Wettbewerb Fuß- und Radwegbrücke Ruhr-/Uferstraße abgeschlossen

Junges Büro aus Schwäbisch Gmünd gewinnt mit Brücke aus Holz

Grafik des Siegerentwurfes
Die Preisträger des Realisierungswettbewerbes zum Bau einer Fuß- und Radwegbrücke Ruhr-/Uferstraße in Alt-Arnsberg stehen nun fest. Der 1. Preis geht an das Schwäbisch Gmünder Team Dr. Graf mit Klaiber und Oettle Architekten. Leitidee ihres Entwurfs ist eine weithin sichtbare Schrägseilbrücke mit schräggestelltem Mast.

Anlass

Luftbild des Plangebietes
Die Stadt Arnsberg entwickelt im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens "A 67 Ruhrstraße" ein Plangebiet von insgesamt ca. 3,28 ha. Das Plangebiet liegt am Fuße der Altstadt an der Ruhrstraße gegenüber der Einmündung der Grimmestraße. Bereits realisiert wurden entlang der Ruhrstraße ein Einkaufszentrum mit Vollsortimenter, Lebensmitteldiscounter und Getränkemarkt, im Norden bleibt die Feuerwache bestehen, im Osten zur Ruhr soll ein attraktives Wohngebiet mit dem Themenschwerpunkt innovativer Holzbau auf ca. 8.600 qm Fläche entstehen.

Im Rahmen der Neuplanungen sollen auch die Fuß- und Radwege-Verbindungen verbessert werden. Die bisherige Barrierewirkung des Gebietes soll aufgehoben werden. Geplant ist ein Anschluss der bestehenden Fußwege vom Schlossberg an die Clemens-August-Straße. Die neue Fuß- und Radwegebrücke über die Ruhr ist ein wichtiger Bestandteil dieser neuen Wegeverbindung. Die geplante Brücke befindet sich innerhalb eines innerstädtischen Bereiches, der wie kein anderer in Arnsberg für die Wiederentdeckung der Ruhr als Stadtfluss steht. Es handelt sich hier um einen Naherholungsraum, der durch die Renaturierung der Ruhr sowie die wichtigen Rad- und Wanderrouten intensiv genutzt wird. Die Brücke ist somit nicht ausschließlich verbindendes Element sondern soll die Funktionen Aussichtspunkt, Aufenthalt und Landschaftssignet mit der verkehrlichen Funktion verbinden.

Verfahren

Es handelte sich um einen Wettbewerb mit insgesamt 15 Teilnehmern. Teilnahmeberechtigt waren Bauingenieure, denen eine Zusammenarbeit mit Architekten empfohlen wurde. Fünf der Teilnehmer wurden zugeladen. Die übrigen zehn Teilnehmer wurden in einem vorgeschalteten kombiniertem Auswahl-/Losverfahren aus insgesamt 51 Bewerben bestimmt. Ziel eines Wettbewerbes ist es, für Bauherren eine optimale und wirtschaftliche Lösung der Planungsaufgabe zu erreichen, die am besten durch den Vergleich unterschiedlicher Alternativen möglich ist. Wichtige Anforderungen, die bei einem Wettbewerb erfüllt werden müssen, sind z.B die anonyme Beurteilung aller Teilnehmer/innen und die Bewertung der Arbeiten durch ein unabhängiges Preisgericht mit Vertretern von Auslober und externen Fachleuten. (u.a. Werner Lattrich, Werner Frin, Thomas Vielhaber, Andreas Keil, Prof. Stefan Polonyi, Prof. Jens Usadel, Prof. Dr. Michael Staffa, Franz-Josef Schröder, Dr. Martin Gersiek, Martin Halfmann).

Ablauf des Wettbewerbes

Bild der Auslobungsbroschüre
Mitte Oktober 2005 erhielten die Teilnehmer die Auslobung und die Planunterlagen zu dem Wettbewerb, die zuvor in Zusammenarbeit mit dem Auslober und in Abstimmung mit den externen Preisrichtern erstellt worden waren. Am Freitag, den 4. November 2005 kamen die Teilnehmer und das Preisgericht in Arnsberg zu einem gemeinsamen Einführungskolloquium zusammen, in dem vor Ort Rückfragen der Teilnehmer geklärt werden konnten. Für die Teilnehmer begann nun die Bearbeitungszeit und Fertigstellung der Planunterlagen, die bis zum 13. Dezember abgegeben werden mussten.

September 2005: Veröffentlichung
Anfang Oktober 2005: Abgabe der Bewerbungen
Mitte Oktober 2005: Auswahl der Teilnehmer
Mitte Oktober 2005: Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen
4. November 2005: Einführungskolloquium
13. Dezember 2005: Abgabe der Planarbeiten
23. Dezember 2005: Modellabgabe
10. Januar 2006: Preisgerichtssitzung.

Nach einer Vorprüfung der anonym abgegebenen Arbeiten durch das Büro Post und Welters, Architekten BDA und Stadtplaner SRL aus Dortmund tagte am 10. Januar 2006 abschließend das Preisgericht unter Vorsitz des Kölner Tragwerkplaners Prof. Dr. Polonyi.

Die Dokumentation zum Wettbewerb können Sie hier einsehen.

Preisträger

Einstimmig vergab das Preisgericht den 1. Preis an das Team Dr. Graf mit Klaiber und Oettle Architekten aus Schwäbisch Gmünd. Den 2. Preis erhielten die Ingenieure Knippers und Helbig aus Stuttgart zusammen mit Prof. Peter Cheret und Jelena Bozic, Stuttgart. Das Ingenieurbüro bauart Konstruktions GmbH + Co. KG – Prof. Stefan Winkler, Dr. Heinz Pape aus Lauterbachzusammen mit Prof. Dr. HermannKaufmann ZT GmbH, Schwarzach (A) wurde mit dem 3. Preis bedacht.

1. Preis (5.000,- €):
Dr. Jürgen Graf, Schwäbisch Gmünd
Architekt: Klaiber + Oettle, Schwäbisch Gmünd

2. Preis (3.000,- €):
Knippers Helbig Ingenieure, Stuttgart
Architekt: Prof. Peter Cheret • Jelena Bozic, Stuttgart)

3. Preis (2.000,- €):
bauart Konstruktions GmbH + Co. KG – Prof. Stefan Winkler, Dr. Heinz Pape, Lauterbach
Architekt: Prof. Dr. Hermann Kaufmann ZT GmbH, Schwarzach (A)

Arnsberger Büros waren auch beteiligt: In die engere Wahl kam das Team Maas Ingenieure, Arnsberg mit Johannes-Ulrich Blecke, Architekt, Warstein. Im 2. Rundgang ausgeschieden ist das Team Elmar Aufderbeck mit Sascha M. Walenta aus Arnsberg.

Der 1. Preis

Modell des Siegerentwurfes
Die dargestellte Entwurfslösung der Aufgabe besticht durch ihre Einfachheit und Ausführung gleichermaßen. Der geschwungene Brückenverlauf berücksichtigt die Hauptwegebeziehungen und schafft eine sinnhafte, attraktive und spannungsvolle Flußquerung, ohne sich jedoch in den Vordergrund zu drängen. Die Schrägseil-Brücke mit dem schräggestellten Pylon schafft Unverwechselbarkeit, ohne aufdringlich zu wirken. Die Flussaue wird freigehalten. Die Materialien und die Ausführungen des Brückengeländers sollen bei der Weiterplanung nochmal überdacht werden.Das bewährte Konstruktionsprinzip mit wenigen Verbindungspunkten lässt eine wirtschaftliche Ausführung erwarten.

Insgesamt ein Entwurfsansatz, der in hohem Maße die Ziele und Anforderungen erfüllt und ausgewogen zwischen Einfachheit und Signifikanz vermittelt.