Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist jedes sexuell bestimmte Verhalten, das Betroffene als unerwünscht empfinden und das geeignet ist, sie als Person herabzuwürdigen. Obwohl sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kein neues Problem ist, laufen diejenigen, die sich dagegen wehren, Gefahr, nicht ernst genommen zu werden. Dabei handelt es sich weder um eine Bagatelle noch um ein Kavaliersdelikt, wie Studien im Auftrage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend belegen.


Betroffen sind vor allem Frauen und ¾ aller befragten Frauen haben bereits sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren.
Es handelt sich also nicht um ein Problem Einzelner -  sexuelle Belästigung stellt eine massive Diskriminierung der Betroffenen dar. Opfer sind häufig Frauen mit geringer Sozialisation und dementsprechend wenig Unterstützung im Kollegenkreis und andererseits mit einem hohen Abhängigkeitsverhältnis. Aber auch Frauen, die als Konkurrenten von Männern auftreten, sind betroffen. Das heißt, dass die sexuelle Belästigung gezielt als Mittel zur Diskriminierung, Demütigung und Machtausübung eingesetzt werden kann.

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Beschäftigten vor sexuellen Belästigungen zu schützen.

Mit dem neuen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das zum 18. August 2006 rechtswirksam wurde, tritt das Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz (Beschäftigtenschutzgesetz) außer Kraft. Das Beschäftigtenschutzgesetz war 1994 für alle Beschäftigten - unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus - in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst verfasst worden und verpflichtete Arbeitgeber, Arbeitgeberinnen und Dienstvorgesetzte, die Beschäftigten am Arbeitsplatz vor sexueller Belästigung zu schützen.

Die Studie "Beschäftigtenschutzgesetz in der Praxis" (August 2005) liefert auch heute noch wertvolle Hinweise zur Verbesserung des Schutzes vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und gibt wichtige Ansatzpunkte für einen besseren Umgang mit der Thematik in der betrieblichen Praxis. Sie wurde vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlicht. Eine Kurzfassung und eine Vollversion der Studie stehen mit nachstehendem Link zur Verfügung.

Hier findet sich die Kurzfassung und hier finden sie die Vollerversion