Von 0 auf 100 in elf Leben

Von 0 auf 100 in elf Leben

Marga Spiegel, die Protagonistin dieser eindrucksvollen Foto-Ausstellung hält stolz das Baby Leandra Beck in ihren Armen.  Marga Spiegel wurde 1912 geboren und Leandra Beck 2012.
100 Jahre Lebenszeit liegen zwischen beiden Personen auf dem Portrait. Dass Menschen, die ein Jahrhundert trennt, gemeinsam auf der Welt sind, wir in Zukunft immer häufiger vorkommen. Das Foto der beiden ist eins der elf Bilder der gemeinsamen Foto-Ausstellung des Magazin GEO und der Körber-Stiftung in Hamburg.

Für die Ausstellung lichtete der Fotograf Olaf Martens Kinder, Frauen und Männer ab, die im Jahr 2012 ihren runden Geburtstag feierten.  Die Portraitreihe stellt Menschen vor und zeigt ihre Sicht auf sich selbst und auf das Älter werden.  Ergänzt werden die Bilder durch Texte von GEO Redakteurin Hanne Tügel, die die Portraitierten interviewte.  Spannende Altersbilder  entdeckte sie.

Unsere Gesellschaft verändert sich. Wir sollten dies als Chance begreifen, die Potenziale entdecken und das Alter neu erfinden.

In nur einem Jahrhundert haben die Menschen 20 Jahre an Lebenszeit gewonnen. Von „Geschenkten Jahren" ist nicht nur in Deutschland die Rede. Alter scheint immer noch peinlich zu berühren. Warum versteckt sich die Marketing-Sprache hinter englischen Worten, wenn sie die Älteren als „Best Ager", Silversurfer, Golden Oldies oder Classicals" verhübscht. Oder lieber eine 50 ++ einführt, als die Fünfundsiebzig beim Namen zu nennen. Eine Hoffnung ist, dass unserer Gesellschaft sozialer, reifer, klüger und entspannter wird , weil der Mensch jenseits der 60, 65 Zeit hat, Erfahrungen zu schenken, zu teilen und sich um andere zu kümmern. Schon häufig habe ich auf dem flotten Flitzer einer jungen Dame den Sticker gesehen „Gesponsert von Oma". Und wie sieht es mit der Würdigung von Erfahrungen aus? Wie viel zählt sie in der Arbeitswelt? Häufig nicht so viel, wie Studien der Bertelsmann Stiftung belegen. Kein Wunder, dass das Altern und das Alter, obwohl es nie jünger war als heute, außer Zuversicht auch immer noch Bedrückung auslöst. Eine Studie der Körber-Stiftung in Hamburg besagt, dass sich sowohl die Vorfreude auf neue Freiheiten, auf Weiterentwicklung und sinnvolles Engagement offenbart - wie umgekehrt die Furcht vor einem Zerreißen des sozialen Netzes geäußert wird.

Wenn wir über die Alten der Zukunft reden, dann reden wir über uns selbst.

Dieser scheinbar überflüssige Hinweis der Forscherin Jutta Gampe hat das Magazin GEO in Hamburg zum Anlass genommen, die Reportage „Geschenkte Jahre" mit Portraits von Menschen aller Altersstufen zu begleiten, fotografiert von Olaf Martens aus Leipzig. Beginnend mit der 10 Jährigen, die sich über ihre Rolle in Friedrich Dürrenmatts „Besuch der alten Dame" freut. Im Interview äußert sie ihre ganz eigene Sicht vom Alter: „Alt sein fängt für mich so ab 40 an. Mitte 20 ist man noch jugendlich, Mitte 30 hat man Kinder. Richtig alt ist man dann ab 70, 80. 90. Typisch ist, dass Menschen dann manchmal ein bisschen vergesslich werden und nicht mehr schnell laufen können." Marga Spiegel, die 100 jährige Dame aus Münster erzählt im Interview: „Mir kommt mein Leben lang vor - oder auch kurz -, je nach Stimmung. Was mich selbst jung hält, ist die Freundschaft zu vielen aus der Generation der Jungen. Und das Lesen". Lassen Sie sich inspirieren von den Geschichten und Bildern dieser Ausstellung. Wir danken der Körber-Stiftung in Hamburg und dem Magazin GEO für die freundliche Leihgabe der Ausstellung.

Pressebericht über die Ausstellungseröffnung

Der Wochen-Anzeiger berichtet ausführlich über die Eröffnung der Ausstellung "Von 0 auf 100 in elf Leben".