Deutsche versionEnglish versionFrench version

Unterwegs - das Motto des 17. Kunstsommers Arnsberg 2013


23.08. bis 01.09.2013

„Sich auf dem Wege irgendwohin, zu einer bestimmten Person, einem bestimmten Ort, Ziel befindend, auf, während der Reise": ‚unterwegs', lautet das Motto des diesjährigen Kunstsommers. Es beschreibt einen Grundzustand unserer Gesellschaft ebenso wie eines jeden Einzelnen. Aktuell scheinen sich Umfang wie Intensität des ‚unterwegs seins' sogar zu potenzieren. Dazu einige Anregungen.

Suchen zu dürfen, nicht stillstehen zu müssen, die - so Hannah Arendt - „Freiheit des Anfangen-Könnens und etwas Neues zu beginnen" ist eine Chance des Menschen.

Eine klassische Form unterwegs zu sein, ist das Pilgern. Die körperliche Überwindung einer räumlichen Distanz zielt auf eine geistig/geistliche Heilserfahrung. Deutlich wird: ‚Unterwegs' braucht zwar, aber bedeutet mehr als - Mobilität. Eine Wanderausstellung über das Pilgern in verschiedenen Zeiten und Kulturen ist daher die impulsgebende Ausstellung des Kunstsommers 2013.

Kunst findet im Kopf statt und bietet dennoch eine der schönsten und spannendsten Arten, unterwegs zu sein. Kunst nachvollziehen oder selbst Kunst machen, hilft neue Wahrnehmungen zu gewinnen, beinhaltet die Chance zu neuen Ausdrucksformen, vermag in andere Bewusstseinszustände zu führen.

Als Motiv begegnet uns das ‚Unterwegs' als Reise in den Schönen Künsten; in der Bildenden Kunst, in der Literatur ebenso wie im Film: Einer der frühesten Filme zeigt die Ankunft eine Zuges. Die Helden im Roadmovie sind - Pilgern und Weltensammlern gleich - unterwegs, um sich weiterzuentwickeln. Sie sind auf dem Weg zu sich selbst.

Tatsächlich zielt das ‚unterwegs sein' nicht auf Neues, auf Veränderung an sich, sondern vielfach auf eigene Wurzeln und Ursprünge. Wir sind unterwegs, um anzukommen: Die Suche nach Anerkennung und damit nach einer (neuen) Heimat, gilt in der Psychologie als zentrales Lebensmotiv. Geht das Ziel verloren, wird das Unterwegs zum Herumirren, einer ewigen, frustrierenden, rastlosen Suche.

Vor jedem Ankommen steht der Aufbruch - die Befreiung, aber auch der Verlust von Alltag, von Gewohntem und Geborgenheit. Die Wahrnehmung wird sensibilisiert, tradierte Ansichten werden fraglich, neue Einsichten möglich. Darin liegen Risiko und Chance, dazu gehören Angst, Mut und Neugier. Dabei hilft es, Bewährtes, Vertrautes mitzunehmen, bisweilen innezuhalten und zu rasten, mit Gefährten den Herausforderungen des Unbekannten zu begegnen.

Ein Gemeinwesen, eine Kommune ist ebenfalls ‚unterwegs'. Arnsberg feiert 2013 die Erwähnung seiner Stadtrechte vor 775 Jahren. Es gäbe kein Jubiläum zu feiern, wenn nicht immer wieder Menschen und mit ihnen die Stadt neue Wege gegangen, neue Ideen entwickelt oder aus der Fremde mitgebracht und ausprobiert hätten.

Wer nicht unterwegs ist, kann nichts Neues finden. Wer nicht geht, kann nicht ankommen.

Lassen Sie uns gemeinsam im Kunstsommer 2013 unterwegs sein.


Musikfest im Kunstsommer 2013

Am zweiten Kunstsommer-Wochenende liegt der Schwerpunkt schon traditionell auf dem Musikfest, dem Kunstsommer-Ausklang.

Hervorragende Kunstsommer Workshop-Dozenten spielen zu Konzerten verschiedenster Musikrichtungen - E wie U - an mitunter unerwarteten Orten und teilweise in neuen, spannenden Konstellationen auf. Ambitionierte Workshopteilnehmer fast jeden Alters präsentieren die Ergebnisse intensiver Arbeit und konzentrierter Proben einem aufmerksamen Publikum. Musikgruppen verschaffen sich interessiertes Gehör. Liebevoll vorbereitet genauso (gern) wie spontan realisiert. 

Vor allem die Altstadt präsentiert sich an Samstag und Sonntag mit der Musical-Gala "Belcanto am Broadway", Serenaden-Konzert, Dozenten- und Abschlusskonzerten und dergleichen mehr nocheinmal bis in die Abendstunden als stimmungsvoller Schmelztiegel vieler Menschen, zahlreicher Musikstile sowie mannigfaltiger Instrumente und Ausdrucksformen.