Renaturierung Ruhr "Altes Feld" Arnsberg
Ziele
Die Stadt Arnsberg strebt die ökologische Verbesserung und Durchgängigkeit der Ruhr und ihrer Nebengewässer im Stadtgebiet an. Dabei soll der Hochwasserschutz verbessert werden. Im "Alten Feld" durchfließt die Ruhr eine relativ breite, (ca. 300 m) durch Grünlandnutzung geprägte Talaue des Mittelgebirges. Sie ist durch Steinschüttungen in ihr Bett gezwängt. Ziel ist es, die Eigendynamik des Gewässers zu fördern, den ökologischen Zustand und die Strukturvielfalt sowie den Hochwasserschutz zu verbessern.
Maßnahmen
Durch teilweises Entfernung der Ufersicherungen, flächige Absenkung der Ufer und ein Anheben der Flusssohle wird der Fluss auf einer Länge von rund 700 m wieder stärker in Kontakt mit der umgebenden Talaue gebracht. Die Ruhr kann hier in weiten Grenzen eigendynamisch arbeiten und spiegelt das typische Bild eines Mittelgebirgsflusses wieder, in dem sich schnell fließende Strecken mit langsam durchflossenen abwechseln und tiefere Auskolkungen vorkommen. Inseln im Gewässerbett bieten Angriffspunkte für den Fluss und zwingen zum Ausweichen. Im Rahmen der Maßnahme wurden rund 30.000 m3 Bodenaushub entfernt. Dieser konnte sinnvoll zur Erhöhung eines Lärmschutzwalles an der A46 im Stadtgebiet von Arnsberg eingesetzt werden. Im nördlichen Bereich der Umgestaltungsstrecke wurde zusätzlich eine ca. 300 m lange, teilweise eingestaute, altarmähnliche Flutmulde angelegt, die neben der ökologischen Verbesserung dem Hochwasserschutz dient.
Beteiligte
Bezirksregierung Arnsberg, Staatliches Umweltamt Lippstadt, Hochsauerlandkreis, Angelverein "Ruhrwellen", Umweltbüro der Stadt Arnsberg
Kosten
Maßnahme 425.917 €
Förderung
- 80 % aus Mitteln der Abwasserabgabe, durch das Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.
- 20 % Eigenanteil der Stadt, über Ausgleichsmaßnahmen refinanziert
Projekthintergrund
Die dargestellte Maßnahme ist als Umzusetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU zur Erreichung des "guten ökologischen Zustandes" der Ruhr zu sehen. Durch Begradigungen, Verlegung, Nutzung als Antrieb für Wasserkraftanlagen, Verbau der Ufer und Siedlung stellenweise bis fast direkt an die Ufer sind Strukturen geschaffen worden, die eine Eigendynamik dieses Mittelgebirgsflusses verhindern. Die Auen, soweit noch vorhanden, sind von dem tief ins Gelände eingeschnittenen Flussbett abgeschnitten und entwertet. Die Ruhr in diesem Flussabschnitt ist der Äschenregion zuzuordnen. Basis für die dargestellte Renaturierung ist das "Konzept zur naturnahen Entwicklung der oberen Ruhr". In diesem Konzept sind auch für das Stadtgebiet Arnsbergs verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, die eine Durchgängigkeit des Flusses für Fische und andere Lebewesen nach sich ziehen sollen und für eine ökologische Verbesserungen des Gewässers und seiner angrenzenden Bereiche stehen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen dieses Konzeptes orientieren sich an Leitbildern weitgehend natürlicher Flusslandschaften des Mittelgebirges.
Übersichtsseite: Renaturierung von Gewässern im Stadtgebiet von Arnsberg







