Stadterneuerung Arnsberg - Lust auf Zukunft, Arnsberg gestalten!

Stadtumbau West - Eine Chance für die Stadtentwicklung in Arnsberg

Logo zur Stadterneuerung Arnsberg
Im Jahr 2004 startete der Bund ein neues Städtebauförderprogramm Stadtumbau West. Mit dem Programm will der Bund die Städte in den alten Bundesländern veranlassen, sich frühzeitig auf die notwendigen Anpassungsprozesse einzustellen.

 

Vorbereitungsmaßnahmen im Sinne von Stadtumbau West sind die Erarbeitung und Fortschreibung gesamtstädtischer Entwicklungskonzepte, soweit sie explizit die Prognosen und Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Strukturwandels zum Gegenstand haben. Ziele sind die Anpassung des Bestandes, die Aufwertung und zukunftsorientierte Gestaltung von Städten unter besonderer Berücksichtigung der Verbesserung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie die Stärkung der Innenstädte.

 

Das städtebauliche Entwicklungskonzept (§ 171b BauGB) ist die Voraussetzung zur Festlegung von Stadtumbaugebieten. Ein solches Konzept muss die näher konkretisierten Ziele und Maßnahmen der Anpassung und des Umbaus enthalten. Es beschreibt planerische Maßnahmen sowie räumliche und zeitliche Prioritäten für deren Durchführung und bildet damit einen Rahmen für die nachgeordneten Planungsebenen. Ziel ist aber auch die Aktivierung von privatem Kapital und Investitionen für die notwendigen Aufwertungs- und Umstrukturierungsprozesse im Städte- und Wohnungsbau.

 

Städtebauliches Entwicklungskonzept

Titelblatt des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes
Das vorliegende städtebauliche Entwicklungskonzept (pdf, 3.802 KB) setzt auf das im Jahr 2003 als rahmengebende Leitlinie verabschiedete Stadtentwicklungsprogramm (STEP) (pdf, 1.077 KB) der Stadt Arnsberg auf. Integrierter Bestandteil des Konzeptes sind die Fachgutachten Wohnungsmarktanalyse (pdf, 1.364 KB) , Wirtschaftsstrukturanalyse und Wirtschaftskonzept (pdf, 3.348 KB) sowie der Masterplan Ruhr.

 

Der Fokus liegt auf einen integrativen, interdisziplinären Ansatz. Für die Stadt Arnsberg bedeutet dies, die Ziele des Stadtumbaus auf die Stadt Arnsberg herunterzubrechen sowie den Untersuchungsraum zur Ableitung von Stadtumbaugebieten und Maßnahmen auf die Gesamtstadt auszuweiten.

 

Die Stadt Arnsberg hat sich bereits in der Vergangenheit den Herausforderungen des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels, über alle Lebensbereiche hinweg, gestellt und Konzepte und Maßnahmen entwickelt, die den Wohn- und Arbeitsstandort Arnsberg nachhaltig positiv beeinflussen sollen. Als Beispiele sind hier die Jugend- und Familienpolitik, (u. a. Bildungsqualitäten, Betreuungsangebote, Wohnumfeldqualitäten) die Seniorenpolitik (u. a. mit dem Otto-Mühlschlegel-Preis der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet) und die auf Zukunftsfähigkeit ausgerichtete Stadtentwicklungspolitik zu nennen. Das heißt, das städtebauliche Entwicklungskonzept baut auf den vorliegenden Planungen, Gutachten und Konzepten der Stadt Arnsberg auf und übernimmt die Ziele und Projektideen, die mit den Stadtumbauzielen konform gehen. Mit diesem Konzept soll sichergestellt werden, dass die Einzelmaßnahmen aus den Gebieten in einen gesamt-, mindestens aber teilstädtischen Zusammenhang gestellt werden.

 

Stadtumbauprozess in Arnsberg

Mit der Auftaktveranstaltung "Stadterneuerung Arnsberg" am 03. April 2006 wurde ein Beteiligungsprozess auf gesamtstädtischer Ebene eingeleitet. An dieser Veranstaltung unter dem Titel "Lust auf Zukunft – Arnsberg gestalten" nahmen über 150 Interessierte aus allen Teilen der Bevölkerung teil. Sie nutzten die Gelegenheit, über Fachvorträge, inhaltliche Diskussionen und themenbezogene "Marktstände" den inhaltlichen Einstieg in die komplexe Thematik zu vollziehen. Die Markstände zu den Themen "Wirtschaft und Arbeit", "Wohnen und Bauen", "Kultur, Bildung und Freizeit", "Verkehr und Mobilität" und "Natur und Umwelt" bildeten die erste Diskussionsgrundlage.

 

In den folgenden Monaten wurden Fachforen zu den o. g. Marktständen durchgeführt, bei denen die Fragestellungen und Diskussionen vertieft und Ideen und Ansätze kreiert wurden. In den Wirtschaftsforen ging es um die Themen "Spezialisierung und Trends der Arnsberger Wirtschaft", "Arbeitsmarkt" und "Dienstleistungsimpulse". In den beiden Foren zum Thema Wohnen und Bauen wurden die wohnungswirtschaftlichen Rahmendaten, Arnsberg als zukunftsfähiger Wohnstandort sowie die zielgruppenspezifische Wohnungsnachfrage diskutiert. Die beiden Foren zum Thema Kultur, Bildung und Freizeit befassten sich neben den demografischen Auswirkungen vor allem mit Kooperations- und Vernetzungsgedanken, aber auch mit den Modellen alternativer Trägerschaften und Integration. Thematisiert wurde auch die Arnsberger Bildungsoffensive sowie das Bürgerengagement in Arnsberg. Das Forum Verkehr und Mobilität thematisierte die unter-schiedlichen Ansprüche von Familien und Senioren an ein attraktives ÖPNV, Rad und Fußwegeangebot. Das Forum Natur und Umwelt befasste sich mit den naturräumlichen Potenzialen und hier besonders mit dem Ruhrtal.

 

Stadtumbaugebiete

Als Ergebnis des Beteiligungsprozesses und der parallel gelaufenen gutachterlichen Arbeiten von InWIS, empirica und planlokal wurden diejenigen Gebiete von gesamtstädtischer Bedeutung herausgefiltert, in denen starke städtebauliche und funktionale Verluste (z.B. erhöhter Leerstand, Bevölkerungsverluste, starke Überalterung, hoher Sanierungs-/Modernisierungsbedarf) festgestellt wurden bzw. erwartet werden. Diese Handlungsräume bilden die Grundlage zur Ableitung der Stadtumbaugebiete. Handlungsräume werden als diejenigen Bereiche im Stadtgebiet definiert, die einerseits aufgrund ihrer Lage und Bedeutung im Stadtgebiet besonders geeignet sind die Stadtteilzentren zu stärken und vor dem Hintergrund von Stadtumbaumaßnahmen von demografischen und wirtschaftlichen Entwicklungen besonders betroffen sind, deren Funktionsverluste aber schon heute auch deutlich sichtbar oder aber zukünftig zu erwarten sind. Vor dem Hintergrund der Zielsetzung "Stärkung der Stadtzentren" sollen von diesen Räumen wichtige Impulse für die weitere Stadtentwicklung Arnsbergs ausgehen. Die Handlungsräume werden als Aktions-, Modernisierungs- oder Beobachtungsraum kategorisiert und bilden die Grundlage zur Abgrenzung der Stadtumbaugebiete.

 

Die aus den Analysen und Bewertungen abgeleiteten und abgegrenzten Stadtumbaugebiete Neheim-Nord, "Alt-Arnsberg", "Hüsten" und "Neheim-Süd" wurden am 13.12.2006 vom Rat der Stadt Arnsberg beschlossen.

 

Die Gebiete Bahnhofsumfeld Alt-Arnsberg und Gewerbe- und Industriegebiet Möhnestraße in Neheim sind bereits im Jahr 2004 in die Städtebauförderung im Rahmen des Programms Stadtumbau West aufgenommen worden. Daher gilt hier, die Abgrenzung der Gebiete zu überprüfen und auf Grundlage der gesamtstädtischen Analyse anzupassen.

 

Für die Stadtumbaugebiete werden auf Ebene der Maßnahmen Impulsprojekte entwickelt, die besonders geeignet sind, einen Beitrag zur Erreichung der Ziele und zur Schaffung von Qualitäten für die jeweiligen Gebiete zu leisten. Sie sind Schlüsselprojekte zur Umsetzung der Stadtumbau-Strategie und besitzen Strahlkraft, um private Investitionen zu initiieren.

 

Projektbearbeitung und Partizipationsprozess

Das städtebauliche Entwicklungskonzept wurde in Zusammenarbeit mit den Büros plan-lokal und grünplan, Dortmund, InWIS, Bochum, empirica, Bonn sowie WGF Landschaft, Nürnberg erstellt.
Die Wohnungsmarktanalyse (pdf, 1.364 KB), wurde vom Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt und Regionalentwicklung (InWIS), Bochum und das Gutachten Wirtschaftsstrukturanalyse und Wirtschaftskonzept (pdf, 3.348 KB) von empirica, Bonn sowie der Masterplan Ruhr (pdf, 2.725 KB) von WGF Landschaft, Nürnberg erstellt.