Nachlässe in Archiven sind wichtig!

Die Sammlung und Erschließung von privaten Nachlässen zur Ergänzung bzw. als Ersatz für fehlende amtliche Überlieferung ist sehr arbeitsintensiv. Das Stadtarchiv verfügt mittlerweile über mehr als 150 (!) Nachlässe. Ihr Umfang reicht von einer dünnen Akte mit wenigen Blättern bis zu Dutzenden von Archivkartons.

So freut insbesondere eine Einschätzung von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, dem Vorsitzenden der Historischen Kommission für Westfalen und bis 2013 Präsident des Landesarchivs NRW. In seinem jüngsten Buch „Die Revolution 1918/19 in Westfalen und Lippe als Forschungsproblem“, Münster 2016, gibt er einen Überblick der Quellenlage zum Thema in den Archiven Westfalens und darüber hinaus. Bezüglich erhaltener Nachlässe hatten seine gründlichen Recherchen wenig Erfolg. Auf S. 179 resümiert er hierzu:
„Ist dieser Befund in der Gesamtheit insgesamt enttäuschend, so muss umso mehr der Nachlass Severin im Stadt- und Landständearchiv Arnsberg überraschen. Ernst Heinrich Severin (1886-1938) vertrat das Zentrum in der Hüstener Amtsversammlung und im Arnsberger Kreistag und legte seit etwa 1914 eine Dokumentation zur lokalen Politik-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte mit 240 Archivalieneinheiten an, die den Umbruch 1918/19 widerspiegeln. Vergleichbare Nachlassbestände hat der Bearbeiter zur Weimarer Republik in westfälischen Archiven nicht gefunden.“

Titel des publizierten, 190seitigen Findbuches: Bärbel Köhler/ Peter Scheiwe (Bearb.): Nachlass Ernst Severin (1854-1920) und Nachfahren, Hüsten (Arnsberger Archiv Veröffentlichungen 8), Arnsberg 2005 (Bezug beim Stadtarchiv Arnsberg, 5,- € zzgl. Versandkosten)