Interessenvertretung (BIV)

Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung der Stadt Arnsberg

Zusammensetzung

Die Interessenvertretung ist ein Gremium der Selbstvertretung. Dies bedeutet, dass die Mehrzahl der Mitglieder selbst Menschen mit Behinderung sind. Neben sieben Mitgliedern aus der Selbsthilfe können bis zu drei interessierte Bürger/innen sowie bis zu zwei Träger der Wohlfahrtspflege mitarbeiten.

Nach Möglichkeit soll das Gremium durch die Zusammensetzung seiner Mitglieder unterschiedliche Arten von Behinderungen repräsentieren, z. B. Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen, eingeschränkter Mobilität, psychischen oder kognitven Einschränkungen.

Arbeitsweise

Die Interessenvertretung wird jeweils nach der Wahl des Rates der Stadt Arnsberg neu gebildet. Hierzu lädt die/der Beauftragte/r für die Belange von Menschen mit Behinderung zu einem Gesamttreffen die interessierten Gruppen, Vereine, Verbände und Bürger/innen ein. Auf dem Treffen informiert er/sie über die Arbeit und bittet sie um Benennung von Mitgliedern.

  • Die Interessenvertretung trifft sich mindestens viermal jährlich zu ihren Sitzungen. Die Sitzungen sind öffentlich und werden nach Möglichkeit barrierefrei ausgestaltet.
  • Neben den Mitgliedern der Interessenvertretung können sich auch Gäste mit ihren Anliegen zu Wort melden.
  • Sofern Bedarf für Unterstützung benötigt wird (z. B. Gebärdensprach- oder Schriftsprachdolmetscher), muss dieser Bedarf mindestens zwei Wochen vor den Sitzungen angemeldet werden.
  • Abseits der Sitzumgen informiert die Interessenvertretung auf der Internetseite der Stadt Arnsberg über ihre Arbeit.

Mitglieder der Wahlperiode bis 2020

Name ggf. Organisation / Verband
Sigrid Alberti Bürgerin der Stadt Arnsberg
Meinolf Franke CeBeeF Arnsberg e.V.
Erika Kiesewetter Sauerländischer Gehörlosenverein
Frank Demming Caritas-Verband Arnsberg-Sundern e.V.
Herbert Kleine-Wolter Blinden- und Sehbehindertenverein Arnsberg/Sundern
Barbara Köster-Ewald Bürgerin der Stadt Arnsberg
Karl-Heinz Scheel Sozialverband VdK Ortsverband Neheim
Susanne Schmidt Selbsthilfegruppe "Schwerhörige Arnsberg"
Vera Schröer Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V.
Willi Seibold Bürger der Stadt Arnsberg
Martin Werner Selbsthilfegruppe Autismus

 

Ziele

Die  Interessenvertretung  von  Menschen mit  Behinderung  versteht  sich  als Fürsprecherin  aller  Menschen  mit Behinderung und ihrer Angehörigen in der Stadt Arnsberg. Sie arbeitet überparteilich und religionsunabhängig. Ihr  Ziel  ist  die  Umsetzung  der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung nach  den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention.

Inklusion - Neue Denkweise im Umgang mit Behinderung

Die UN-Behindertenrechtskonvention, von Deutschland im Jahr 2009 ratifiziert, führt den Begriff Inklusion ein. Ziel ist ein selbstverständliches Miteinander, bei dem Abweichungen und Vielfalt normal sind.


Behinderung wird nicht mehr ausschließlich als individuelles Defizit betrachtet.

Teilhabe

Vielmehr ensteht Behinderung erst, wenn ein Mensch auf Barrieren in seiner Umwelt trifft und dadurch "behindert" wird.

Diese Barrieren können baulicher Art sein, aber auch gesellschaftlicher Natur (z. B. Vorurteile).

Ein Mensch mit Behinderung soll sich nun nicht mehr an seine Umgebung anpassen und im Falle des Scheiterns auf Teilhabe verzichten müssen, sondern die Gesellschaft öffnet sich und berücksichtigt verschiedene Fähigkeiten.

Teilhabe für Menschen mit Behinderung bedeutet Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und Gleichstellung als staatlich garantiertes Menschenrecht.

Zur Verwirklichung der Teilhabe gehören zum Beispiel:

Barrierefreie Nutzbarkeit

  • Rampen für Rollstuhlfahrende
  • Sichtanzeigen für Menschen mit Hörbehinderung
  • taktil erfassbare Leitsysteme, an denen sich Menschen mit Sehbehinderung orientieren
  • Informationen in leicht verständlicher Sprache und in Gebärdensprache
  • Barrierefreiheit als „"Design-für-alle" ist eine Erleichterung auch für Menschen ohne Behinderung.

Inklusive Bildung + Qualifizierung

Kinder mit Behinderung können wahlweise eine Fördereinrichtung oder eine wohnortnahe Kindertagesstätte oder Regelschule besuchen. Auch Erwachsenen wird lebenslang eine gemeinsame Bildung ermöglicht.


Weitere Bereiche sind Arbeit, Partnerschaft, selbstbestimmtes Wohnen, Gesundheitsversorgung und vieles mehr.