Einführung

ZEITTAFEL (zurück)

AB 2014

Umgestaltung des Ostflügels

AB 2002

Umgestaltung des Westflügels für das Stadt- und Landständearchiv und für eine historische Ausstellung, Restaurierung der alten Klosterbibliothek, Neugestaltung des Klosterinnenhofes.

1956

Beseitigung der Nachkriegsschäden, Umgestaltung des Ostflügels mit Kreuzgang und Grafenkapelle.

1886

Die Stadt Arnsberg kauft den Westflügel, Umbau zu Schulzwecken, Abriss des Südflügels mit Kreuzgang.

1826

Abriss des Verbindungstraktes zwischen Westflügel und Prälatur und Aufbau des Hirschberger Tores.

1803

Säkularisation: Der Abt und 24 Chorherren müssen Wedinghausen verlassen, Ende einer 630-jährigen Klostertradition.

Abriss des nördlichen Kreuzgangflügels.

1794

Flucht des Kölner Domkapitels mit den Domschätzen, der Dombibliothek, dem Domarchiv und den Reliquien der Hl. Drei Könige nach Wedinghausen, dessen Kirche provisorische Kathedralkirche wird.

1717

Fertigstellung des für das Gymnasium und die Klosterkellerei wesentlich vergrößerten, im Kern mittelalterlichen Westflügels.

1691/94

Bau des Pförtner- und Verbindungstraktes zwischen Westflügel und Prälatur und 1694 Vollendung der Bibliothek mit Weinkeller anstelle des alten Abthauses.

1666

Fertigstellung des Prälaturgebäudes als Wohnung für den Abt.

1643

Gründung des Gymnasiums Laurentianum.

1634

Belagerung Arnsbergs durch General Beckermann, der in Wedinghausen Quartier nimmt. Er zieht am 11. Juli (Norbertustag) überraschend ab. Seitdem Dankprozession zu Ehren des Hl. Norbertus.

1583

Plünderung und Zerstörung durch Söldner des Gebhard Truchsess (1547–1601). Die Chorherren müssen Wedinghausen für Monate verlassen.

1274

Graf Konrad von Rietberg stiftet für seine Eltern, Graf Heinrich II. von Arnsberg und Gräfin Ermengard, die Grafenkapelle.

1254

Weihe des frühgotischen Chores der Klosterkirche und des Hauptaltars. Der gotische Bau schreitet nach Westen fort und wird um 1350 in spätgotischen Formen vollendet.

1238

Wedinghausen bindet sich in die Befestigungen der Stadt Arnsberg mit ein.

um 1228

Klosterschreiber Ludowicus schreibt eine prächtige Bibel und verfasst die „Heime-Erzählung“, ein Bestandteil der Thidreks-Saga.

1190/1210

Der aus England stammende Richard von Arnsberg, ein bedeutender Wedinghauser Klosterschreiber, stirbt „im Rufe der Seeligkeit“.

Beim Klosterbrand 1210 findet man im Grab seine rechte Schreibhand unversehrt (Schwarze Hand).

1170/73

Graf Heinrich I. stiftet in Wedinghausen ein Kloster. Er bittet den Abt von Marienweerd bei Utrecht, Prämonstratenser zu senden.

Beginn des romanischen Kirchenbaues.

1164/66

Graf Heinrich I. von Arnsberg inhaftiert seinen Bruder, der 1165 stirbt. Heinrich der Löwe und die Bischöfe von Köln, Münster, Paderborn und Minden belagern Arnsberg; „der Brudermörder“ entkommt.

1123

Nennung des Hofes Wedinghausen als „Widinchusen“. Hier wird 1124 Graf Friedrich der Streitbare von Arnsberg beigesetzt.

ALLGEMEINES (zurück)

EIN ORT, DER GESCHICHTE ATMET

Über Jahrhunderte schrieb das Kloster Wedinghausen europäische Kultur- und Geistesgeschichte. An dem wichtigen Knotenpunkt im Netzwerk der Prämonstratenserchorherren entstanden bedeutende mittelalterliche Handschriften, die heute zum Teil in der Klosterbibliothek ausgestellt und aufbewahrt werden. 1794 kam der Kölner Domschatz mit seinem weltberühmten Schrein und den Gebeinen der Heiligen Drei Könige in der Klosteranlage unter, um hier vor Napoleons Häschern geschützt zu werden. Mit der Säkularisierung fand das Klosterleben in Arnsberg dann 1803 ein Ende, und das schon im Mittelalter und der frühen Neuzeit als Pfarr- und Klosterkirche der Stadt genutzte Gotteshaus ist seit 1859 die Propsteikirche St. Laurentius.


EIN ORT, DER GLAUBEN LEBENDIG MACHT

Bis heute wird das ehemalige Klostergelände täglich von vielen hundert Schülerinnen und Schülern auf ihrem Weg in das 1643 als Klosterschule gegründete Gymnasium Laurentianum besucht – und von noch mehr gestreift, die in die umliegenden Schulen gehen. Vor allem sie sollen sich von der neuen Begegnungsstätte angesprochen fühlen, die die charismatische Shalom-Gemeinschaft in Form eines Cafés ins Leben ruft. Doch selbstverständlich wird es jedem offen stehen – ob für Kaffee und Kuchen, Begegnung und Austausch oder alles zusammen. Erneut berühren sich dann Historie und Gegenwart, wenn Kloster Wedinghausen zu dem Begegnungszentrum wird, das es immer schon war.


FASZINIEREND, MYSTISCH, VISIONÄR

Im alten Gemäuer von Kloster Wedinghausen knistert es mächtig. Zurzeit wird sein Ostflügel umgebaut, weil hier Ende 2018 die Missionare der Katholischen Gemeinschaft Shalom einziehen sollen. Und damit wieder geistliches Leben – nach mehr als 200 Jahren. Wenn dieser zu den ältesten Abschnitten der Anlage zählende Ostflügel dann auch die verschiedenen Sanierungsarbeiten der vergangenen Jahre zum Abschluss bringt, erhält er seine ursprüngliche Bestimmung zurück und wird zur Wirkungsstätte des Glaubens. Das Kloster Wedinghausen – einst bedeutsam für die Kultur- und Geistesgeschichte Europas – wird damit zu einem neuen Zentrum, an dem nicht nur Mittelalter und 21. Jahrhundert aufeinandertreffen. Sondern auch (junge) Menschen auf den Glauben, um ihm wie sich selbst auf neue Weise zu begegnen. Im Kloster Wedinghausen verschmelzen mittelalterliche und moderne Baustile zu einem vielschichtigen Ganzen. Nach wie vor sind die Ursprünge der umfangreichen Klosteranlage erkennbar, deren Grundstein Graf Heinrich I. im Jahr 1170 mit dem romanischen Kirchenbau für die Prämonstratenserchorherren legte. Neben diesen Elementen aus der Romanik sind wie in einer faszinierenden Zeitreise durch die Stilgeschichte weitere sieben Epochen wie Gotik, Barock und Neoklassizismus vertreten, in denen neue Gebäude hinzukamen oder erweitert und umgebaut wurden. Entsprechend spannungsreich präsentiert sich die Anlage heute, die noch während der laufenden Bauphase zahlreiche Entdeckungen, z. B. eine mittelalterliche Heizungsanlage und die Reste eines längst vergessenen Kellers, bietet und auch so manches Rätsel aufgibt.

KIRCHE ST. LAURENTIUS (zurück)

Wir haben leider keine Vorstellung vom Aussehen der ersten Kirche in Wedinghausen, in der Graf Friedrich der Streitbare von Arnsberg 1124 bestattet worden ist. Spätestens die Klosterstiftung 1170/73, so lässt sich vermuten, ist Anlass für den Bau einer romanischen Basilika gewesen. Sie hatte schmale, niedrige Seitenschiffe. Die Größe und Höhe des Mittelschiffes ist am Gewölbebogen der Ostwand des Westturmes abzulesen, der ebenfalls von diesem Bau herrührt. Die Fundamente einer einfachen halbrunden Apsis als Chorabschluss wurden um 1980 ergraben.

Diese Kirche scheint bei einem Klosterbrand im Jahre 1210 zerstört worden zu sein. Danach erst wird man den heutigen Bau begonnen haben. Dazu schob man den neuen Chor sehr nah an den jäh abfallenden Felsabhang zur Ruhr hin vor.

Der heute noch vorhandene Chorraum in frühgotischen Formen und wohl auch das anschließende Joch wurden 1254 geweiht. In den folgenden 100 Jahren bis ca. 1350 scheint der Kircheninnenraum als „Westfälische Hallenkirche“ (Seitenschiffe fast so hoch wie das Mittelschiff) in den heutigen Ausmaßen fertiggestellt worden zu sein. Die erste Arnsberger Stadtansicht von ca. 1580 zeigt die Kirche in der jetzigen Form.

Entsprechend ihrer Doppelfunktion als Pfarrkirche der Stadt Arnsberg und als Klosterkirche war der Kirchenraum in der Mitte ähnlich einem Lettner - durch eine Mauer getrennt. Die Pfarrkirche befand sich im westlichen Teil, der Ostteil mit dem Chor lag vom Niveau her sieben Stufen höher und diente als Klosterkirche. Hier befanden sich viele Erbbegräbnisstätten des heimischen Adels, z. B. der Familien von Fürstenberg, von Landsberg oder von Dücker. Die massive Trennmauer zwischen Pfarr- und Klosterkirche wurde 1700 durch ein großes schmiedeeisernes Gitter ersetzt. Nach der Säkularisation des Klosters diente die gesamte Kirche als Pfarrkirche, die östliche Hälfte wurde sieben Stufen tiefergelegt, sodass ein einheitliches Niveau entstand. Die Innenausstattung wurde durch barocke Einrichtungsgegenstände aus der abgebrochenen Kirche der Abtei Grafschaft ergänzt (Kanzel, Beichtstühle).

HIRSCHBERGER TOR (zurück)

Abt Norbert Bicker (reg. 1688-1715) errichtete zwischen dem Prälaturgebäude von 1666 und dem Westflügel im Jahre 1691 einen Verbindungsbau. Dieser Bau nahm seitdem die Klosterpforte auf, an der sich jeder Besucher anzumelden hatte. In einem feuerfesten Gebäudeteil mit steingewölbten Decken wurde das Klosterarchiv untergebracht, zu dem nur der Abt Zugang hatte. Dieser Bau wurde im Jahre 1826 für baufällig erklärt und abgerissen.

An seiner Stelle errichtete man das barocke Hirschberger Tor. Es war unter der Regierung des Kölner Kurfürsten Clemens August von Bayern (1700-1761) im Jahre 1753 für das kurfürstliche Jagdschloss Hirschberg aus grünem Sandstein angefertigt worden. Die dramatischen Jagdszenen einer Hirschhatz und der Jagd auf einen Keiler stammen von Johann Christoph Manskirch, den Unterbau des Tores hat der westfälische Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun entworfen. Nachdem das Hirschberger Schloss am Ende des 18. Jahrhunderts schon verfallen war, wurde nach 1820 die preußische Regierung auf das noch vorhandene Tor aufmerksam. Sein hoher Kunst- und Denkmalwert wurde sofort erkannt. Es sollte vor dem weiteren Verfall gesichert werden und so schaffte man es, in Einzelteile zerlegt, nach Arnsberg. Nach längerer öffentlicher Diskussion, wo es wiederaufgebaut werden könnte, entschied man sich, das Tor am Standort der alten Klosterpforte zu errichten. So musste der alte Klostertrakt weichen, wo das Tor seit 1826 den Eingang zum Eichholz ziert.

PRÄLATUR / ABTWOHNUNG (zurück)

Der Nachlass des 1663 verstorbenen bedeutenden Wedinghauser Kanonikers Johann Richard Rham bescherte dem Kloster einen ungeahnten Geldsegen. Dieser plötzliche Reichtum versetzte Abt Michael Reinhartz (reg. 1663-1688) in die Lage, westlich vor dem engeren Klosterbereich einen Neubau zu errichten, die sog. Prälatur. Am Nordgiebel des Gebäudes sind verschiedene Maueranker zu sehen. Unter dem Klosterwappen (Laurentiusrost mit schräg darübergelegtem Abtstab) finden sich die Schriftzüge für „Jesus“ und „Maria“ und das Jahr der Fertigstellung „Anno 1666“. An der Ostfassade prangt der Name des Ordensstifters „Norbertus“.

Der repräsentative Neubau diente dem Abt als Wohnhaus. Hier konnten gleichzeitig Gäste des Klosters beherbergt werden, ohne den Bereich der inneren Klausur zu stören. Auf einer Stadtansicht, aus dem Jahre 1669 ist das neue Gebäude zu sehen. Rudolf von Essl, der Zeichner der Stadtansicht berichtet in der zugehörigen Beschreibung, der Abt habe „ein schön herrliches Gebeu ... nahe am Kirchhoff aufbauen lassen, an welchem Gebeu domahliger Architectus sonderlichen Fleiß muß angewendet haben, kann sonsten auch an einer Seiten zu oeconomischen Bedienung und oben auf, nebst des Herrn Prälaten Logimenteren, zu Accomodierung vornehmer Herren und Freunde, welche ihre Visite im Kloster ablegen, emploiirt werden.“

Die Prälatur wird heute von der katholischen Propsteipfarrgemeinde St. Laurentius genutzt. Hier findet sich das Pfarrbüro, die Pfarrbücherei und u. a. die Wohnung des Propstes, der quasi als Nachfolger des Wedinghauser Abtes hier residiert.

WESTFLÜGEL / STADTARCHIV (zurück)

Der Westflügel ist nach der Kirche das größte Gebäude des Klosters. Er birgt den westlichen Kreuzgang und in seiner Nordhälfte einen mittelalterlichen Vorgängerbau. Dieser wurde 1712-17 wesentlich vergrößert und erhielt den beeindruckenden barocken Dachstuhl. Im Keller befanden sich Wirtschafts- und Lagerräume. Die über zwei Geschosse reichende Klosterküche und der Bierkeller besaßen eine direkte Verbindung zum Refektorium (Speisesaal) im Erdgeschoss. Da der Bau über einer Quelle errichtet worden war, stand fließendes Wasser zur Verfügung. Im Obergeschoss lagen die Klassenräume des 1643 gegründeten Klostergymnasiums. Über eine Außentreppe gelangten die Schüler hierher, ohne die Klosterklausur zu stören. Das Dachgeschoss diente der Ökonomie, man nutzte es als Speicher, Vorrats- und Trockenraum. Den Küchenkamin leitete man in einen großen Räucherboden. Hier hingen Dutzende von westfälischen Schinken, Würste und Speckseiten im Rauch.

Als die Stadt Arnsberg den Westflügel 1885 vom preußischen Staat erwarb, wurde der Abriss des Südflügels zur Auflage gemacht. Dessen Abbruchmaterial fand beim Umbau des Westflügels Verwendung. Mit dem Einbau großer Fenster, einer tragenden Mittelwand, zweier Treppenhäuser an den Kreuzgangenden sowie der Einrichtung von je vier Klassenräumen im Erd- und Obergeschoss erhielt der Bau sein jetziges Aussehen. Bis 2002 diente er Schulzwecken.

Seit der Umgestaltung (2002-04) beherbergt der Westflügel im Erdgeschoss Ausstellungsräume, im Obergeschoss das Archivmagazin und im spektakulär gestalteten Dachgeschoss einen Vortragsraum mit Vitrinen sowie die Benutzer- und Bürobereiche des Arnsberger Stadt- und Landständearchivs.

KLOSTERHOF / LICHTHAUS (zurück)

Kloster Wedinghausen wurde 1170 als Prämonstratenserkloster gegründet. Nach Auflösung des Klosters 1803 wurden große Teile der alten Klosteranlage abgebrochen. Der sakrale Raum war nicht mehr erkennbar und zum asphaltierten Parkplatz verkommen. Der Abbruch und die Öffnung des Klosterhofes im 19. Jahrhundert war jedoch nicht nur Verlust, sondern ebenso ein Aufbruch in die Moderne. Er war Ausdruck eines gesellschaftlichen Prozesses und einer „räumlichen“ Aufklärung, die eine neue Qualität von Offenheit und Licht in den Ort brachte. Der historische Klosterhof war ungerichtet und symmetrisch. Der vorgefundene Raum des 19. Jahrunderts war dagegen linear ausgerichtet. Die Neugestaltung verbindet die Widersprüche von Abgrenzung und Öffnung. Sie soll die räumlichen Brüche des Klosters ablesbar machen und einen gemeinsamen Raum für die unterschiedlichen Nutzer wiederherstellen. Die Neugestaltung des Klosterhofes von Kloster Wedinghausen ist eine verräumlichte Metapher für den Aufbruch in die Moderne.

Der Eingriff besteht aus drei Teilen: dem Klosterhof, dem Lichthaus als einer Art Filterraum für das Licht und einem Garten, der Teil des Gebäudes ist.

Gartenzimmer Klostergarten
Das Lichthaus steht an der Stelle des abgebrochenen Südflügels und markiert die Grenze des historischen Klosterhofes. Der Besucher erlebt durch die Lage des Baukörpers eine Grenze und gleichzeitig durch die Glasfassade hindurch eine lineare Raumfolge, die von der Innenwelt des Klosters in die Außenwelt der nahen Waldlandschaft überführt und Licht wie Raumtiefe erlebbar macht. Um den Übergang in den Außenraum und Naturraum zu verdeutlichen, findet eine Auflösung des Raumkörpers auf seiner anderen Seite statt – eine Metamorphose des Raumes von der Architektur zur Natur. Der Garten ist durch die überspannende Seilkonstruktion Teil des Gebäudes.

OSTFLÜGEL (zurück)

BIBLIOTHEK / WEINKELLER (zurück)

Die Klosterbibliothek wurde an der Stelle des alten Abtwohnhauses errichtet. Nach Fertigstellung des Prälaturgebäudes im Jahre 1666 hatte der Abt seinen Wohnsitz dorthin verlegt. Das Kloster verfügte schon damals über eine große Büchersammlung, die aufgrund der Lehrtätigkeit an dem 1643 gegründeten Klostergymnasium stetig anwuchs. Sie galt 1803 als die größte Bibliothek des Sauerlandes.

Um die kostbare Sammlung zweckmäßig und feuersicher unterzubringen, entstand in den Jahren 1693/94 auf Fundamenten des Vorgängerbaues der gewölbte neue Bibliothekssaal. Er war vom Obergeschoss des Ostflügels aus zu betreten, wohin eine Wendeltreppe von der Studierstube im Erdgeschoss führte. Die Art der Bibliothekseinrichtung ist unbekannt, von der Ausstattung ist nichts erhalten. Nach Aufhebung des Klosters kamen die wertvollsten Handschriften und Bücher nach Darmstadt. Der allergrößte Teil ging verloren.

Lange Zeit diente der Bibliotheksraum dem Gymnasium Laurentianum als Musiksaal. In den Jahren 2005-06 wurde er nach Befunden restauriert. An der fensterlosen Nordwand konnten durch erhebliches Sponsorenengagement zwei moderne teilverglaste Regale errichtet werden. Sie ragen bis unter die Decke der sieben Meter hohen Gewölbe. In ihnen sind 110 Meter der ältesten und wertvollsten Bücher der Historischen Gymnasialbibliothek aufgestellt, die ihren Ursprung in der Klosterbibliothek hat und noch einige Bände aus der Klosterzeit enthält.

Unter der Bibliothek befindet sich ein massives, wahrscheinlich vom Vorgängerbau stammendes Kellergewölbe, das von einem zentralen Pfeiler getragen wird. Es diente bis 1803 als Klosterweinkeller.

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