Renaturierung Ruhr "Binnerfeld" Arnsberg-Neheim
Ziele
Die Stadt Arnsberg strebt die ökologische Verbesserung und Durchgängigkeit der Ruhr und ihrer Nebengewässer im Stadtgebiet an. Dabei wird auch der Hochwasserschutz verbessert. Im "Binnerfeld" durchfließt die Ruhr eine schmale, zwischen Autobahn und Bahnstrecke verlaufende Aue (100 – 200 m). Der Fluß ist durch Steinschüttungen in sein Bett gezwängt. Ziel ist es, die Eigendynamik des Gewässers zu fördern, den ökologischen Zustand und die Strukturvielfalt sowie den Hochwasserschutz zu verbessern. In diesem siedlungsnahen Bereich dient das Tal der Naherholung mit einem stark frequentierten, flussbegleitenden Fuß-Radweg und einer Kanustrecke, so dass hier auch die Thematik "Erlebbarmachen des Flusses" und Freizeitnutzung eine große Rolle spielt.
Maßnahme
Durch teilweises Entfernung der Ufersicherungen, flächige Absenkung der Ufer und ein Anheben der Sohle wird der Fluss auf einer Länge von rund 2.700 m wieder stärker in Kontakt mit der umgebenden Talaue gebracht. Der Bereich der Mündung der Möhne in die Ruhr wird Strömungsgünstiger und ökologisch hochwertiger gestaltet.
Inseln im Gewässerbett bieten Angriffspunkte für den Fluss und zwingen zum Ausweichen. Um dem Gewässer mehr Raum zu geben, ist es erforderlich einen vorhandnen Radweg und eine Druckrohrleitung abschnittsweise zu verlegen. Der zu Beginn der Kanustrecke vorhandene Sohlabsturz wurde mittels einer Fischtreppe durchgängig gemacht. Die Kanustrecke bleibt erhalten und wird durch wasserbauliche Maßnahmen ökologisch verträglich optimiert.
Im Rahmen der Maßnahme fallen über 100.000 m3 Bodenaushub an. Der vorgefundene Ruhrkies wird zu großen Teilen als Kiesdepot im Gewässerbereich belassen, hierdurch ist eine dynamische Eigenentwicklung der Ruhrsohle möglich und die ökologische Wertigkeit wird deutlich erhöht. Der bindige, nicht vor Ort einbaufähige Boden soll sinnvoll zur Rekultivierung von Deponieflächen im Stadtgebiet von Arnsberg eingesetzt werden. Drei Bauabschnitte wurden von 2007 bis 2009 durchgeführt. Ein vierter Abschnitt befindet sich derzeit (Stand Oktober 2010) in der Ausführung, ein fünfter Bauabschnitt ist für 2011 geplant.
Beteiligte
Bezirksregierung Arnsberg, Staatliches Umweltamt Lippstadt, Hochsauerlandkreis, Angelverein "Sauerland", Umweltbüro der Stadt Arnsberg
Kosten
Ca. 1.100.000 €
Förderung
- 80 % aus Mitteln der Abwasserabgabe, durch das Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.
- 20 % Eigenanteil der Stadt, über Ausgleichsmaßnahmen refinanziert
Projekthintergrund
Die dargestellte Maßnahme ist als Umzusetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU zur Erreichung des "guten ökologischen Zustandes" der Ruhr zu sehen. Durch Begradigungen, Verlegung und Verbau der Ufer sind Strukturen geschaffen worden, die eine Eigendynamik dieses Mittelgebirgsflusses verhindern. Die Auen, soweit noch vorhanden, sind von dem tief ins Gelände eingeschnittenen Flussbett abgeschnitten und entwertet. Die Ruhr in diesem Flussabschnitt ist der Äschenregion zuzuordnen. Basis für die dargestellte Renaturierung ist das "Konzept zur naturnahen Entwicklung der oberen Ruhr". In diesem Konzept sind auch für das Stadtgebiet Arnsbergs verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, die eine Durchgängigkeit des Flusses für Fische und andere Lebewesen nach sich ziehen sollen und für eine ökologische Verbesserungen des Gewässers und seiner angrenzenden Bereiche stehen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen dieses Konzeptes orientieren sich an Leitbildern weitgehend natürlicher Flusslandschaften des Mittelgebirges.
Übersichtsseite: Renaturierung von Gewässern im Stadtgebiet von Arnsberg








