15 Jahre Stadtentwicklung Arnsberg

Die Stadt Arnsberg - gestern und heute

Übersicht der Stadt und ihrer Stadtteile
Die Stadt Arnsberg (pdf, 87 KB) mit ihrem 193,39 qkm großen Stadtgebiet (63% davon sind Waldflächen) entstand 1975 im Rahmen der kommunalen Neugliederung durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Städte Arnsberg und Neheim-Hüsten sowie von zwölf Umlandgemeinden. Der Nord-Süd-Durchmesser der Stadt Arnsberg beträgt etwa 13 km, der Ost-West-Durchmesser etwa 24 km. Die alte Hauptstadt des Herzogtums Westfalen liegt im nördlichen Sauerland auf einer Höhe von 145 m bis 461 m über NN.

Arnsberg - der heutige Stadtteil Alt-Arnsberg - war seit 1070 Sitz der Grafen von Arnsberg und besaß spätestens seit 1238 Stadtrechte. 1368 übergab der kinderlose, letzte Graf Gottfried IV. Stadt und Grafschaft an Kurköln. 1803 dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt zugesprochen, fiel die Grafschaft nach dem Wiener Kongreß an den preußischen Staat. Oberpräsident Freiherr von Vincke vollzog 1816 die Übernahme durch die Preußische Krone. Arnsberg entwickelte sich zu einem überregionalen Verwaltungszentrum mit dem Sitz der Bezirksregierung und zahlreicher Behörden, Gerichte, Kammern und Organisationen.

Neheim-Hüsten entstand 1941 durch die Zusammenlegung der Stadt Neheim und der Freiheit Hüsten. Neheim waren 1358 die Stadtrechte und Hüsten 1360 die Rechte einer Freiheit zuerkannt worden. Schon früh konzentrierte man sich auf die Herstellung von Leuchten. Der weltweite Ruf als Stadt der Leuchten war begründet. Industrie, Handel und Gewerbe prägen heute diesen Bereich.

Mit ihren Hauptzentren und Stadtteilen befindet sich die Stadt Arnsberg auch nach der kommunalen Neugliederung in einem fortlaufenden Entwicklungsprozess. Dieser ist geprägt durch die Positionierung der Gesamtstadt Arnsberg in der Region, aber auch durch das Bestreben, die Identität der einzelnen Stadtteile zu bewahren und zu stärken.

STEP 2003 | "Arnsberg erneuert sich!"

Abbildung des Berichtes zur Stadtentwicklung
Unter dem Titel "Arnsberg erneuert sich!" wurde 2003 das Stadtentwicklungsprogramm (STEP 2003) (pdf, 1.778 KB) unter besonderer Berücksichtigung der sich abzeichnenden demographischen Entwicklungen (vgl. hierzu die Broschüre Demographischer Wandel in Deutschland und Arnsberg (pdf, 819 KB)), des Strukturwandels in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung und des Rückgangs kommunaler Einnahmen beschlossen. Es beschreibt die Ausgangssituation und den damaligen Stand der Stadtentwicklung, definiert Leitlinien der Stadtentwicklung (pdf, 610 KB) und ein Gesamträumlichen Entwicklungsmodell (pdf, 278 KB) und gibt Empfehlungen für Impulsprojekte bis 2015 in insgesamt sechs Projektfeldern (pdf, 101 KB).

Wichtiges Ziel der Stadtentwicklung und des STEP 2003 war dabei vor allem auch die Profilierung von Gesamtstadt und Stadtteilen mit ihren jeweils besonderen Funktionen. Entsprechende Projektempfehlungen (u. a. Masterpläne für Alt-Arnsberg, Neheim, Hüsten und Oeventrop, Zukunft Wohnen, Masterplan Ruhr, Einzelhandelskonzept) konnten in den darauffolgenden Jahren bis 2015 ebenso vorangetrieben werden, wie themenbezogene Projekte in den Projektfeldern Wohnen, Wirtschaft, offene und soziale Stadt sowie Kultur und Freizeit. Und auch etliche Baumaßnahmen im öffentlichen Raum – zum Teil mit erheblichen Städtebaufördermitteln trugen zu einer deutlichen Aufwertung und weiteren Profilierung der einzelnen Stadtteile bei. So u. a. die Umgestaltung der Haupt- und Apothekerstraße in Neheim, der Heinrich-Lübke-Straße in Hüsten sowie von Brückenplatz/Klosterbrücke und Neumarkt/Steinweg/Alter Markt in Alt-Arnsberg.

Der Rückhalt aus Politik und Bürgerschaft für diese abgestimmte Stadtentwicklung führte zu insgesamt sehr positiven Entwicklungen in den einzelnen Stadtteilen, die auch von zum Teil günstigen Rahmenbedingungen unterstützt wurden: z. B. der zufälligen Fund hochwertiger Thermalsole im Rahmen einer Tiefengeothermiebohrung für das Freizeitbad NASS und der daraus resultierenden Entwicklung der "Großen Wiese" als Sport- und Solepark oder die Entwicklung und Umsetzung des RuhrtalRadweges als touristisch hochwertiges Angebot mit seinen Auswirkungen auf den Alltagsradverkehr.

Masterplan | Ruhr

Mit diesem Konzept (pdf, 2,7 MB) wurden die Naturraumpotenziale der Flusstäler im Arnsberger Stadtgebiet untersucht und die Interessen von Erholungsfunktion und touristischen Nutzungen mit den Belangen des Naturschutzes und des Hochwasserschutzes abgeglichen. Fragen der Zugänglichkeit, Verknüpfung von Siedlung und Landschaft, Führung und Qualifizierung des RuhrtalRadwegs und der Vergrößerung von Retentionsräumen werden in diesem Konzept behandelt und dienen als Grundlage bei der Entwicklung von Einzelprojekten entlang des Ruhrtals (siehe hierzu auch Freizeit und Erholung entlang des RuhrtalRadweges).

Dabei wird die Zielsetzung des STEP 2003 "Arnsberg an die Ruhr" aufgegriffen und ein Leitbild für den Umgang mit dem Talraum und seinen verschiedenen Themenfeldern (Hochwasserschutz, Ökologie, Freizeit, Erholung) entwickelt.

Handlungs- und Maßnahmenkonzept Radverkehr – "Für eine aktive Mobilität"

Auf der Grundlage der positiven Resonanz zum RuhrtalRadweg im Sommer 2006 wurde für Arnsberg das Thema Radverkehrsplanung intensiv bearbeitet und ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept zum Radverkehr erarbeitet und mehrfach fortgeschrieben.

Durch die kontinuierliche Ergänzung und Weiterentwicklung des Radwegenetzes und begleitender Angebote, aber auch durch Maßnahmen, die der Sicherheit, dem Komfort und dem Fahrerlebnis dienen, wird der Radverkehr unterstützt und die heimische Wirtschaft und das Gastronomiegewerbe gestärkt.

Gleichzeitig konnte Arnsberg im Jahr 2013 die Aufnahme in die "Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden" (AGFS) erreichen.

Städtebauliches Entwicklungskonzept 2007

Für die Ableitung der Stadtumbaugebiete (Neheim-Nord und Neheim-Süd, Alt-Arnsberg und Hüsten) wurden mit dem 2007 verabschiedeten Städtebaulichen Entwicklungskonzept /STEK) die Grundlagen geschaffen und Impulsprojekte zur zielgerichteten Entwicklung dieser Gebiete definiert. Das STEK bildete damit die Begründung für die Städtebauförderung und setzte auf das STEP 2003 als Rahmen gebende Leitlinie für die Stadtentwicklung auf. Dabei wurden verschiedene Fachgutachten integrierende Bestandteile des STEK 2007.

In den darauffolgenden Jahren konnten auf dieser Basis verschiedene Projekte mit zum Teil erheblichen Städtebaufördermitteln realisiert werden; darunter das Mittelstandszentrum Kaiserhaus und das Kreativzentrum Kunst-Werk sowie die Neugestaltung der Möhnepforte in Neheim, das Quartiersmanagement Moosfelde oder die Umnutzung des Bahnhofgebäudes zum Bürgerbahnhof mit der Gestaltung des Bahnhofvorplatzes sowie der Bau eines Kommunikations- und Begegnungszentrums der Feuerwehr Historie e. V. in Alt-Arnsberg, aber auch die Umgestaltung öffentlicher Räume (Klosterbrücke, Brückenplatz, Steinweg, Alter Markt, Heinrich-Lübke-Straße).

Flächennutzungsplan 2010

Als gesamtstädtische, übergeordnete Planungsebene wurde 2010 der bis dahin 30 Jahre bestehende FNP mit seinen rund 150 Änderungen neu aufgestellt und an die geänderten Rahmenbedingungen angepasst. Leitmotiv war dabei eine Verbesserung der Qualität der Stadt als Standort zum Leben und Arbeiten, die Stärkung der Innenstädte, eine Innen- vor Außenentwicklung im Bereich Wohnen und Gewerbe, die Wiedernutzung von Flächen sowie der nachhaltige Umgang mit den natürlichen Ressourcen sowie Maßnahmen gegen bzw. zur Anpassung an den Klimawandel.

Integriertes Klimaschutzkonzept Arnsberg

Mit der Erstellung und Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes engagiert sich Arnsberg als Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit für eine Reduzierung gefährlicher Treibhausgase. Hierzu wurden für unterschiedliche Handlungsfelder Maßnahmen entwickelt (Klimaschutzportal der Stadt Arnsberg) und ein vom Bund geförderter Klimaschutzmanager eingestellt, der Schwerpunktmaßnahmen des Konzeptes umsetzt. So wurde Arnsberg in diesem Jahr für den EEA-European Energy Award nominiert, der im Herbst dieses Jahres vergeben wird.

Städtebauliches Entwicklungskonzept 2030 und Integrierte Handlungskonzepte für Alt-Arnsberg und Hüsten

Zur Fortsetzung der erfolgreich begonnenen Stadtumbauarbeiten im Rahmen der Städtebauförderung wurde die Überarbeitung und Anpassung des STEK 2007 sowie die Erstellung von Integrierten Handlungskonzepten notwendig. Hierzu wurden die Themen von STEP 2003 und STEK 2007 aufgegriffen und – auf der Basis neuer Herausforderungen für die Stadtentwicklung (Klimawandel, Nachhaltigkeit und Resilienz, Inklusion und Teilhabe, Digitalisierung, Zuwanderung, Multifunktionalität, Baukultur) – auf einen aktuellen Stand gebracht.

Das STEK 2030 definiert schließlich die Handlungsräume des Stadtumbaus und bildet mit den "Aktionsräumen" Hüsten-Bahnhofsumfeld, Hüsten-Zentrum und Hüsten-Vogelbruch sowie Alt-Arnsberg-Bahnhofsumfeld, Alt-Arnsberg-Altstadt und Alt-Arnsberg-Innenstadt-Süd die Basis für die hierauf aufsetzenden Integrierten Handlungskonzepte IHK Hüsten und IHK Alt-Arnsberg.

LEADERsein! – Bürgerregion am Sorpesee | Die regionale Einbindung

Gemeinsam mit den Kommunen Balve, Neuenrade und Sundern hat sich Arnsberg erfolgreich für die Förderung als LEADERsein! - Bürgerregion am Sorpesee zur Entwicklung als ländlicher Raum durch die Europäische Union (Landwirtschaftsfonds) beworben.

In der Förderperiode 2014-2020 werden auf der Basis einer regionalen Entwicklungsstrategie Projekte zur Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen (Lebensqualität, Daseinsvorsorge, Prävention, Breitband, Zukunftsstrukturen, Landtourismus, Gesundheit, Mobilität, Energie, Fachkräftesicherung) gefördert.

Im Oktober 2015 wurde der LEADERsein! e. V. mit einem insgesamt 20-köpfigen Vorstand - der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) - gegründet und im November ein Regionalmanagement für die Region installiert. Auf der Basis "strategischer Handlungsfelder" können Projektideen in Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement qualifiziert und zur Entscheidung über eine mögliche Förderung der LAG präsentiert werden.

IKEK Arnsberg | "Für die Zukunft von Stadt und Dörfern"

Mit der sogenannten ILE-Richtlinie gewährt das Land Zuwendungen für die Finanzierung von Maßnahmen der ländlichen Entwicklung. Hierzu gehört auch die Erstellung eines "Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK)", für das die Stadt Arnsberg im März einen entsprechenden Förderantrag gestellt hat.

Während sich das Städtebauliche Entwicklungskonzept 2030 im Wesentlichen auf die Zentren Alt-Arnsberg, Neheim, Hüsten, Oeventrop als Grundlage der Städtebauförderung konzentriert, verfolgt das "IKEK" eine gesamtstädtische Strategie für die zukünftige Entwicklung Arnsbergs unter Berücksichtigung aktueller und zukünftiger Themen und Herausforderungen. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Betrachtung der einzelnen Stadtteile gelegt.

Das IKEK dient damit im Wesentlichen der Entwicklung des ländlichen Raums als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum im Rahmen der im NRW-Programm "Ländlicher Raum 2014-2020" definierten Gebietskulisse "Ländlicher Raum".
Hierbei werden die Leitlinien der Stadtentwicklung Arnsbergs überprüft und die Ergebnisse des STEK 2030 weiter entwickelt, in eine gesamtkommunale wie auf die einzelnen Stadtteile bezogene Stärken-Schwächen-Analysen erstellt und – auf der Basis von Stadtteilprofilen – Schwerpunkte, Handlungsfelder und Entwicklungsziele definiert. Das IKEK Arnsberg berücksichtigt dabei unterschiedliche Themen und Querschnittsaspekte, die derzeit zum Teil als eigenständige Projekte bearbeitet werden (u. a. Masterplan Mobilität 2030 "Für eine aktive Mobilität", Baulückenkataster der Stadt Arnsberg, Handlungskonzept Wohnen) und deren Ergebnisse in das IKEK Arnsberg einfließen sollen. Darüber hinaus sollen in besonderer Weise die Einbindung aller relevanten Akteure gewährleistet und nach Möglichkeit Leitprojekte beschrieben, die zur Umsetzung der jeweiligen Ziele dienen. Dabei wird das IKEK Arnsberg auch mit der regionalen Ebene, der "Regionalen Entwicklungsstrategie" der Region "LEADERsein! – Bürgerregion am Sorpesee" der vier Kommunen Arnsberg, Balve, Neuenrade und Sundern verzahnt und wird die "globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)" der Vereinten Nationen unterstützen, die im Rahmen des Projektes GNK NRW auf die kommunale Ebene herunter gebrochen werden sollen.

Mit einer Entscheidung über eine Förderung wird im Mai 2016 gerechnet.

GNK NRW | Global Nachhaltige Kommune in Nordrhein-Westfalen

Als eine von 16 Kommunen und Kreise in NRW nimmt die Stadt Arnsberg an dem Modellprojekt GNK NRW teil. Ziel des Projekts ist die Umsetzung der 2030-Agenda mit den – von der UN-Vollversammlung im September 2015 verabschiedeten – globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs – Sustainable Development Goals) auf kommunaler Ebene und der Erstellung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie. Dabei wird das "SDG 11 | Nachhaltige Städte und Gemeinden" mit seinen 10 Zielvorgaben in besonderer Weise in die weiteren Strategien und Planungen der Stadtentwicklung Arnsberg einfließen.