Werkstattgespräch "Brückenplatz"

Werkstattverfahren erarbeitet Grundlage für Ausbauplanung.

Alt-Arnsberg befindet sich in einem grundlegenden Wandel, der eine Neubestimmung und Neugestaltung der öffentlichen Räume notwendig macht - nicht zuletzt auch als Anreiz für die Neugestaltung privater angrenzender Liegenschaften.

Der öffentliche Raum im städtischen Bereich "Brückenplatz | Klosterbrücke | Ruhrstraße" soll daher neu gestaltet und aufgewertet werden. Als Standort von Handwerkskammer und Landgericht prägt der Brückenplatz in besonderer Weise das Bild des Stadtteils. Er ist Arbeitsort und innerstädtischer Wohnstandort mit deutlich abnehmender Einkaufsfunktion, wird von Fußgängern und Radfahrern, Bus- und Autoverkehr gleichermaßen genutzt und stellt somit eine wichtige Verbindung zwischen Alt- und Neustadt einerseits und zwischen den Quartieren nördlich und südlich des Brückenplatzes andererseits her.

Als Grundlage für einen Umbau des öffentlichen Raumes wurde in einem offen angelegten Werkstattverfahren ein Entwurf erarbeitet, der die Straßen Brückenplatz (einschließlich des Kreuzungsbereiches mit der Clemens-August-Straße) und der Ruhrstraße umfasst und die wichtigen funktionalen und gestalterischen Bezüge und Entwicklungen über den Straßenraum hinaus berücksichtigt.

1. Werkstattgespräch (November 2012)
Rund 100 Teilnehmer erarbeiten Vorschläge

In einem 1. Bürgerwerkstattgespräch am 07. November 2012, an dem mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger sowie eine Vielzahl von Vertretern unterschiedlicher Vereine und Institutionen teilnahmen, haben die Planer des beauftragten externen Büros sowie der Fachverwaltung die Aufgabenstellung, eine erste Analyse und grundsätzliche Ziele erläutert. In drei Arbeitsgruppen wurden dazu eine Reihe unterschiedlicher Vorschläge unterbreitet, die in der weiteren Planung Berücksichtigung fanden.

Wichtige Aspekte, die in den Arbeitsgruppen diskutieren wurden, sind:

  • Mehr Qualität im öffentlichen Raum schaffen! Hierzu werden Bäume, Bänke, Außengastronomieflächen, breite Gehwege genannt.
  • Der öffentliche Raum soll barrierefrei gestaltet werden.
  • Die fußläufige Verbindung zwischen Altstadt und Gutenbergplatz soll verbessert werden.
  • Ein Angebot für Radfahrer soll geschaffen werden und der RuhrtalRadweg soll angebunden werden.
  • Der Umbau der Kreuzung Clemens-August-Straße | Rumbecker Straße | Brückenplatz zu einem Kreisverkehrsplatz wird befürwortet.
  • Die Bushaltestellen sollen günstiger zum Stadtteilzentrum hin verschoben werden.
  • Die Zugänge zur Altstadt „Kaiserspförtchen | Englische Promenade“ sollen aufgewertet werden.
  • Die Verkehrsführung im Bereich Jahnstraße | Seißenschmidtstraße | Kurfürstenstraße soll überarbeitet werden.

2. Werkstattgespräch (März 2013)
Vorstellung der ersten Ideenskizzen

Rund 80 Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter verschiedener Institutionen nahmen an der zweiten Bürgerwerkstatt im Foyer der Handwerkskammer teil. Nach kurzer Begrüßung (Handwerkskammer, Stadt Arnsberg) präsentierte das Büro Pesch & Partner drei mögliche Varianten zur Umgestaltung des Brückenplatzes.

 

In den Planungen finden sich die Ergebnisse des ersten Werkstattgesprächs in verschiedenen Szenarien wieder. Bereits während des Vortrages im Podium kam es zu regen Diskussionen in denen viele Gemeinsamkeiten und vereinzelte Interessenkonflikte deutlich wurden. Eine breite Zustimmung fand unter anderem:

  • der neue Straßenquerschnitt zugunsten breiter Gehwegbereiche
  • die vom Fußgänger getrennte Radverkehrsführung
  • die Gestaltungsmöglichkeiten durch Bäume und Licht
  • mehr Aufenthaltsqualität auf der Klosterbrücke
  • die Einbindung der Ruhr
  • die neuen Querungsstellen an Jahnstraße und Sauerlandmuseum
  • die Öffnung der Jahnstraße für den Autoverkehr

3. Werkstattgespräch (Juni 2013)
Straßenraumgestaltung als Grundlage für Ausbauplanung verabschiedet

Im Mittelpunkt des dritten Werkstattgesprächs stand die Verkehrsplanung mit folgenden wichtigen Diskussionspunkten:

  • Erläutert wurde ein mögliches Einbahnstraßensystem, das nach dem 2. Werkstattgespräch in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert wurde. Die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile machte deutlich, dass eine Einbahnstraßenführung im Stadtteilzentrum Alt-Arnsberg erhebliche Nachteile mit sich bringt. Hier würden überflüssige Umwege entstehen, die Nachbarstraßen könnten als Ausweichstrecken missbraucht werden und die Geschwindigkeit des Fahrverkehrs würde sich in einem Einbahnstraßensystem erhöhen.
  • Viele Vorteile hingegen bringen die zwei geplanten Kreisverkehre an den Kreuzungen Brückenplatz | Clemens-August-Straße | Rumbecker Straße sowie Clemens-August-Straße | Zum Schützenhof, die Dr. Lothar Bondzio von der Brilon Bondzio Weiser Ingenieursgesellschaft präsentierte. Der Verkehrsplaner empfiehlt aus verkehrstechnischen, städtebaulichen und sicherheitsrelevanten Gründen eine Kreisverkehrslösung an beiden Knotenpunkten.
  • Breite Zustimmung fanden auch die neuen Standorte der Bushaltestellen. Bedenken über mögliche Rückstauentwicklungen wurden von den rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern geäußert. Es wurden lange Wartezeiten für die hinter den Bussen wartenden Pkw befürchtet. Wie lang ein entstehender Rückstau hinter den Bussen wirklich sein wird, muss im weiteren Planverfahren geprüft werden.

    Der dargestellte fußgänger- und radfahrerfreundliche Straßenquerschnitt findet auch in seiner weiteren Ausgestaltung breite Zustimmung.