Der Flächennutzungsplan (FNP)

Die besondere Struktur der Stadt Arnsberg

Ausschnitt aus dem FNP
Auf einer Fläche von ca. 194 qkm leben in Arnsberg gegenwärtig ca. 75.000 Einwohner. Wohnen, Arbeiten, Lernen, Einkaufen, Erholen, Freizeit, Kultur, Erleben - das Mittelzentrum Arnsberg, eingebunden in naturräumliche Qualitäten - ist Schauplatz der unterschiedlichsten Aktivitäten.

Die wesentliche strukturelle Besonderheit der Stadt ist die aus der kommunalen Neugliederung hervorgegangene polyzentrische Stadtstruktur mit ihren vier Zentren Neheim, Hüsten, Alt-Arnsberg und Oeventrop sowie den dörflich geprägten Ortsteilen Voßwinkel, Bachum, Herdringen, Holzen, Müschede, Bruchhausen, Niedereimer, Uentrop, Wennigloh, Rumbeck, Breitenbruch und weiteren kleinen Siedlungsansätzen. Der Wechsel zwischen städtischen und dörflichen Strukturen und die Einbindung der Siedlungsstrukturen in Landschaft und Topografie kennzeichnen die Stadt. Das Gesicht der Stadt wird also durch die topografische Situation mit den Taleinschnitten der Ruhr, der Röhr und der Möhne sowie einer gesunden Mischung aus attraktiver Landschaft, großen Waldgebieten, Wohnen und Gewerbe geprägt.

Zielsetzungen des Flächennutzungsplanes

Der FNP hat die Aufgabe, für das gesamte Gemeindegebiet die sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung ergebende Art der Bodennutzung, nach den voraussehbaren Bedürfnissen der Gemeinde in den Grundzügen darzustellen. Er bildet damit die Grundlage für die Entwicklung von Bebauungsplänen für einzelne Teile des Gemeindegebietes, die konkrete Bebauungsmöglichkeiten von Grundstücken festlegen.

Im November 1978 wurde der erste Flächennutzungsplan (FNP) für die Gesamtstadt Arnsberg wirksam. In den folgenden Jahren musste dieser immer wieder aktualisiert und den Erfordernissen der Stadtentwicklung angepasst werden. Insgesamt waren ca. 150 Änderungen erforderlich. Durch diese Einzeländerungen ging zunehmend der Gesamtzusammenhang und Steuerungsfähigkeit des FNP verloren. Zudem stammten seine Grundzüge weitestgehend aus den 1970er Jahren und entsprachen nicht mehr den gegenwärtigen Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung. Dies zeigte sich u.a. in der nicht mehr bedarfsgerechten Darstellung von Wohnbauflächen ebenso wie in den nicht mehr aktuellen Darstellungen von Infrastruktur und Verkehr.

In den vergangenen Jahren haben sich die demografischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ökologischen und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen, Ziele und Prognosen zum Teil erheblich geändert. Arnsberg hat sich, wie alle anderen Städte auch, mit den Auswirkungen des demografischen Wandels (weniger, älter und buntere Bevölkerung), der Globalisierung und des Klimawandels auseinander zu setzen.

Wirtschaftlicher Strukturwandel hin zur wissensbasierter Wirtschaft mit erheblichen Verlusten von "alten" Arbeitsplätzen, demografischer Wandel mit zurückgehender und älter werdender Bevölkerung, mit Leerständen an Wohnungen und zugleich neuen Wohnformen und ein hoher Anpassungsbedarf von städtischer Infrastruktur, die immer wichtiger werdende Kommunikationsinfrastruktur, die zunehmende Bedeutung von Bildung und Kultur, von Dienstleistungen und Gesundheitswirtschaft u.a.m. sind Aspekte, die bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes beachtet werden mussten. Vor diesem Hintergrund soll der Flächennutzungsplan als gesamtstädtische, übergeordnete Planungsebene wichtige Beiträge liefern, um die Weichen für eine zeitgemäße und vorausschauende Stadtraumentwicklung zu stellen. Der Flächennutzungsplan orientiert sich im Wesentlichen an den Zielsetzungen, die im Zusammenhang mit dem Stadtentwicklungsprogramm (pdf, 1.775 KB) und dessen Fortschreibung definiert wurden.

Vor diesem Hintergrund war es notwendig den Flächennutzungsplan in seinen Grundzügen zu überarbeiten. In dem neuen FNP sind die grundlegenden Aussagen zu den beabsichtigten städtebaulichen Entwicklungen im Hinblick auf die künftige Bodennutzung des gesamten Gemeindegebietes getroffen worden. Der Flächennutzungsplan soll als übergeordnetes Steuerungselement eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung sicherstellen. Dies vor allem im Hinblick auf die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen und auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.

Leitmotiv ist die Verbesserung der Qualität der Stadt als Standort zum Leben und Arbeiten unter Berücksichtigung des demographischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels. Dazu zählen die Stärkung der Innenstädte, Innen- vor Außenentwicklung im Bereich Wohnen und Gewerbe, Wiedernutzung von Flächen, Berücksichtigung von landschaftlichen und naturräumlichen Vorgaben sowie der nachhaltige Umgang mit den natürlichen Ressourcen usw.

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