ZIELKONZEPT BRUCHHAUSEN
Umgestaltung der Klausen-/Rodentelgenstraße

Ziele, Gestaltungselemente und -prinzipien

Mit der Umgestaltung des öffentlichen Raumes im Bereich der Klausen-/Rodentelgenstraße zwischen Heerweg und der Straße Zum Grünnen werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt:

Einerseits die Herstellung einer niveaugleichen Straßenoberfläche, um im Zuge der Erneuerung der Kanalisation eine Aufwertung des öffentlichen Raumes herzustellen und als Mischverkehrsfläche eine sichere Nutzung dieser Straßen durch alle Verkehrsarten sicherzustellen.

Andererseits die Einbindung der identitätsstiftenden Rodentelgenkapelle in den öffentlichen Raum, die nach ihrer Restaurierung Raum für multifunktionale Nutzungen bietet und damit zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung Bruchhausens beiträgt.

Gestaltung der Straßen als Mischverkehrsfläche

Aufgrund der begrenzten Breite des Straßenraums ist weder die Anlage eines beidseitigen noch eines einseitigen, ausreichend breiten Gehweges möglich. Daher soll der öffentliche Straßenraum als niveau- bzw. höhengleiche Mischverkehrsfläche gestaltet werden, die allen Verkehrsteilnehmer*innen zur Verfügung steht. Grundsätzlich ist dabei sowohl die Beibehaltung des Bereiches als Tempo-30-Zone möglich (bevorzugte Variante), als auch die Einrichtung als verkehrsberuhigter Bereich. Als Oberflächenmaterial ist eine Pflasterung vorgesehen.
Inwieweit im Zuge der Neuplanung die Straßenbeleuchtung neu geplant bzw. einzelne Leuchten versetzt werden müssen, ist im Zuge der Ausführungsplanung zu klären.

Einmündungsbereich an der Bruchhausener Straße und Klausenstraße

Der derzeit ausgeprägte Einmündungstrichter wird als Gehwegüberfahrt gestaltet. Damit wird eine höhenmäßige und optische Durchgängigkeit des Gehweges entlang der Bruchhausener Straße erreicht, die jedoch vom Fahrverkehr passiert werden kann. Hierdurch wird eine bauliche Situation geschaffen, in der die Fahrzeuge den Gehweg und nicht die zu Fuß Gehenden die Fahrbahn kreuzen müssen. Dies verdeutlicht den Vorrang der Fußgänger*innen und wirkt gleichzeitig geschwindigkeitsdämpfend. Und auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die entlang der Bruchhausener Straße auf dem Gehweg unterwegs sind, wird das Passieren des Einmündungsbereichs erleichtert.
Mit der Anlage von Parkbuchten (mit Baumscheiben) werden Elemente zur Verkehrsberuhigung sowie zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität geschaffen. Dabei wird weiterhin gewährleistet, dass eine Durchfahrtsbreite von 4,80 m Begegnungen von zwei Pkw bzw. einem Pkw und einem Lieferwagen (bzw. bei Schrittgeschwindigkeit auch einem Lkw) ermöglichen.

Bei der Aufstellung des Verkehrszeichens "Tempo 30-Zone" ist darauf zu achten, dass die Sichtbarkeit des Verkehrszeichens gewährleistet wird ohne dabei die Zufahrten zu Liegenschaften zu behindern. Dies gilt auch für die geplanten Baumpflanzungen, deren genaue Lage bei der Umsetzung der Maßnahme festgelegt werden müssen.

Bereich der Rodentelgenkapelle

Der heute dominierende Kurvenverlauf der Straße im Bereich der Rodentelgenkapelle führt dazu, dass diese eher als Randnutzung wahrgenommen wird.
Mit der geplanten Gestaltung des öffentlichen Raumes wird die Rodentelgenkapelle auf einen sogenannten „Platzteppich“ (z. B. mit einer höherwertigeren oder farblich abweichenden Pflasterung) gestellt und als Identität stiftender Ort hervorgehoben.
Durch eine zusätzliche Hinzunahme des nordwestlich angrenzenden, städtischen Grundstücks, kann der Platzbereich bei Bedarf erweitert werden, um z. B. die Schaffung eines Verweil-/Aufenthaltsbereiches (mit Sitz- und/oder Spielelemente) zu ermöglichen.
Die genaue Abgrenzung des Platzes wird bei der Umsetzungsplanung festgelegt.

Die Ortsbild prägende Linde vor der Kapelle soll durch landschaftspflegerische Maßnahmen in Szene gesetzt werden.

Senkrechtparkplätze im Bereich zwischen Linde und Turnhalle

Grundsätzlich wird die vorhandene Anzahl der Parkplätze in diesem Bereich beibehalten.
Durch eine leicht geänderte Anordnung der Parkflächen, u. a. durch Abrückung von der Grenzlinie des Schulhofbereiches und Verschiebung in Richtung Turnhalle, entsteht mehr freier Raum um die Raumprägende Linde herum. Auch wird ermöglicht, das zu Fuß gehende (hier insbesondere die Kinder auf ihrem Weg zur Schule) künftig vor den parkenden Autos entlanglaufen können.
Mit der Anlage eines breiten Parkplatzes im Bereich vor der Rodentelgenkapelle wird die Möglichkeit eröffnet, hier einen Behindertenparkplatz einzurichten.

Wegeverbindung zur Straße Zum Grünnen

Die vorhandene Wegeverbindung wird durch einen neuen Oberflächenbelag hervorgehoben.
Hierzu wird dieselbe Pflasterung der Klausen-/Rodentelgenstraße verwendet und somit das gesamte Umfeld einheitlich gestaltet.
Unansehnliches und zum Teil sichtbehinderndes Buschwerk im südöstlichen Außenbereich der Rodentelgenkapelle wird entfernt.

Der Abschnitt Rodentelgenstraße

Die heute bereits vorhandene Durchfahrtssperre für Kfz-Verkehr am westlichen Ende der Straße wird beibehalten, jedoch durch eine neue Gestaltung insbesondere für Fahrradverkehre komfortabler.
Hierzu werden die bisherigen wenig ansprechenden Umlaufschranken durch asymmetrisch angeordnete Poller ersetzt. Dadurch wir das Passieren von Fahrrädern mit Anhängern und bei Bedarf auch die Durchfahrt für Müllfahrzeuge möglich.
Die Anlage von mehreren Baumscheiben gliedert den Straßenraum und erhöht die Aufenthaltsqualität. Im Rahmen der Ausführungsplanung ist dabei mit den Grundstückseigentümern südlich der Straße zu klären, inwieweit mögliche Umgestaltungsabsichten auf dem privaten Grundstück bestehen, die ggf. Auswirkungen auf die Detailplanung im öffentlichen Raum haben.
Zwei zusätzliche Längsparkplätze nördlich der Turnhalle erhöhen die Anzahl legaler Parkplätze im öffentlichen Raum.