Spielerisch Lernen - Schüler errichten Sinnesstationen an der Ruhr

Das Ufer an der Schützenbrücke in Neheim füllt sich mit Leben. 16 Schüler und Dr. Claus Dieter Christ, Lehrer an der Realschule Neheim gruppieren sich um ein Metallgestell. Drei Meter lang und zwei Meter hoch, es ist die zweite Sinnesstation des Projektes „RuhrNatur". Die Station soll die Wassergüte der Ruhr  für jedermann sichtbar machen.

Nach wenigen Minuten haben die Schüler neun Holzwürfel an das Metallgestell montiert. Jeder Würfel beschreibt eine  Eigenschaft des Flusses. Ist der Fluss tief? Gibt es Inseln? Wie bewachsen ist das Ufer?  Die Schüler schauen sich die Ruhr genau an und drehen an den Würfeln. Auf  den Würfeln sind Abbildungen und Stichwörter. Ein begradigter Fluss ist zu sehen. Ein Schüler dreht weiter. Ein kurvenreicher Fluss ist zu sehen, die dritte Abbildung zeigt einen geschlängelten Fluss. Die Jugendlichen wählen das Abbild oder das Stichwort, was den Eigenschaften des Flussabschnittes entspricht.  Auf den Würfelseiten sind auch rote Zahlen zu finden. Zählt man die Zahlen der neun ausgewählten Würfelseiten  zusammen, zeigt einem die nebenstehende Ergebnistabelle, wie gut bzw. schlecht die Gewässergüte ist.

Dieses Spiel ist im Biologieunterricht des vergangenen Schuljahres im Rahmen des Projektes „RuhrNatur" von Schülern der 10. Klasse der Realschule Neheim erarbeitet worden. Dr. Claus Dieter Christ, Fachlehrer für Biologie und Physik leitete die Arbeit, das Land NRW finanziert das Projekt „ RuhrNatur". Teil des Vorhabens sind auch drei Analysekoffer mit Reagenzien und einem Lichtmesser, die die Realschule für  Wasseranalysen im Rahmen des Unterrichtes nutzen kann.
RuhrNatur
Die interaktive Sinnesstation ermöglicht es Spaziergängern mit Interesse für Natur etwas über die Ökologie der Ruhr herauszufinden. Die Schüler jedoch wollen mehr: Wie hoch ist die Schadstoffbelastung im Abschnitt "Binnerfeld"? Mit Hilfe der Koffer werden die Jugendlichen Wasserproben nehmen und diese analysieren. So lernen die Schüler naturwissenschaftliches Arbeiten direkt an der  Ruhr. In Zukunft werden ihre Ergebnisse für Interessierte auch im Internet zu sehen sein. Dr.  Christ, freut sich über die Möglichkeit die Flusslandschaft der Ruhr als außerschulischen Lernort zu nutzen.

Genau wie die Lehrer und Schüler der Karl-Wagenfeld-Grundschule, die sich ende September ebenfalls einen Unterrichtsort im Freien geschaffen haben. Die damals erste Sinnesstation des Projekts „RuhrNatur" ist eine lange, wellenförmige Betonbank, auf der dreißig Kinder mühelos Platz finden. Der Bau der Bank war für die vier Maurer-Auszubildenden des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer, eine einmalige Erfahrung. Die spezielle Betonbautechnik vermittelte ihnen Ausbildungsleiter Edmund Lehnert. Anschließend bemalten 120 Schüler der Karl-Wagenfeld-Schule die Bank mit farbenfrohen Bildern. Die Idee für diese Bank stammt von der Lehrerin Margarethe Greitemann, die sich von der Gaudi Bank in Barcelona inspirieren ließ.

Eine dritte Sinnesstation ist bereits geplant und wird Ende des Jahres errichtet: eine Steinspirale, die die Schüler des St. Ursula Gymnasiums mit ihrem Lehrer Haimo Hieronymus entwickelt haben.

Hintergrund aller Stationen ist das Projekt „RuhrNatur", mit dem die Stadt Arnsberg besonders die junge Generation auf die Renaturierung der Ruhr aufmerksam machen will. Ziel ist es, die Auenlandschaft an der Ruhr stärker erlebbar zu machen und die Auseinandersetzung mit der Natur zu fördern. Mit der Renaturierung der Ruhr im Binnerfeld setzt die Stadt Arnsberg die Wasserrahmenrichtlinie der EU zur Erreichung des "guten ökologischen Zustandes" der Ruhr um und verbessert gleichzeitig den Hochwasserschutz.