Renaturierung der Möhne in Arnsberg-Neheim

Ziele

Die Möhne stellt sich als gebändigter Fluss in der Aue dar.
Die Möhne stellt sich als gebändigter Fluss in der Aue dar.

Die Stadt Arnsberg strebt die ökologische Verbesserung und Durchgängigkeit der Ruhr und ihrer Nebengewässer im Stadtgebiet an. Dabei soll auch der Hochwasserschutz verbessert werden. Die Möhne durchfließt eine ca. 200 – 300 m breite, durch Grünlandnutzung geprägte Talaue des Mittelgebirges. Sie ist durch Steinschüttungen in ihr Bett gezwängt. Ziel ist es die Eigendynamik des Gewässers zu fördern, den ökologischen Zustand und die Strukturvielfalt sowie den Hochwasserschutz zu verbessern. Durch die Erhöhung der Strukturvielfalt soll dem Fraßdruck des Kormorans begegnet werden. Ein Hauptdefizit des Querprofils der Möhne ist generell ihre starke Eintiefung der Gewässersohle gegen das Vorlandniveau.

Maßnahmen

Ausschnitt aus dem
Ausschnitt aus dem "naturnahen Entwicklungskonzept der Möhne"

Die Renaturierung umfasst Gewässerstrecken in Möhne und Aupke von 1,6 km Länge. Folgende Maßnahmen wurden 2008 durchgeführt:

  • die weiträumige Aufweitung des Fließquerschnittes durch Abgraben des linksseitigen Vorlandes zur Schaffung einer abwechslungsreich strukturierten Fließgewässerlandschaft (700 m), 
  • die Schaffung von eng verzahnten aquatischen, semiterrestrischen und terrestrischen Lebensräumen durch das Anlegen von Stillwasserbereichen und Flutmulden mit variabel geneigten Böschungen,
  • die Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Durchwanderbarkeit der Möhne und der Aupke 
  • das Entfernen von Sohlen- und Uferverbauten in Bereichen ohne einschränkende Infrastruktureinrichtungen und den Ersatz von Betonsicherungen durch naturnah strukturierte Schüttsteinpackungen Der Abtransport von etwa 24.000 m³ Boden aus der Aue vergrößert den Retentionsraum, so dass das Vorhaben neben den ökologischen Verbesserungen auch positive Auswirkungen auf das Hochwasserregime der Möhne hat. Der Aushub wurde zum Teil zur Rekultivierung einer Deponie verwendet.

 

Beteiligte

Bezirksregierung Arnsberg, Staatliches Umweltamt Lippstadt, Hochsauerlandkreis, Angelverein "Gut Wasserwaid", Umweltbüro der Stadt Arnsberg

Förderung

  • 80 % aus Mitteln der Abwasserabgabe, durch das Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.
  • 20 % Eigenanteil der Stadt, über Ausgleichsmaßnahmen refinanziert

 

Projekthintergrund

Die dargestellte Maßnahme ist als Umzusetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU zur Erreichung des "guten ökologischen Zustandes" der Möhne zu sehen. Basis für die dargestellte Renaturierung ist das "Konzept zur naturnahen Entwicklung der Möhne". In diesem Konzept sind für das Stadtgebiet Arnsbergs verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, die eine Durchgängigkeit des Flusses für Fische und andere Lebewesen nach sich ziehen sollen und für eine ökologische Verbesserungen des Gewässers und seiner angrenzenden Bereiche stehen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen dieses Konzeptes orientieren sich an Leitbildern weitgehend natürlicher Flusslandschaften des Mittelgebirges.

Möhne ökologisch verbessern durch naturnahen Ausbau

Übersichtsseite: Renaturierung von Gewässern im Stadtgebiet von Arnsberg