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Veranstaltungskalender

(Copyright: Malte Bartsch)

Cloud Economy

Malte Bartsch

Kurzinfo:

Ausstellung 15. Juli – 11. September 2022

Eröffnung am Freitag, 15. Juli um 19:00 Uhr. Anschließend Sommerfest im Garten des Kunstvereins.

 

Cloud Economy

Malte Bartsch zeigt in „Cloud Economy“ aktuelle Arbeiten. Apparate, Displays, Aluminiumabgüsse: Ready Mades – in Form, Funktion und Sinn verdrehte Elemente – des vermessenen, technologisierten und von der Wirtschaft bedingten Alltags. Materialien, Formen und Techniken seiner skulpturalen, installativen wie auch partizipativen und prozesshaften Arbeiten sind so aktuell und aus der Realität vertraut wie ihre Themen: Zeit und ihr Erleben; Energie und ihre Speicherung, Umwandlung und Verschwendung; das trügerische Gefühl, der Erde überlegen zu sein; unverbesserlicher Fortschrittsglaube.

Einchecken an der Time Machine: Was an eine digitale Stempeluhr erinnert, quittiert die an der Maschine verbrachte Zeit mit einem Bon, misst aber nicht die individuell in Lohnarbeit – oder in die Firma? „die Wirtschaft“? – investierte –  doch nicht etwa verlorene? – Zeit. Das dezentrale, 2013 begonnene Projekt mit bisher über 60 Time Machines in sechs Ländern sammelt die Gesamtheit der hier verbrachten Zeiten, die nichts zum Zweck hatten als vielleicht genau das: Zeit spüren. Und heißt das nicht auch Zeit generieren? Ich war da, wenn ich es hin gekritzelt habe, Zeit ist vergangen, wenn ihre Spanne gemessen ist: 5 Sekunden habe ich mir hier geholt. „Thermodrucker, Knopf, Person, Zeit, 25 cm × 31 cm × 13 cm“, so die Werkangaben, über 21000 kleine Kunstwerke auf Papier sind bereits an der Time Machine gedruckt worden und in den Besitz der mitwirkenden Person übergegangen.

Weiter durch die Ausstellung: Was in seiner organischen Form an eine Bienenwabe erinnert, ist ein Aluminiumabguss einer Elektroautobatterie. Köstlicher Honig der schnellen, leisen, flexiblen Mobilität, der durchschnittlich acht Jahre lang aus dieser Wabe gequetscht werden kann, immer wieder aufgefüllt mit dem Nektar uralter Öl- und Gasschätze und dem Pollen strahlender Kraftwerke (je grüner der Strom desto mehr Akkuzeitalter bis Blüten und Bienen sich nicht mehr aufladen lassen). Strukturen und Prozesse der Natur sind von jeher Inspiration technischen Fortschritts, der dieses Mal als Teil ihrer Rettung gefeiert werden soll.

Eine drei Meter hohe Agave in Blüte, ein einzigartiger Moment der Vergänglichkeit im Leben der Pflanze, für den sie nach Jahrzehnten all ihre Energie verausgabt, ohne besonderen Nutzen aus der wunderschönen Blüte zu ziehen: für die Ewigkeit fixiert in Aluminium.

Dann ist die Besucherin, der Besucher von Wolken umgeben. Fragmenthaft laufen sie an den Wänden durch LED-Displays aus der Werbetechnik, machen Lust auf mehr, auf das echte Ding, einen ganzen Wolkenhimmel  – ein kleines Stück Romantik in der durchgetakteten Erwerbsarbeit- und Konsumwelt, und tatsächlich: in der Cloud, im Zusammenschluss vieler, in der Gesamtheit all ihrer Informationen lassen sich die Formationen und Bewegungen der Wolken nicht mehr mathematisch-physikalisch voraussagen. Etwas so Fundamentales wie das Wetter entzieht sich trotz Forschung seit Menschengedenken des berechnenden Zugriffs.

Und wie (re)agieren Menschen mit ihren (un)berechenbaren Emotionen? Wie durchschaubar sind die großen, komplexen Zusammenhänge der Wirtschaft jenseits der Bauernregel „Angebot und Nachfrage regeln den Preis", insbesondere bei immateriellen Gütern? Wie sensibel greifen Systeme – von mikro über öko bis stellar – ineinander?

Zusammenfassend veranschaulicht ein Video einer performativen, auch vergänglich skulpturalen Arbeit das Scheitern der Menschheit trotz Spitzentechnologie und Forschung auf höchstem Niveau: Der Genuss eines Feuerwerks zum Abschluss. Eine Rakete schießt in den schwarzen Himmel, um am höchsten Punkt ihre fantastischen Funken zu sprühen, aber es gelingt nicht. Die Flugbahn ist manipuliert, sie stürzt ab. Immerhin, es knallt und leuchtet dann noch kurz vor dem Aufprall. Wieder und wieder rast die Rakete mit voller Kraft von der Erde los, wieder und wieder stürzt sie ab – gefeiert wird trotzdem; und der Weg ins All ist schließlich die einzige Option!?

 

Malte Bartsch schafft Zeit, Raum und Anlass zur Reflexion unserer menschlichen Lage. Lösungen oder Antworten suchen wir hier vergeblich: Malte Bartsch teilt unsere Realität, er will und kann nicht belehren. Aber seine Arbeiten formulieren pointiert den Gap zwischen beharrlichem Fortschrittsglauben und permanentem Scheitern, hoffnungslosem Optimismus und Ausweglosigkeit, technischer und wirtschaftlicher Optimierung und Verschlechterung der (Über)Lebensbedingungen für die Menschheit, zwischen unserem vermessenden und vermessenen Über die Erde Erheben und verzweifelter Abhängigkeit von ihr.

Termine Uhrzeit
Sonntag, 28.08.2022

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Montag, 29.08.2022
Dienstag, 30.08.2022
Mittwoch, 31.08.2022
Donnerstag, 01.09.2022
Freitag, 02.09.2022
Samstag, 03.09.2022
Sonntag, 04.09.2022
Montag, 05.09.2022
Dienstag, 06.09.2022
Mittwoch, 07.09.2022
Donnerstag, 08.09.2022
Freitag, 09.09.2022
Samstag, 10.09.2022
Sonntag, 11.09.2022
Preise

Eintritt frei

Veranstaltungsort Veranstalter
Kunstverein Arnsberg
Königstr. 24
59821 Arnsberg

Telefon: 02931-21122
Telefax: 02931-788163
E-Mail: email hidden; JavaScript is required
Webseite: http://www.kunstverein-arnsberg.de
Der Kunstverein Arnsberg versteht sich als Ort der Auseinandersetzung mit Ideen und Erfahrungen zeitgenössischer Kunst. Die Förderung junger Kunst und die Bereitschaft, sich auf unsichere Wege zu begeben, haben den Charakter des Kunstvereins geprägt. Der Handlungsraum des Vereins hat sich über die Jahre deutlich erweitert und den öffentlichen Raum in und um Arnsberg integriert. Der Anspruch, sich immer wieder neu zu definieren und programmatisch zu entwickeln – in Bezug zur Stadt und Region, aber auch im internationalen Kontext – ist unser Anliegen und Paradigma. Dies geschieht durch die Produktion von Ausstellungen, Außenprojekten und Publikationen, aber auch durch eine intensive Vermittlungsarbeit vor Ort, die das Verständnis und Erfahren zeitgenössischer Kunst ermöglicht. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Einbeziehung von Schülern und jungen Menschen, die sich für die Kunst engagieren und das Vereinsleben fortführen. Die großzügigen Räume des Kunstvereins befinden sich im ersten Obergeschoss eines klassizistischen Bürgerhauses am zentralen Neumarkt, einem nach Plänen von Schinkel gebauten Platz, dessen Bausubstanz nahezu erhalten ist. Im Herzen der Altstadt gelegen, mit Blick auf den Neumarkt sowie auf den eigenen idyllischen Garten, entscheiden sich viele Künstler, die räumliche Präsentation durch Außenprojekte zu erweitern. Die enge Zusammenarbeit mit den Künstlern und die persönliche, familiäre Atmosphäre schaffen eine unmittelbare, konstruktive Basis für ortsbezogene Experimente und unkonventionelle Neuproduktionen. Klein und flexibel kann der Kunstverein Arnsberg auch auf große Herausforderungen schnell reagieren und Vorhaben möglichst kompromisslos und zeitnah realisieren. Der Kunstverein Arnsberg engagiert sich aktiv im öffentlichen Raum und produzierte seit 2009 über 50 Projekte im Arnsberger Stadtraum. Konsequent und nachhaltig eröffnen die Projekte der Ausstellungsreihe „Public Abstraction Private Construction“ sowie die Ausstellungsreihe im öffentlich zugänglichen Lichthaus weitere Aktionsfelder im Dialog mit dem Alltag. Das Lichthaus Arnsberg ist ein postmoderner, markanter Glaspavillon, in dem der Kunstvereins Arnsberg gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Arnsberg weitere Projekte kuratiert. Er befindet sich im Innenhof des Klosters Wedinghausen 
(12. Jh.) in unmittelbarer Nähe zum Kunstverein. Seit 2009 finden da Projekte und Ausstellungen statt, die oft exklusiv für das Lichthaus entwickelt werden. Für Alle rund um die Uhr sichtbar, entsteht so eine direkte, offene Plattform der Begegnung mit zeitgenössischer Kunst. Die Förderung junger Kunst und die Risikobereitschaft, sich auf unsichere Wege zu begeben, haben den Charakter des Kunstvereins geprägt. Die Meisten der vorgestellten Künstler haben ihre erste institutionelle Einzelausstellung im Kunstverein Arnsberg, aber auch Richtung weisende Positionen wie Karin Sander (2008), Erwin Wurm (2008) oder Alfredo Jaar (2012) haben wichtige Statements geleistet. Die Präsentation komplexer und interdisziplinärer Positionen verlangt oft eine Neudefinition der Aufgaben unserer Institution in der Vermittlungsarbeit. Neben Führungen und Künstlergesprächen, Reisen und Workshops für Mitglieder, legen wir besondern Wert auf unser Jugendprogramm, das durch vielfältige Aktivitäten ergänzt wird. Da Arnsberg weder eine Kunsthochschule noch eine Universität hat, ist z.B. eine Gruppe von Gymnasiasten zu einer tragenden Säule des Kunstvereins geworden. Sie werden individuell geschult und helfen je nach Interesse und Talent beim Auf- und Abbau, bei der technischen Installation, bei der Büro- und Pressearbeit sowie bei der Ausstellungsvermittlung. Einige davon entschieden sich nach dem Abitur für ein Studium im kulturellen Bereich, viele engagieren sich weiterhin für den Kunstverein. 2010 - KVA ist Preisträger der Sparda-Kunstvereinförderung-NRW
 2011 - KVA hat vier Künstler aus dem Jahresprogramm auf der 54. Venedig Biennale 2012 - KVA hat sieben Künstler mit Einzelausstellung auf der Documenta 13 2013 - KVA wurde für den Preis für Kunstvereine der ADKV & Art Cologne nominiert 2015 - KVA wurde für den Preis für Kunstvereine der ADKV & Art Cologne nominiert 2016 - KVA wird mit dem Preis für Kunstvereine der ADKV & Art Cologne ausgezeichnet (Pressemitteilung)

Öffnungszeiten
Mi-Fr 17:30-19 Uhr So 11-15 Uhr und n.V.
Kunstverein Arnsberg
Königstr. 24
59821 Arnsberg

Telefon: 02931/21122
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Webseite: http://www.kunstverein-arnsberg.de
Karte und Anfahrt

Anfahrt: Routenplaner aufrufen


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