbereich in der Gesamtstadt mit deutlicher "Strahlkraft ins Umland" mit den Schwerpunktfunktionen Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie, Industrie, Gewerbe, Freizeit und Wohnen beschrieben. Mit der Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes Arnsberg wird dem Stadtteil Neheim insgesamt auch eine gute wohnungsnahe Vollversorgungsfunktion im Segment der "Nahversorgung" attestiert.

Als Grundvoraussetzung für die Erstellung und Förderung gebietsbezogener Handlungskonzepte wurden mit Beschluss des Rates der Stadt Arnsberg in den Stadtteilen Alt-Arnsberg, Neheim und Hüsten Stadterneuerungsgebiete festgelegt. Ziele für Neheim waren dabei u. a. die Reaktivierung von Industriebrachen, Nutzungs- und Bebauungskonzepte für unterschiedliche Bereiche und die Neuordnung eines Teilbereiches der südlichen Innenstadt.

Auch das im Stadtentwicklungsprogramm (STEP) von 2003 definierte gesamträumliche Entwicklungsmodell Arnsbergs sieht zur Stabilisierung des gesamtstädtischen Funktions- und Nutzungsgefüges und zur regionalen Standortpositionierung für die Stadt Arnsberg eine funktionale Aufgabenteilung der Stadtteile vor. In diesem Zusammenhang soll Neheim vor allem als Einkaufsstandort sowie als Wohn-, Gewerbe-, Handels- und Freizeitstandort weiterentwickelt werden. Ziele sind hier u. a. die Steigerung der Zentralität, die Stabilisierung der Einwohnerzahlen, die Erhöhung der Kaufkraft und der Erhalt von Infrastruktureinrichtungen. So sind in den Empfehlungen des STEP für Projekte bis 2015 ein Masterplan "Einkaufsstadt Neheim" mit den Schwerpunkten der Entwicklung der südlichen Innenstadt und der attraktiven Gestaltung der Einkaufsbereiche vorgesehen. Parallel soll jedoch auch der Industrie-/Wirtschaftsstandort weiter profiliert werden. Insgesamt ist die Innenentwicklung und damit die Stärke Neheims als urbaner Wohnstandort verstärkt zu berücksichtigen und mit gezielten Projekten zu forcieren.

Im zeitlichen Zusammenhang mit der Aufstellung des Stadtentwicklungsprogramms (STEP) wurden die Auswirkungen der demografischen Entwicklung und die Anforderungen an ein zukunftsorientiertes Wohnen thematisiert. Hier wurde deutlich, dass zukünftig eine weitere Ausdifferenzierung der Wohn- und Lebensstile zu erwarten ist, auf die mit besonderen Antworten reagiert werden muss. Konkret bedeutet das für die Gesamtstadt und für den Stadtteil Neheim, dass zum einen auch weiterhin Neubauten, insbesondere für Familien in einem kindgerechten Wohnumfeld erforderlich sind. Zum anderen ist davon auszugehen, dass in Zukunft auch besondere Wohnformen (beispielsweise für Senioren, aber auch für Singles und kinderlose Paare), bevorzugt auf Innenstadt-Standorten, nachgefragt werden. Insgesamt wird somit eine - auch stadtteilbezogen gesehene - Neuorientierung der Wohnungspolitik notwendig.

Schließlich wurde mit dem städtebaulichen Realisierungswettbewerb für den südlichen Innenstadtbereich, der in eine Zielplanung mit ausdifferenzierten Leitprojekten mündete, ein Konzept zur langfristigen Mobilisierung von Entwicklungspotenzialen im Übergangsbereich zwischen Geschäftszentrum und Wohnbebauung erarbeitet. Unter dem Begriff MASTERPLAN|NEHEIM sollen nun die bisherigen sich ergänzenden Aktivitäten zur Erreichung der genannten Ziele gebündelt und Strategien für die weitere integrierte Entwicklung Neheims definiert werden. Hierzu werden in dem jetzt in Bearbeitung befindlichen MASTERPLAN|NEHEIM die Entwicklungen im Stadtteil Neheim beschrieben, die aktuellen stadtentwicklungspolitisch relevanten Projekte in ihren räumlichen und funktionalen Zusammenhang gestellt und Chancen für zukünftige Entwicklungen aufgezeigt.

Adressbildung (Nördliche Innenstadt - Geschäftsbereich - Südliche Innenstadt)

Abgrenzung von Adressen im Innenstadtbereich von Nehim

Im Wesentlichen sind in Neheim heute drei Entwicklungsbereiche klar erkennbar, deren Potenziale im MASTERPLAN|NEHEIM herausgearbeitet und für die Handlungsempfehlungen in Bezug auf eine weitere integrierte Entwicklung gegeben werden sollen. Diese drei Entwicklungsbereiche lassen sich auch an drei räumlich-funktionalen Achsen ausrichten, die im Bereich des Neheimer Marktes zusammenlaufen:

  • Im nördlichen Bereich ist dies das Areal zwischen der Möhne, Werler Straße und Möhnestraße mit überwiegend gewerblichen Nutzungen.
  • Die mittlere Achse bildet der Geschäftsbereich zwischen Neheimer Markt und Engelbertplatz mit seiner Aufgabe als Einzelhandelszentrum für die Gesamtstadt mit überregionaler Bedeutung.

  • Als südliche Achse kann der Bereich entlang der Goethestraße und Straße "Lange Wende" identifiziert werden, an der sich vielfältige Einrichtungen aus dem Bereich "Gesundheit" finden.

In allen drei Bereichen befinden sich brachgefallene und mindergenutzte Areale, die vor allem wegen Betriebsaufgaben auf ehemals gewerblich-industriell genutzten Bereichen entstanden sind und erhebliche Potenziale für Umstrukturierungen bieten.

Nördliche Innenstadt

Der nördliche Entwicklungsbereich erstreckt sich zwischen der Möhne im Norden, der Werler Straße im Westen sowie der Möhnestraße im Süden.

Hier befinden sich überwiegend gewerbliche Nutzungen und Dienstleistungen. In den Fokus der Untersuchungen geriet dieses Areal etwa im Jahr 2000, als erkennbar wurde, dass aufgrund von Entwicklungen im gewerblich-industriellen Bereich eine grundlegende Umstrukturierung des Gebietes (zumindest in Teilbereichen) ansteht. Mit dem Schließen von Produktionsstätten (insbesondere im Sektor der Leuchtenherstellung und -zulieferung) entstanden Gewerbebrachen, die Fragen der städtebaulich verträglichen Nachnutzung aufwarfen.

Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Arnsberg GmbH konnte die Stadt Arnsberg seitdem den Kauf und die Entwicklung der Immobilie "Kaiserhaus" als wichtigstes Projekt in diesem Bereich einleiten und umsetzen. Da es sich hier um ein unrentables Projekt handelte, konnte dieser Weg nur mit Unterstützung öffentlicher Fördermittel gelingen. Grundlage dieser Förderung war der damalige Beschluss des Rates zur Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen für ein Sanierungsgebiet . Parallel zum "Kaiserhaus" konnten in der nördlichen Innenstadt Entwicklungs- und Erweiterungsabsichten verschiedener Betriebe, aber auch kulturelle Einrichtungen im Rahmen der Projektentwicklung gefördert und gelenkt werden.

Im weitesten Sinne zeichnet sich heute eine Entwicklung des nördlichen Innenstadtbereiches ab, die neben der Sicherung der gewerblich-industriellen Bereiche zunehmend auch neue Dienstleistungs-, Freizeit- und kulturelle Funktionen aufnimmt. Die Stadt Arnsberg hat dies aufgegriffen und im Rahmen eines Modellvorhabens des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Büro STADTart, Dortmund ein Konzept für die weitere städtebauliche und funktional-räumliche Entwicklung der nördlichen Innenstadt entwickelt. Dabei ist ein wesentliches Ziel auch die Anbindung der Nördlichen Innenstadt an den Geschäftsbereich.

Geschäftsbereich

Die mittlere Achse bildet der Geschäftsbereich zwischen Neheimer Markt und Engelbertplatz mit seiner Aufgabe als Einzelhandelszentrum für die Gesamtstadt und die Region.

Für diesen Bereich sind auf der Grundlage des Einzelhandelsgutachtens und -konzeptes aus dem Jahre 2001 verschiedene Maßnahmen eingeleitet worden. So konnte in Zusammenarbeit mit wichtigen örtlichen Akteuren (u. a. Aktives Neheim, Haus und Grund Neheim-Hüsten sowie Teile der Bürgerschaft) die "Neugestaltung der Apothekerstraße" umgesetzt und die Neugestaltung der Fußgängerzone Hauptstraße eingeleitet werden. Weitere positive Entwicklungen sind rund um den Neheimer Markt erkennbar, die sich zum einen in einem attraktiven Geschäftsbesatz, zum anderen in einer Neuordnung des Marktes niederschlagen.

Im Rahmen der Umgestaltung der Hauptstraße soll vor allem das Konzept des "Rundlaufes", also die Anbindung der Apotheker- an die Hauptstraße sowie die Frage der "inneren Erreichbarkeit" (der Innenstadt von den Parkplätzen und ÖPNV-Haltepunkten aus) weiter verbessert werden. Auch spielen Überlegungen zur Schaffung von Aufenthaltsqualität eine Rolle (hier z. B. Möglichkeiten für (Außen-)Gastronomie).

Südliche Innenstadt

Als dritter Bereich lässt sich die südliche Achse entlang der Goethestraße und Straße "Lange Wende" identifizieren, der sich - entsprechend der Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbes bzw. der nachfolgenden Zielplanung Südliche Innenstadt - zu einem Bereich für Gesundheitseinrichtungen und –dienste entwickelt bzw. weiterentwickeln wird. Gleichzeitig verfügen die innenstadtnahen und durchgrünten Wohngebiete über große Potenziale.

In diesem Bereich konnten mittlerweile eine Reihe von Maßnahmen und Projekten umgesetzt werden. Neben der Errichtung der Altenpflegeheime "Springufer" und "Am Bremers Park", der Ausbildung der Eingangssituation vor dem Krankenhaus (im Rahmen umfassender Modernisierungen und Erweiterungen des St. Johannes Hospitals), den "Kolping-Terrassen" und ergänzenden Verbindungen im Fußwegesystem ist nach wir vor die Errichtung eines Ambulanten Zentrums im Bereich des Krankenhauses vorgesehen. Diesbezüglich wurden im Anschluss an die Erstellung der Zielplanung für diesen Bereich verschiedene Alternativen für eine neue, angepasste Lösung entwickelt, die sich in einer neuen städtebaulichen Planung für den Bereich der Gesundheitsterrassen / Ambulantes Zentrum festmachen.

Weiteres Vorgehen

Die bislang umgesetzten und eingeleiteten Maßnahmen im Bereich der Innenstadt, die eine zielgerichtete, integrierte Innenstadtentwicklung vor dem Hintergrund des Leitbildes des Einzelhandels-Standortes Neheim, aber auch im Hinblick auf seine zusätzlichen wichtigen sonstigen Funktionen vorsehen wurden in den politischen Gremien diskutiert. Auf der Grundlage der Diskussion in den Ausschüssen werden die Arbeiten am MASTERPLAN|NEHEIM fortgeschrieben, hinsichtlich seiner Ausrichtung (Handlungsprogramm) angepasst und in die politische Diskussion eingebracht.

Dies ist notwendig, da nur mit der Ausrichtung der weiteren Entwicklung der Innenstadt Neheim eine weitere integrierte und zielgerichtete Entwicklung im Rahmen der Gesamtstrategie der Stadt gewährleistet wird.

So wurde mit der Konzeptstudie "Südliche Innenstadt 'Stembergstraße'" der Bereich der "Südlichen Innenstadt" vertiefend untersucht.