Bauen in der Gemeinschaft - Baugruppen in Arnsberg
"Werdener Hof" im Stadtteil entsteht.
Gerade junge Familien mit Kindern können sich durch Baugruppen den Wunsch nach Wohneigentum erfüllen und in der Stadt gehalten oder zum Zuzug bewegt werden. Die gemeinsame Vorgehensweise in einer Baugruppe verspricht Kostenvorteile und ein Leben in "guter Nachbarschaft" mit entsprechenden Unterstützungspotentialen (z.B. bei der Kinderbetreuung) bei einer zugleich modernen, anspruchsvollen Gestaltung. Damit stellen Baugruppen eine zukunftsorientierte Wohnform dar, die von Seiten der Stadt Arnsberg ausdrücklich begrüßt wird. Sie entspricht den im Handlungskonzept "Zukunft Wohnen in Arnsberg" im Rahmen des Stadtentwicklungsprogramms (STEP) gesetzten Zielen, Arnsberg als Wohnstandort zu profilieren und attraktive neue Wohnkonzepte zu schaffen, die sich verändernden Lebensstilen gerecht werden. Baugemeinschaften und Baugruppen werden daher von Seiten der Stadt Arnsberg über den Fachbereich Planen|Bauen|Umwelt soweit möglich begleitet und unterstützt.
Baugruppe "Werdener Hof"
Gemeinsam mit der Stadt Arnsberg wurde ein städtisches Grundstück an der Straße "Werdener Hof" aufgrund der Größe, des Zuschnitts, der Lage und der Verfügbarkeit als besonders geeignet für das Projekt identifiziert. Von Seiten der Stadt wird die Baugruppe über die Bereitstellung dieses Grundstücks zum Marktpreis und die Schaffung der notwendigen planungsrechtlichen Grundlagen unterstützt. Für Letzteres wurde der Bebauungsplan - der das Baugrundstück zuvor für die Verwirklichung eines Altenpflegeheims freigehalten hatte - im ersten Halbjahr 2011 geändert.
- Gemeinsam Bauen: Durch das selbstorganisierte Vorgehen in der Gruppe sollen Kosteneinsparungen entstehen, die Spielräume für besondere Qualitäten in der Umsetzung eröffnen. Das gemeinschaftliche Vorgehen soll zudem dazu beitragen, eine gute Nachbarschaft innerhalb der Baugruppe auszubilden.
- Gemeinsames Energiekonzept und nachhaltiges Bauen: Angestrebt wird ein - bezogen auf den Lebenszyklus der Gebäude - ressourcenschonendes Bauen. Dazu gehört der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, ein gemeinsames Energiekonzept unter Einbezug erneuerbarer Energien und der Verzicht auf synthetische Wärmedämmverbundsysteme bei trotzdem hoher Isolierung. Das Gebäude soll in einer Holzrahmenbauweise errichtet werden.
- Einheitliche und anspruchsvolle Architektursprache: Unter Einbezug individueller Wünsche soll ein einheitliches, anspruchsvolles und zeitgemäßes Architekturbild entstehen. Der Übergang zwischen öffentlicher Grünfläche und privaten Gärten soll qualitätvoll gestaltet werden und nicht zu einer Abschottung führen.
- "Universelles Design": Die Wohneinheiten innerhalb der Baugruppe sollen auch bei sich verändernden Lebenslagen ihrer Bewohner (z.B. bei körperlichen Einschränkungen) für diese gut nutzbar bleiben. Daher sollen, soweit dies in der Wohnform des Einfamilienhauses unter vertretbarem Aufwand möglich ist, Aspekte der Barrierefreiheit von vornherein mitbedacht werden.
Mit diesen Zielen reagiert die Baugruppe auf die sich verändernden Herausforderungen durch den demographischen Wandel, indem sich im Lebensverlauf verändernde Situationen vorausschauend berücksichtigt werden und zudem eine "gute Nachbarschaft" mit den sich daraus ergebenden gegenseitigen Unterstützungspotentialen angestrebt wird. Vor dem Hintergrund des Klimawandels verdient das angestrebte nachhaltige Bauen besondere Anerkennung. Die vorgesehene einheitliche und anspruchsvolle Architektur würdigt insbesondere die Lage des Gebiets und bereichert das Stadtbild an dieser Stelle.
Weitere Informationen zu Baugruppen und Baugemeinschaften
Broschüre des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW (2010). Neues Wohnen mit Nachbarschaft. Wohnprojekte von Baugruppen, Genossenschaften und Investoren.
Broschüre des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes NRW (2009). Baugemeinschaften. Bauen und Wohnen in der Gemeinschaft.
Kompetenzzentrum der Initiative "Kostengünstig qualitätsbewusst Bauen" (2009). Baugruppen. Ergebnisse der ExWoSt-Studie "Strategie und Aktionsfelder für städtisches Wohnen von Familien"
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2009). Internetseiten anderer Kommunen mit weiterführenden Informationen Stadt Aachen - Kontaktstelle "Neue Wohnformen"
Stadt Berlin - Informationen für Baugemeinschaften und Baugruppen
Stadt Dortmund - Service-Team "....anders wohnen - anders leben ..."
Stadt Düsseldorf - Wohnen in Gemeinschaft
Stadt Hamburg - Agentur für Baugemeinschaften
Stadt Leipzig - selbstnutzer.de
Baugruppen und Baugemeinschaften in Münster - "gemeinsam bauen"
Stadt Unna - Koordinierungsstelle "Neue Wohnformen"







