GRUNDFESTE

WENN DER FUNKE ÜBERSPRINGT

Alles stimmte an diesem denkwürdigen Tag und Fest der Grundsteinlegung am 16. September 2017: Die Menschen waren zahlreich erschienen, die Sonne strahlte verschwenderisch und der Klosterinnenhof samt Baustelle war sorgfältig aufgeräumt und liebevoll hergerichtet. Wenn da mal nicht der Segen von ganz oben mit im Spiel war. Schließlich wird dieser Tag, wie Regierungspräsident Hans-Josef Vogel in seinem Grußwort hervorhob, nicht nur in die Geschichte der Stadt Arnsberg und der Baukultur eingehen, sondern vor allem in die der Kirche und des Glaubens. Denn in den Ostflügel wird nach Abschluss der Bauarbeiten – und nach der Aufhebung im Zuge der Säkularisierung vor über 200 Jahren – wieder geistiges Leben einziehen und Kloster Wedinghausen zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückfinden.

„Glück und Segen kehre ein in dieses Gebäude. Sie leben hoch, sie leben hoch, sie leben hoch!“ Mit diesen Worten endete der Richtspruch des Zimmermeisters Franz-Josef Huckenbeck, der im Beisein des Generalvikars vom Erzbistum Paderborn, Alfons Hardt, und des Propstes und Dechants der Propsteipfarrgemeinde St. Laurentius, Hubertus Böttcher, den Grundstein legte. Und während Franz-Josef Huckenbeck zu diesem Toast traditionsgemäß ein Glas Wein in einem Zug leerte, tauchte der Generalvikar sein Aspergill bereits zum abschließenden Gebet ins Weihwasser. Und zwar so tief, dass er die Leute in den ersten Reihen nicht nur symbolisch segnete. Das passte gut zu der Ansprache von Hubertus Böttcher zuvor im Wortgottesdienst der Kirche, als er sich wünschte und auch darauf vertraue, „dass die Saat des Evangeliums für die Menschen aufgehen und blühen werde. Der Ort solle auch weiterhin ein Ort des Segens sein.“

LEICHT WIE DER SAMBA BRASILIENS, STABIL WIE DIE SAUERLÄNDER EICHE

Dass auch für diesen Segen der Grundstein gelegt wurde, darin sind sich am Ende dieses feierlichen Tages alle einig. Denn es war ein harmonisches, menschliches und sympathisches Miteinander. Und es war deutlich zu spüren, dass die Worte und Taten ernst gemeint waren und von Herzen kamen. Der Aufbruch also, den die hier einziehende Shalom-Gemeinschaft mit ihren jungen Missionarinnen und Missionaren so verheißungsvoll verkörpert, hat längst begonnen. Und der Funke ist schon weit vor der Grundsteinlegung – zumindest auf alle an den Restaurierungsarbeiten Beteiligten – übergesprungen. Denn von Anfang an arbeiten die Teams der Architekten, Handwerker, Kirche und Denkmalschützer Hand in Hand zusammen, und zwar so gut, dass Frau Dr. Bettina Heine-Hippler von der LWL-Denkmalpflege diese Baumaßnahme als eine ganz besondere bezeichnete. „Hier ist ein Team von Menschen entstanden, eine Gemeinschaft, die von Kooperation und Dialog geprägt ist“, sagte sie. Und weiter: „Wir stehen in einer langen Reihe von Menschen, die hier gelebt und geglaubt haben. Hier entsteht ein Haus, das auf Fels gebaut ist.“
Das bedeutet, es hält aus, dass hier fast 1.000 Jahre Tradition und 21. Jahrhundert zusammenwachsen. Und mehr noch, auch „der Samba Brasiliens und die knorrige Eiche des Sauerländers“, wie Propst Böttcher so nett formulierte. Wie das dann mal konkret aussehen wird, wenn der Umbau abgeschlossen und die jungen Geistlichen eingezogen sind, darauf sind wir alle neugierig. Einen Vorgeschmack davon haben wir – auch an diesem Tag durch ihren lebendigen Gesang, ihre respektvollen Worte und ihr freundliches Wesen – längst bekommen. Und zwar einen richtig guten!