Deutscher Engagementpreis 2010
für die Stadt Arnsberg
Berlin. „Wir freuen uns über diese bedeutende Auszeichnung und machen weiter." Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Hans-Josef Vogel die Auszeichnung der Stadt Arnsberg mit dem Deutschen Engagementpreis 2010 in der Kategorie „Politik & Verwaltung".
Der Deutsche Engagementpreis wurde Anfang Dezember 2010 zum zweiten Mal in Berlin vom „Bündnis für Engagement", einem Zusammenschluss großer gemeinnütziger Dachverbände (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Bundesverband Deutscher Stiftungen, Deutscher Kulturrat, Deutscher Bundesjugendring, Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Deutscher Olympischer Sportbund, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen, Deutscher Naturschutzring u.a.) verliehen.
Der Deutsche Engagementpreis wurde Anfang Dezember 2010 zum zweiten Mal in Berlin vom „Bündnis für Engagement", einem Zusammenschluss großer gemeinnütziger Dachverbände (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Bundesverband Deutscher Stiftungen, Deutscher Kulturrat, Deutscher Bundesjugendring, Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Deutscher Olympischer Sportbund, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen, Deutscher Naturschutzring u.a.) verliehen.
Die Preisträger mit Moderatorin Dunja Hayali (ganz links) und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder (mitte)
Aus 800 Nominierten - bewerben konnte man sich nicht - wählte eine Jury die Gewinner der fünf Kategorien Dritter Sektor, Politik & Verwaltung, Einzelperson, Wirtschaft und Jugendengagement aus. Ausgezeichnet wurden: der Bundesverband Menschen in Insolvenz, die Stadt Arnsberg für ihr Konzept der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und seine erfolgreiche Umsetzung, Kazim Erdogan, die B.Z. Ullstein GmbH und „Schüler helfen Leben". Den Publikumspreis erhielt Ali Dogan (BDAJ).
Die Festrede zum Deutschen Engagementpreis hielt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Die Preisverleihung im Radialsystem V in Berlin moderierte die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Zu den Laudatoren zählten Prof. Hans Fleisch, Dirk Roßmann, Sara Nuru, Moritz Rinke, Stefan Klein und Dr. Frank Heuberger.
Dr. Frank Heuberger begründete die Auszeichnung der Stadt Arnsberg wie folgt:
„Der Jury ging es darum, Kommunen auszuzeichnen, die eine konsequente Entwicklung politischer Rahmenbedingungen betreiben, die freiwilliges Engagement optimal entfalten helfen.
Seit Mitte der neunziger Jahre ist dieses Thema politisch aktuell. Rathäuser nehmen ihre Bürger nicht mehr nur als Verwaltungs"objekte" wahr, sondern als wichtige Ressource und Partner, um das Gemeinwesen lebenswert gestalten zu können. Viele Verwaltungsmodernisierungen haben sich die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger zur Aufgabe gemacht, nicht allzu viele wurden erfolgreich umgesetzt. Viele Kommunen und auch die kommunalen Spitzenverbände tun sich immer noch schwer, bürgerschaftliches Engagement als Qualitätsmerkmal ihrer Gemeinde zu begreifen und nicht als Sand im Getriebe möglichst reibungslosen Verwaltungshandelns." ...„Vor diesem Hintergrund ist die Stadt Arnsberg mit ihren rund 80.000 Einwohnern ein herausragendes Beispiel gelungener Kooperation von Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Drittem Sektor und vielen hundert aktiven Bürgern. Bereits seit 1995 stellt sich die Stadt dem demografischen Wandel und fördert die Bürgerbeteiligung: Arnsberg versendete damals 28.000 Briefe an alle Bewohner über 50 Jahre, um herauszufinden, welche Sorgen sie drücken, welche Wohnformen sie sich wünschen und wo sie sich engagieren möchten. Die Rückmeldungen waren ein erster Schritt zum Massen-Engagement und bereits ein Zeichen für die Weitsichtigkeit der Kommune.
In der Folge richtete Arnsberg die sogenannte Fachstelle „Zukunft Alter" mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern ein. Diese ist wiederum integriert in eine kommunale Zukunftsagentur, in der Raumplaner, Stadtentwickler, Pädagogen und Bürger interdisziplinär zusammenarbeiten und Handlungsstrategien entwerfen. Verwaltung, Politik und Bürger stehen auf diese Weise in einem ständigen Austausch und Wissenstransfer. Dabei geht es um keine abstrakten Ideen: Arnsberg verfolgt schlicht das Ziel, Menschen unterschiedlicher Generationen und Schichten zusammenzubringen, sodass sie ganz unspektakulär und von sich aus einander helfen, unterstützen und gemeinsam Projekte realisieren.
Zum Leben erweckt wird diese Idee zum Beispiel durch den gegenseitigen Besuch von Kita-Kindern und Bewohnern eines Altenheims. In jeweils zwei Vormittagsstunden bilden sich Senioren und Kinder gegenseitig, bewusst oder unbewusst: Die Kinder spüren, was Altern ist, was Gedächtnis und dessen Verlust bedeuten und was man sich unter Pflege vorzustellen hat. Zum anderen singen die Kinder für die Alten, malen und spielen mit ihnen, fordern ihnen Konzentration ab und schenken ihnen Abwechslung.
Die Festrede zum Deutschen Engagementpreis hielt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Die Preisverleihung im Radialsystem V in Berlin moderierte die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Zu den Laudatoren zählten Prof. Hans Fleisch, Dirk Roßmann, Sara Nuru, Moritz Rinke, Stefan Klein und Dr. Frank Heuberger.
Dr. Frank Heuberger begründete die Auszeichnung der Stadt Arnsberg wie folgt:
„Der Jury ging es darum, Kommunen auszuzeichnen, die eine konsequente Entwicklung politischer Rahmenbedingungen betreiben, die freiwilliges Engagement optimal entfalten helfen.
Seit Mitte der neunziger Jahre ist dieses Thema politisch aktuell. Rathäuser nehmen ihre Bürger nicht mehr nur als Verwaltungs"objekte" wahr, sondern als wichtige Ressource und Partner, um das Gemeinwesen lebenswert gestalten zu können. Viele Verwaltungsmodernisierungen haben sich die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger zur Aufgabe gemacht, nicht allzu viele wurden erfolgreich umgesetzt. Viele Kommunen und auch die kommunalen Spitzenverbände tun sich immer noch schwer, bürgerschaftliches Engagement als Qualitätsmerkmal ihrer Gemeinde zu begreifen und nicht als Sand im Getriebe möglichst reibungslosen Verwaltungshandelns." ...„Vor diesem Hintergrund ist die Stadt Arnsberg mit ihren rund 80.000 Einwohnern ein herausragendes Beispiel gelungener Kooperation von Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Drittem Sektor und vielen hundert aktiven Bürgern. Bereits seit 1995 stellt sich die Stadt dem demografischen Wandel und fördert die Bürgerbeteiligung: Arnsberg versendete damals 28.000 Briefe an alle Bewohner über 50 Jahre, um herauszufinden, welche Sorgen sie drücken, welche Wohnformen sie sich wünschen und wo sie sich engagieren möchten. Die Rückmeldungen waren ein erster Schritt zum Massen-Engagement und bereits ein Zeichen für die Weitsichtigkeit der Kommune.
In der Folge richtete Arnsberg die sogenannte Fachstelle „Zukunft Alter" mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern ein. Diese ist wiederum integriert in eine kommunale Zukunftsagentur, in der Raumplaner, Stadtentwickler, Pädagogen und Bürger interdisziplinär zusammenarbeiten und Handlungsstrategien entwerfen. Verwaltung, Politik und Bürger stehen auf diese Weise in einem ständigen Austausch und Wissenstransfer. Dabei geht es um keine abstrakten Ideen: Arnsberg verfolgt schlicht das Ziel, Menschen unterschiedlicher Generationen und Schichten zusammenzubringen, sodass sie ganz unspektakulär und von sich aus einander helfen, unterstützen und gemeinsam Projekte realisieren.
Zum Leben erweckt wird diese Idee zum Beispiel durch den gegenseitigen Besuch von Kita-Kindern und Bewohnern eines Altenheims. In jeweils zwei Vormittagsstunden bilden sich Senioren und Kinder gegenseitig, bewusst oder unbewusst: Die Kinder spüren, was Altern ist, was Gedächtnis und dessen Verlust bedeuten und was man sich unter Pflege vorzustellen hat. Zum anderen singen die Kinder für die Alten, malen und spielen mit ihnen, fordern ihnen Konzentration ab und schenken ihnen Abwechslung.
Ähnlich unprätentiös ist das Projekt „Jung lehrt Alt" (JuleA) konzipiert: Neuntklässler einer Realschule machen hier, was sie eh gerne tun, mit Handys und Computern hantieren. Bloß dass dabei Senioren neben ihnen sitzen, denen sie zeigen, wie deren Handys funktionieren und wie man Fotos auf den PC kopiert. Auch Alltagsenglisch bringen die Schüler den Alten bei und identifizieren sich mit ihrer Lehrerrolle so sehr, dass sie sogar „blaue Briefe" schreiben. Denn manche Senioren sind unpünktlich und versäumen zuweilen, ihre Hausaufgaben zu machen. Was die Schüler da über Disziplin und Einsatz lernen, lässt sich erahnen.
Zudem existieren viele Patenschaften älterer Bürger für Schüler mit schulischen oder häuslichen Problemen, wobei sich die Paten regelmäßig treffen und wieder eigene Netze gegenseitiger Unterstützung bilden. Insgesamt umfasst die Ehrenamtskartei der Stadt Arnsberg 400 Adressen, Kita-Kinder und die erwähnten Realschüler nicht mitgerechnet. Viele weitere Projekte ließen sich aufzählen.
Sie wären alle nicht zustande gekommen, wenn die Stadt Arnsberg, beziehungsweise ihre Fachstelle „Zukunft Alter" nicht überzeugend und motivierend in die Kommune hineingewirkt hätte. Sie bot den Engagieren finanzielle, logistische und versicherungstechnische Unterstützung. Sie verstand es, ihr ganzheitliches Konzept gleichfalls simpel zu halten und mit Aktivitäten professioneller Anbieter zu verknüpfen. Die verlässliche Einbindung vieler hundert Freiwilliger überzeugte wiederum Stiftungen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die angestoßenen Projekte ihrerseits zu unterstützen. Auch die Gründung einer Bürgerstiftung kam zustande.
Meine Damen und Herren, ich denke, Sie können nachvollziehen, warum sich die Jury für Arnsberg als Preisträger in der Kategorie „Politik und Verwaltung" entschieden hat: Dieser Kommune gelingt es seit 15 Jahren, ihre Bürgerinnen und Bürger so nachhaltig und vielseitig einzubinden, dass hier ein vorbildliches Gemeinwesen in gegenseitiger Verantwortung entstanden ist."
Zudem existieren viele Patenschaften älterer Bürger für Schüler mit schulischen oder häuslichen Problemen, wobei sich die Paten regelmäßig treffen und wieder eigene Netze gegenseitiger Unterstützung bilden. Insgesamt umfasst die Ehrenamtskartei der Stadt Arnsberg 400 Adressen, Kita-Kinder und die erwähnten Realschüler nicht mitgerechnet. Viele weitere Projekte ließen sich aufzählen.
Sie wären alle nicht zustande gekommen, wenn die Stadt Arnsberg, beziehungsweise ihre Fachstelle „Zukunft Alter" nicht überzeugend und motivierend in die Kommune hineingewirkt hätte. Sie bot den Engagieren finanzielle, logistische und versicherungstechnische Unterstützung. Sie verstand es, ihr ganzheitliches Konzept gleichfalls simpel zu halten und mit Aktivitäten professioneller Anbieter zu verknüpfen. Die verlässliche Einbindung vieler hundert Freiwilliger überzeugte wiederum Stiftungen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die angestoßenen Projekte ihrerseits zu unterstützen. Auch die Gründung einer Bürgerstiftung kam zustande.
Meine Damen und Herren, ich denke, Sie können nachvollziehen, warum sich die Jury für Arnsberg als Preisträger in der Kategorie „Politik und Verwaltung" entschieden hat: Dieser Kommune gelingt es seit 15 Jahren, ihre Bürgerinnen und Bürger so nachhaltig und vielseitig einzubinden, dass hier ein vorbildliches Gemeinwesen in gegenseitiger Verantwortung entstanden ist."
Deutscher Engagementpreis 2010
Geben gibt. Das Bündnis für Engagement hat den Deutschen Engagementpreis an die Stadt Arnsberg verliehen...







