Wandelgarten

FÜR MEHR ALS SINN UND VERSTAND

Begrünt wird der Garten mit niedrigen, pflegeleichten Stauden und Gehölzen sowie Sträuchern und linienförmigen Heckensegmenten, die der Struktur dienen und bewusst nicht höher als 60 bis 80 cm wachsen. Denn der freie Blick über das Ruhrtal soll stets gewährleistet sein.
Das besondere Highlight der Grünanlage ist ein langgestrecktes Wasserbecken, in dem sieben kleine Fontänen ein Wasserspiel inszenieren. "Die Zahl Sieben wurde gezielt gewählt", erklärt Margarete Hoberg-Klute, "weil sie verschiedene Bilder aus der Bibel versinnbildlicht und so zur Interpretation anregen möchte." Dem konzentriert-beschaulichen Nachdenken, wie Kontemplation laut Duden auch bedeutet, kann also selbst unter freiem Himmel nachgegangen werden – und das bei einer Aussicht, die wohl weit und breit ihresgleichen sucht.

GRÜNES KLEINOD MIT DEM BESCHAULICHSTEN RUHRBLICK IN ARNSBERG - EIN GARTEN FÜR FASZINIERENDE EIN- UND AUSBLICKE

In einer Oase der Ruhe und Sammlung sitzen und dabei den beeindruckenden Panoramablick auf das Ruhrtal genießen – das ist ab Frühjahr 2020 vom Kloster Wedinghausen aus möglich. Denn dann lädt der "Garten der Kontemplation" hinter dem Kapitelsaal des Ostflügels, der seit 2016 zu Wohn- und Versammlungsräumen für die Shalom-Gemeinschaft umgebaut wird, zum Besuch und Verweilen ein.
Kürzlich fiel der Startschuss für die Umgestaltung der rund 200 Quadratmeter großen Fläche, die wie ein "Balkon" über dem Ruhrtal liegt und an drei Seiten von Gebäuden umschlossen ist: im Norden von den Außenmauern der Propsteikirche, im Westen vom Kapitelsaal mit auskragender Grafenkapelle und im Süden von Flur und Wirtschaftsräumen des ehemaligen Klosters.

EIN ORT DER STILLE UND GEISTIGEN VERSENKUNG

Die Idee, die die Landschaftsarchitektin Margarete Hoberg-Klute mit ihrem Konzept eines "Gartens der Kontemplation" hatte, folgt dem spirituellen Leben und der Nutzung durch die geistliche Gemeinschaft. "Die künftigen Bewohner des Ostflügels – die Mitglieder der Shalom-Gemeinschaft – und natürlich auch die Besucher sollen hier innerlich zur Ruhe kommen; sie sollen von der Hektik des Alltags abschalten und sich auf die ihnen wesentlichen Themen konzentrieren können", so die Planerin vom Büro für Grünplanung in Sundern-Stockum. Um dies zu verwirklichen und eine Atmo-sphäre zu schaffen, die jene innere Sammlung und geistige Versenkung unterstützt, ist eine zugleich klare und harmonische Gliederung in begrünte und in Wegeflächen vorgesehen: Orte zum Niederlassen auf Hockerbänken oder belehnten Sitzmöglichkeiten wechseln sich darin mit der Bepflanzung und den Wegen ab, sodass sich der Garten zum meditativen Durchschreiten, aber auch zum Erholen eignet.

NEUES KAPITEL FÜR DIE LANGE GESCHICHTE DES KLOSTERGARTENS

Tatsächlich ist der "Garten der Kontemplation" von außen nicht zugänglich. Es gibt einen barrierefreien Eingang vom Kapitelsaal, doch der Hauptzugang erfolgt über die Wirtschaftsräume, von wo aus sechs Stufen auf einen kleinen vorgelagerten Platz führen. Die aus dem Mittelalter sowie dem Barock stammenden Steinkanäle zur Wasserableitung, die Überreste einer Pflasterung oder das womöglich aus der Zeit vor dem Klosterbau stammende Bruchsteinfundament, EIN ORT DER STILLE UND GEISTIGEN VERSENKUNGdie alle während der archäologischen Grabungen Ende 2018 genau auf diesem Areal zutage kamen, sind nach ihrer detaillierten Dokumentation damit wieder Geschichte und wurden verfüllt; nur die Stufen und der Vorraum zur Heißluftheizung nicht. Diese werden vermutlich mit einer Glasplatte abgedeckt und sichtbar erhalten bleiben ebenso wie die zahlreichen Funde von Münzen und menschlichen Überresten.