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Ralf Herbrich

Stadt Arnsberg
Rathaus
Raum 14
Rathausplatz 1
59759 Arnsberg
02932 / 201-1340

Ehem. Mädchengymnasium an der Königstraße 36 (heute: Seniorenwohnen)

Denkmal des Monats März 2008

Dieses markante Gebäude im Arnsberger Klassizismusviertel ist ein weiteres Beispiel dafür, wie ein Baudenkmal durch eine entsprechende Umgestaltung zeitgemäß genutzt werden kann: Gebaut als klassizistisches Wohnhaus zwischen 1818 und 1822 und später, ab 1889 als Kloster und Schule genutzt, beherbergt es seit 2007 seniorengerechte Wohnungen in bester Innenstadtlage.

 

Errichtet wurde es im Rahmen der durch preußische Bauhilfsgelder geförderten Wohnbebauung der Königstraße. Ursprünglich erbaut als ein Drillingshaus klassizistischer Prägung - wie auch die beiden nebenstehenden Gebäude mit annähernd gleicher Traufenhöhe - wurde das Haus schon bald derart umgestaltet, dass es bis heute das Straßenbild dominiert.

1889 gründeten die Armen Schulschwestern v.u.L.F. eine Niederlassung in Arnsberg, um hier eine höhere Töchterschule aufzubauen. Hierfür erwarben sie das Gebäude und richteten es für die Nutzung als Kloster und Schule her. Für die Feier der Gottesdienste war eine Hauskapelle erforderlich, die zunächst im 2. Stock eingerichtet wurde.

 

Die zunehmende Zahl der Schwestern und Schülerinnen machte 1891 eine Vergrößerung des Gebäudes notwendig. Durch Aufstockung und Aufsetzen eines neogotischen Steilgiebels wurde die Nutzfläche erheblich erweitert. Die Verbindung neogotischer und klassizistischer Stilelemente ist in dieser Form wohl einzigartig. Das Gebäude überragt seitdem wuchtig die einheitliche Höhe der umgebenden klassizistischen Wohnbauten und prägt die Königstraße so in charakteristischer Weise. Die Hauskapelle verlegte man nach der Erweiterung in einen der neuen Räume des 3. Stocks. Im Zuge der jüngsten Sanierungsarbeiten wurden hier sakrale Ausmalungen gefunden, dokumentiert und restauriert.

1898/99 wurde das Haus an der Westseite nochmals durch einfache Nord- und Süd-flügel erweitert. Anfang der 1990er Jahre gaben die Schulschwestern das Haus auf und seine weitere Nutzung war über Jahre hinweg ungeklärt. Im Jahre 2005 erwarb es ein Investor mit dem Ziel, das repräsentative Gebäude nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zu sanieren und Seniorenwohnungen einzurichten. Nach Abbruch der nicht erhaltenswerten Erweiterungen von 1898 wurde an der Westseite ein neuer, modern gestalteter Nordflügel errichtet.

Das Gesamtgebäude verfügt jetzt über 23 seniorengerechte Wohnungen und einen Gemeinschaftsraum im Gartengeschoss des sanierten Altbaus.