Häusliche Gewalt gegen Frauen und Männer

Häusliche Gewalt ist jede Form von Beziehungsgewalt, die im privaten Bereich stattfindet. In der Vergangenheit wurde häusliche Gewalt zumeist als Familienstreitigkeit“ verharmlost. Jede Form häuslicher Gewalt ist eine öffentliche Angelegenheit, sie ist strafrechtlichen Sanktionen unterworfen.

Häusliche Gewalt steht im engen Kontext mit den gesellschaftlichen Strukturen und dem Geschlechterverhältnis. So sind ganz überwiegend Frauen und Kinder die Opfer, Täter ist der eigene Partner oder Ehemann.  Oft beginnt die Spirale der Gewalt schleichend, und die Opfer schweigen aus Scham oder Angst vor dem Täter.
Aus vielerlei Gründen fällt es den Opfern schwer, sich aus der Gewaltbeziehung zu lösen: Sie haben Angst vor dem Täter, sind von ihm oft ökonomisch abhängig oder emotional verunsichert. Außerdem wechseln sich Gewaltphasen mit Phasen der Ruhe und der Reue des Täters ab. Frauen ziehen dann Strafanzeigen zurück, leugnen erlittene Demütigungen und Verletzungen, und der Gewaltkreislauf beginnt von vorn.

Zu den Risikofaktoren gehören neben Trennung oder Trennungsabsicht auch Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend.

Häusliche Gewalt ist gesellschaftlich zu ächten. Die Opfer haben uneingeschränkt einen Anspruch auf Schutz und Hilfe.

 

Hilfsmöglichkeiten bei häuslicher Gewalt gegen Frauen

In akuten Gefahrensituationen können  Sie unter dem Notruf 110 die Polizei rufen. Die Polizei kommt daraufhin sofort und kann den Täter umgehend der Wohnung, für die Dauer von 10 Tagen, verweisen. Eine Rückkehr innerhalb der Frist wird dem Täter verboten. Gleichzeitig stellt die Polizei einen Strafantrag gegen den Täter.

Im akuten Notfall können Sie auch in die schützenden Räume eines Frauenhauses flüchten. Die nächsten Frauenhäuser finden Sie in:

  • Verein Frauen helfen Frauen e.V.
    Arnsberger Strasse 14
    59759 Arnsberg
    Frauenhaus:  02931 6791 oder 02931 6783
    Frauenberatungsstelle: 02932 8987-703
    Ansprechpartnerinnen bei der Frauenberatungsstelle: Lena Baader, Karola Enners, Carmen Tripke-Westhoff, Eva Daub                          http://www.frauen-hsk.de
  • Dortmund (Tel. 0231 8000-81 oder -82)
  • Soest (Tel. 02921 17585)
  • Paderborn (Tel. 05251 5151)
  • Olpe (Tel. 02761 1722) 

Des Weiteren können Sie die Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes nutzen und beim zuständigen Amtsgericht die Überlassung der gemeinsamen Wohnung beantragen. Dies beantragen  Sie bei der Rechtspflegestelle des Amtsgerichtes Arnsberg, Königstr., 59821 Arnsberg. Dort stellen Sie persönlich oder über ihre Anwältin den Antrag auf Zuweisung der Ehewohnung. Sie können dort auch weitere Schutzanordnungen wie Kontakt-, Belästigungs- und Näherungsverbote beantragt. Diese Möglichkeiten bieten Ihnen einen größtmöglichen Schutz.

Nehmen Sie die umfassende Beratung einer Frauenberatungsstelle in Anspruch. Diese helfen Ihnen die eigene Situation zu erfassen, unterstützen Sie und zeigen Ihnen geeignete individuelle Wege zur Beendigung der Gewaltsituation auf.

Beratungsstellen und Notrufe:

 

Intervention, Schutz und Hilfe bei häuslicher Gewalt

Die Probleme bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt gegen Frauen sind äußerst komplex. Für eine nachhaltige Bekämpfung von häuslicher Gewalt ist die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen erforderlich.
In der Region Hochsauerland haben sich auch Vertreterinnen und Vertreter der Einrichtungen, Institutionen, Projekte und Professionen im Rahmen  eines Arbeitskreises „gegen häusliche Gewalt“ zusammengeschlossen, die häusliche Gewalt thematisieren und am Thema arbeiten.

Informationen und Broschüren zur häuslichen Gewalt:

 

Häusliche Gewalt gegen Männer

Nicht nur Frauen werden Opfer von häuslicher Gewalt. Auch Jungen und Männer sind betroffen, allerdings gibt es für männliche Opfer nur eine punktuelle Hilfeinfrastruktur sowie kaum gesicherte Erkenntnisse über das Ausmaß der Betroffenen. Gewalt gegen Männer findet gesellschaftlich wenig Beachtung und wird oft von den Betroffenen verschwiegen.

Nähere Informationen erhalten sie unter: https://www.mhkbg.nrw/themen/gleichstellung/schutz-unterstuetzung/unterstuetzung-fuer-maenner

Die zuständige Landeskoordinierungsstelle des MHKBG NRW hat eine Hotline für NRW ins Leben gerufen, die gewaltbetroffene und sich in Krisensituation befindende Männer berät. 

In der zweiten Hälfte des Jahres werden in NRW auch die ersten Gewaltschutzwohnungen für Männer installiert sein.

Einen genauen Zeitpunkt kann das Ministerium zur Zeit nicht benennen. Mit dem Bekanntwerden der Informationen werden diese auch auf dieser Internetseite veröffentlicht.